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Letzte Aktualisierung: 03.12.2021

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Musik und -geschichte in der Alten Oper und im Historischen Museum am 4. Dezember

von Ilse Romahn

(23.11.2021) Je besser man als Dirigent wird, desto weniger spricht man normalerweise. Umso mehr sprechen die Hände, die Arme, der Ellbogen, der Dirigentenstab. Aber warum nicht auch reden, wenn man so die Vision einer Geschichte teilen kann?

Bildergalerie
Daniil Trifonov
Foto: Dario Acosta
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Sir Antonio Pappano
Foto: Musacchio & Ianniello licensed to EMI Classics
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Manchmal schaffe ich Bilder, zum Beispiel aus dem Bereich des Essens. Mehr ‚al dente‘. Oder knuspriger. Leichter, nicht so verkocht. MusikerInnen haben etwas ganz Wichtiges – emotionale Intelligenz. Und wenn man diese emotionale Intelligenz mit nur zwei oder drei Wörtern anspricht, verstehen sie es sofort. Und das ist etwas ganz Fantastisches.“

Es ist diese unmittelbare Verbindung mit seinen MusikerInnen, die der Dirigent Sir Antonio Pappano als Grundlage seiner künstlerischen Arbeit definiert. Im Falle des Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, das der italienischstämmige, in England geborene und in den USA aufgewachsene Dirigent seit 2005 leitet, hat sich dieses Rezept der direkten Kommunikation besonders bewährt: Unter Pappanos Dirigat entwickelte sich das Orchester zu einem der besten weltweit und konnte wieder an frühere Glanzzeiten anknüpfen. Am Samstag, 4. Dezember 2021, folgen das römische Orchester und sein Chefdirigent einmal mehr der Einladung in die Alte Oper Frankfurt; von 20.00 Uhr an gestalten sie im Großen Saal einen Konzertabend mit Werken von Johannes Brahms und Jean Sibelius.

Brahms’ monumentales erstes Klavierkonzert eröffnet den Abend, ein Werk, das in seinen Verflechtungen von sinfonischer und konzertanter Form die Interpreten vor besondere Herausforderungen stellt. Der Solopart verzichtet auf jegliche Zurschaustellung oberflächlicher Virtuosität, stattdessen wird das Klavier gelegentlich sogar zum Begleiter des Orchesters. Der russische Pianist Daniil Trifonov hat sich diesem musikalischen Schwergewicht erst in Pandemiezeiten erstmals gewidmet, gemeinsam mit dem Orchestra dell‘Accademia Nazionale di Santa Cecilia interpretiert er es nun in der Alten Oper.

Den zweiten Programmpunkt des Abends bildet ein weiterer Erstling: 1899 vollendete Jean Sibelius seine erste Sinfonie, ein Werk das quer zum damaligen Zeitgeist stand und doch den internationalen Durchbruch des Komponisten bedeuten sollte.

Zur Vorbereitung auf den Konzertabend, aber auch, um allgemein mehr über musikgeschichtliche Zusammenhänge zu erfahren, können Interessierte am Konzerttag nachmittags das Seminar „Kienzles Klassik“ besuchen. Die Musikwissenschaftlerin Dr. Ulrike Kienzle vermittelt im Clara Schumann Foyer auf Ebene 2 von 16.00 bis 17.45 Uhr Wissenswertes zum Konzertprogramm, insbesondere zur Tonsprache des finnischen Komponisten Jean Sibelius. „Sibelius und die Eruptionen des Ausdrucks“ lautet der Titel der Veranstaltung, für die separate Tickets erworben werden müssen.

An das Konzert mit dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia knüpft sich ein weiteres Angebot: Kulturinteressierte können dem abendlichen Konzertbesuch den Besuch des Historischen Museums am Nachmittag voranstellen. Dort lädt das Museum von 15.00 bis 16.30 Uhr zu einem kurzen musikalischen Programm und einer Führung durch das Haus. Bei einigen bedeutenden Instrumenten des Museums wird Station gemacht, etwa dem Baldur-Flügel von 1927 (auf dem Werke von Clara Schumann gespielt werden) und der Jazz-Trompete Carlo Bohländers. Aber auch die Geschichte der 1944 zerstörten Alten Oper ist Thema bei diesem Streifzug durchs Haus.

„Musik Plus“ nennt sich dieses Kulturpaket aus Konzert- und Museumsbesuch, das im Kombiticket erhältlich ist. (Ein separater Besuch des Sonderprogramms im Historischen Museum ist nicht möglich.)

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der Alten Oper Frankfurt

Konzertpaten: BNP Paribas Deutschland, DZ BANK AG und Mainova AG

Abonnement Orchester Premium, Jugendabo, Musik Plus

Abendkonzert: € 36,- / 57,- / 89,- / 115,- / 129,- / 149,- (Endpreise)

Kombiticket für Konzert- und Museumsbesuch: € 41,- / 62,- / 94,- / 120,- / 134,- / 154,- (Endpreise)

Kienzles Klassik: € 12,- (Endpreis)

Tickethotline: (069)1340400 ▪ www.alteoper.de

Aktuelle Informationen über pandemiebedingte Besonderheiten des Konzertbetriebs finden sich auf der Homepage der Alten Oper: www.alteoper.de/corona.