Archiv-Kultur

Museumsinteressierte Kinder und Jugendliche

Freier Eintritt zeigt in Frankfurt Erfolge

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann kann sich an die Brust klopfen: seine und die der Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig entwickelte Idee, seit ersten Januar dieses Jahres mehr Kinder und Jugendliche bei freiem Eintritt in die städtische Museen zu locken, hat in einer ersten Zwischenbilanz zu einem unerwartetem Erfolg geführt. Im ersten Quartal verzeichneten die 16 städtischen Häuser einen Anstieg der Besuche bei den unter 18jährigen von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In absoluten Zahlen ausgedrückt: besuchten von Januar bis März 2016 rund 11700 junge Menschen die Museen, so waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres rund 14500 Kinder und Jugendliche.

„Das sind Zahlen, die mir Freude bereiten. Sie zeigen, dass Kultur eine öffentliche Aufgabe ist und ein wirksames Mittel gegen soziale Ausgrenzung darstellt“, betonte der OB stolz, auf dessen Initiative in den Koalitionsverhandlungen diese Aktion von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde.

Der weitere Blick auf die Besucherzahlen zeigt auch, dass insbesondere die Einzelbesuche – also Kinder, die entweder allein oder in Begleitung von Erwachsenen ein Museum besucht haben – deutlich gestiegen ist. Wurden im ersten Quartal 2016 noch rund 4280 Kinder und Jugendliche erfasst, weisen die Vergleichszahlen für das Quartal 2017 eine Steigerung von 74 Prozent auf, absolut ein Zuwachs von rund 3200 Gästen unter 18 Jahren. Damit verzeichnen die städtischen Häuser im ersten Quartal dieses Jahres  rund 7500 Einzelbesuche. Und das sind die Museen, die am besten abschnitten: das Ikonen-Museum (plus 371 %), das Museum Judengasse (plus 127 %), das Museum Angewandte Kunst (plus 80 %) und das Archäologische Museum (plus 68 %).

Diese Zahlen lassen die städtischen Vertreter nicht ruhen. Damit noch mehr Menschen in den Genuss dieses Angebots kommen, startet von nun an eine großangelegte Informationskampagne unter dem Slogan „MUSEUMSREIF!“. Plakate, Anzeigen und Postkarten sollen Groß und Klein gleichermaßen in ihrem Alltag, beispielsweise an Bushaltestellen, Arztpraxen, im Schwimmbad oder in Jugendzentren, auf die Aktion aufmerksam machen. „Wir wollen damit auch diejenigen einladen, die nicht zum typischen Kulturpublikum gehören und vielleicht selten oder noch nie ein Museum besucht haben“, erklärte  Kulturdezernentin Dr. Hartwig.

Der Leiter des Archäologischen Museums Prof. Dr. Egon Warmers erinnerte daran, dass es schon 1979 einmal freien Eintritt gab, aber unter dem „Diktat der klammen Finanzen“ wieder aufgehoben wurde. Er nannte die neue Regelung eine „begrüßenswerte Entscheidung“. Sie könne später auch einmal zu einem dauerhaften Besuch als Erwachsener führen.

Unter die 16 städtischen Ausstellungsorte fallen das Archäologische Museum, Caricatura Museum, Deutsches Architekturmuseum, Hindemith Kabinett, Historisches Museum, Ikonen-Museum, Institut für Stadtgeschichte, Jüdisches Museum, Kinder Museum, Museum für Moderne Kunst, Museum Angewandte Kunst, Museum Judengasse, Porzellan Museum und das Weltkulturen Museum.

Weitere Informationen: www. freier-eintritt.museumsufer.de