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Letzte Aktualisierung: 16.04.2024

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Muntermacher Koffein

Wechselwirkungen mit Medikamenten

von Ilse Romahn

(03.04.2024) Ob morgens nach dem Aufstehen, während der Arbeit oder beim Treffen mit Bekannten: In vielen alltäglichen Situationen wird die anregende Wirkung einer Tasse Kaffee geschätzt. Ebenfalls belebend wirken schwarzer oder grüner Tee, Cola und Energiedrinks. Der gemeinsame stimulierende Wirkstoff dieser Getränke ist das Koffein.

Wer Medikamente einnimmt, sollte sich jedoch bewusst machen, dass Koffein die Wirkung bestimmter Arzneimittel verstärken oder abschwächen kann, warnt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Umgekehrt können manche Medikamente die aufputschende Wirkung von Koffein verstärken.

Medikamente, deren Wirkung durch Koffein abgeschwächt wird
Einige Medikamente, insbesondere beruhigende Arzneimittel wie Diazepam und H1-Antihistaminika, können durch Koffein in ihrer Wirkung abgeschwächt werden. Dies bedeutet, dass Patienten, solange sie diese Medikamente einnehmen, auf koffeinhaltige Getränke verzichten sollten.

Antibiotika verstärken die Wirkung von Koffein
Bestimmte Antibiotika, die sogenannten Gyrasehemmer, beeinträchtigen den Abbau von Koffein im Körper. Dadurch bleibt die Konzentration des Koffeins im Organismus länger erhöht. Dies kann unangenehme Folgen wie Herzrasen und Schlafstörungen haben. Auch kann sich der Blutdruck erhöhen und der Körper vermehrt schwitzen.

Nebenwirkungen durch Koffein
Koffein beeinflusst unter anderem auch den Abbau von Theophyllin, einem Wirkstoff, der häufig zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD eingesetzt wird. Dadurch bleibt das Theophyllin länger im Körper. Werden die Kapseln weiterhin im gewohnten Rhythmus eingenommen, kann der verlangsamte Abbau zu einer erhöhten Konzentration des Wirkstoffs führen. Dies kann unerwünschte Nebenwirkungen wie Nervosität, Schlaflosigkeit und Herzrhythmusstörungen mit sich bringen.

Koffeinfreie Getränke
Wer gerne koffeinhaltige Getränke trinkt und Medikamente verschrieben bekommt, sollte sich in der Apotheke vor Ort erkundigen, ob Wechselwirkungen zu erwarten sind. Ist dies der Fall, sollten Patienten für die Dauer der Arzneimitteltherapie auf koffeinfreie Getränke ausweichen. Empfehlenswert sind Wasser und Früchtetee. Wer auf das Geschmackserlebnis von Kaffee oder Cola nicht verzichten möchte, kann auf die entkoffeinierten Produktvarianten zurückgreifen.