Mozart zog die Besucher bei einer lauen Sommernacht in seinen Bann
Eines der wohl beliebtesten Konzertformate beim RMF ist die Mozart-Nacht im Kloster Eberbach mit seiner einzigartigen Atmosphäre
Auf dem Kalender des Rheingau Musik Festival (RMF) darf auch bei der 38. Auflage des „Sommers voller Musik“ des großen Meisters Wolfgang Amadeus Mozart in keiner Weise fehlen. Seit den frühen Tagen des RMF lockt die „Mozart-Nacht“ das Konzertpublikum von nah und fern, so auch zu den beiden Abenden am letzten Wochenende. Das Konzept ist so einfach wie bewährt: Serenaden, Solokonzerte oder Sinfonien im Kreuzgang umrahmen Kammermusiken in unterschiedlichen Räumlichkeiten der Klosteranlage, wobei sich das Publikum im zweiten Teil der Veranstaltung selbst aussuchen kann, wo es hin schlendern und lauschen möchte. Hier ergänzen sich Ort und Klang zu einem Konzerterlebnis der besonderen Art, was wieder großen Anklang vor ausverkauftem Haus fand.
Mozart liebte Turbulenzen und amouröse Abenteuer, die in seiner Musik unübersehbar auf den Zuhörer wirken, so auch im ersten Teil des Abends im Kreuzgang des Klosters, in der Ouvertüre zur „Oper nozze di Figaro“ KV 492 hier brachte das Orchester „Festival Springs Lucerne“ unter seiner Leitung von Daniel Dodds von Anbeginn das Publikum in seinen Bann. Und hier zeichnete sich aus, dass Daniel Dodds nicht der „Kapellmeister ist, sondern als erster Konzertmeister selbst mit der Violine Teil des Ensembles ist. Mit „Blue Rose“ für Streichorchester gab es sogar eine Deutsche Erstaufführung. In andere Sphären tauchte man anschließend beim Rondo – Allegro aus der Serenade Nr. 7, der Hafer-Serenade Mozarts KV 250 und beim Concerto für zwei Violinen und Orchester C-Dur KV 190, hier wurde Daniel Dodds von Guide Sant´Anna begleitet.
Im zweiten Teil des Abends, der unter Kammermusik rangierte, konnten sich die Besucher aussuchen, ob sie in der Basilika den Tönen des Holzbläserquintetts aus dem Vorarlberg, welches bereits in der vergangenen Saison beim RMF auftrat, wollte oder im Laiendormitorium dem Affinity Quartett mit dem Violinisten Brett Dean lauschen wollten. Es gab aber auch noch eine dritte Möglichkeit im Hospitalkeller im Dämmerlicht und bei Kerzenschein der Sopranistin Leonor Amaral und dem Gitarristen Takeo Sato zu bekannten Mozart-Liedern unter anderem „Das Veilchen“, „Abendempfindung“, „Der Zauberer“ - zu zuhören.
Das Finale des Abends fand dann wieder im Kreuzgang statt mit dem Adagion E-Dur für Violine und Orchester KV 262, hier brillierte als erster Violinist Guido Sant´Anna, der im vergangenen Jahr mit dem Lotto-Förderpreis des Rheingau Musik Festival ausgezeichnet wurde. Guido Sant´Anna studiert derzeit an der Kronberg Academy.
Zum Abschluss spielte das Orchester „Festival Strings Lucerne“ mit Daniel Dodds, Violine, Mozarts Sinfonie D-Dur KV 385 aus der Hafer-Serenade. Ein mit viel Beifall an die Ausführenden ging ein herrlicher Sommerabend zu Ende. Auf die nächste Mozart-Nacht im kommenden Jahr darf man jetzt schon gespannt sein.
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