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Letzte Aktualisierung: 05.08.2020

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Moderne Schulen in denkmalgeschützten Gebäuden

Stadtrat Schneider präsentiert Sanierungs- und Erweiterungsprojekte

von Ilse Romahn

(28.07.2020) Die Stadt Frankfurt am Main investiert kräftig in die Sanierung und Erweiterung ihrer Schulen. Bei mehreren Projekten werden derzeit letzte Arbeiten ausgeführt, damit dort pünktlich zu Beginn des neuen Schuljahres der Unterricht beginnen kann.

Projektleiter Joachim Stahl, Stadtrat Jan Schneider, Sigrid Eichler, ABI, Matthias Iwanowitsch, Architekt
Foto: Stadt Frankfurt
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Weitere Fertigstellungen schließen sich bis zu den Herbstferien an. Bei einer Besichtigungstour präsentierte Baudezernent Jan Schneider zusammen mit dem Amt für Bau und Immobilien (ABI) am Montag, 27. Juli, drei Projekte, die wegen der denkmalgeschützten Bausubstanz besondere Beachtung verdienen: die Franckeschule in Bockenheim sowie die Merianschule und die Klingerschule im Nordend. „Ich freue mich, dass es gelungen ist, auch unter Corona-Bedingungen zügig an den Schulen weiterzuarbeiten“, sagte Schneider. „Das Amt für Bau und Immobilien ist mit großem Engagement dabei, nicht nur zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, sondern auch die bestehenden Gebäude zu sanieren. Die drei Schulen sind gute Beispiele dafür, wie alte, schützenswerte Bausubstanz gut mit den Anforderungen an einen zeitgemäßen Unterricht in Einklang gebracht werden kann.“

Zum Beispiel an der Franckeschule in Bockenheim: In dem unter Denkmalschutz stehenden Altbau der vierzügigen Grundschule in der Falkstraße war nicht genügend Platz, um einen Ganztagsbetrieb zu ermöglichen. Deshalb wurde ein zweigeschossiger Anbau errichtet, in dem ein Mehrzweckraum, drei Klassenräume, der Geräteraum der angrenzenden Turnhalle sowie die WC-Anlagen für die gesamte Schule untergebracht sind. Gleichzeitig wurden im Altbau vor allem Mängel bei der Haustechnik und beim Brandschutz beseitigt. Da die Schule während der Bauarbeiten ohnehin in eine Modulanlage an der Ginnheimer Straße ausgelagert war, nutzte das Amt für Bau und Immobilien die Gelegenheit, um zum Beispiel im Bestand auch die Böden auszutauschen oder Malerarbeiten auszuführen. „Hier zeigt sich der neue Ansatz des ABI“, sagte Schneider. „Früher wären die einzelnen kleinen Maßnahmen im Abstand von einigen Jahren gemacht worden. Heute bündeln wir solche Arbeiten in einem großen Paket.“ Nach den Ferien kann der Unterricht in den neuen sowie sanierten Räumen beginnen. Insgesamt investiert die Stadt rund 10,5 Millionen Euro in das Projekt.

Auch die Merianschule im Nordend wurde nicht nur saniert und brandschutztechnisch ertüchtigt, sondern ist künftig für den inklusiven Ganztagsbetrieb gerüstet. Durch Umbaumaßnahmen erhält die Grundschule außerdem zusätzliche Kapazitäten und kann fünf statt bisher vier Parallelklassen pro Jahrgang einrichten. Unter anderem entstehen ein neuer Haupteingang als „Ort der Begegnung“ sowie eine zweigeschossige Mensa auf dem Schulhof. Der Speisesaal mit 166 Plätzen erhält eine rundum verlaufende Glasfassade, die einen Blick ins Grüne ermöglicht. „Leider hatten wir bei diesem Projekt Pech mit der Fassadenbaufirma, die Insolvenz anmelden musste“, sagte Schneider. „Ich bin aber froh, dass es dem Amt für Bau und Immobilien unter erschwerten Bedingungen gelungen ist, schnell dafür zu sorgen, dass die Baustelle zügig fortgeführt werden kann.“ In den Herbstferien kann die Schule von ihrem Übergangsquartier in einer Modulanlage am Günthersburgpark zurück in ihr angestammtes Gebäude ziehen. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro.

Ein ganz besonderes Vorhaben wurde an der Klingerschule im Nordend verwirklicht. Die Berufsschule, die Jugendliche und junge Erwachsene in den Berufsfeldern Wirtschaft, Verwaltung, Gesundheit und Soziales qualifiziert, ist in einem denkmalgeschützten Gebäude von 1879 untergebracht. Dieses wurde im Zweiten Weltkrieg zum Teil zerstört und in den 50er Jahren wieder aufgebaut. Im Zuge der Sanierung wurde jetzt das Notdach aus dieser Zeit abgebrochen und durch einen Dachaufbau ersetzt, in dem sich eine moderne offene Lernlandschaft befindet. „Die Nutzung des Dachgeschosses ist eine sehr gute Lösung gerade in Zeiten, in denen die Schulen zwar mehr Platz brauchen, wir aber nur wenig Flächen für Erweiterungen haben“, sagte Schneider. Gleichzeitig wurde der Altbau in mehreren Abschnitten umfassend saniert, brandschutztechnisch ertüchtigt und barrierefrei erschlossen. Die Schule war während der Bauzeit zum Teil in Modulanlagen auf dem Schulgrundstück ausgelagert. Das neue Schuljahr wird im frisch sanierten Altbau starten. Insgesamt investiert die Stadt Frankfurt am Main rund 21,1 Millionen Euro in das Projekt.

Zum Schuljahresbeginn geht darüber hinaus der Neubau der Henri-Dunant-Schule in Sossenheim, der etwa 22,3 Millionen Euro kostete, in Betrieb. Fertiggestellt werden zudem Erweiterungen durch Modulanlagen an der Liebfrauenschule, an der Friedrich-Fröbel-Schule, an der Martin-Buber-Schule und an der Grundschule im Europaviertel. „Wir müssen jedes Jahr im Schnitt Platz für 2000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler schaffen“, betonte Schneider. „Schon im vergangenen Jahr wurden rund 160 Millionen Euro im Bereich Bildung investiert, in diesem Jahr sind es laut Haushaltsplan noch einmal 15 Millionen Euro mehr. Dieses Volumen stellt das Amt für Bau und Immobilien vor gewaltige Herausforderungen. Um die Infrastruktur für die wachsende Stadt in der nötigen Geschwindigkeit schaffen zu können, brauchen wir auch neue Modelle wie zum Beispiel die Zusammenarbeit mit privaten Partnern.“ (ffm)