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Mobilität nimmt weiter zu – Immer mehr Arbeitnehmer pendeln nach Hessen

In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Arbeitnehmer, die nicht in Hessen wohnen, aber im Bundesland arbeiten, um fast 53.300 gestiegen. Eine Entwicklung, die sich mit der weiter fortschreitenden Konzentration von Unternehmen in den Metropolregionen und dem dort knappen und teuren Wohnraum weiter fortschreiben wird.

Besonders das Rhein-Main-Gebiet wird durch die stetig steigende Zahl der Ein- und Auspendler mit einem hohen Verkehrsaufkommen auf den Straßen und einem an seinen Kapazitätsgrenzen angelangten Öffentlichen Personennahverkehr konfrontiert.

Mobilität ist nicht immer freiwillig, wie Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, feststellt: „Viele Arbeitnehmer können sich das Leben in der Großstadt nicht mehr leisten. Ein langer Anfahrtsweg zur Arbeit erschwert zusätzlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch für Auszubildende ist es oft unmöglich, mit einem Ausbildungsgehalt vom Land in die Stadt zu wechseln. Bereits jetzt können in den Ballungsräumen viele Lehrstellen nicht besetzt werden.“

Binnen eines Jahres (Stand 30.06.2018) erhöhte sich die Zahl der Einpendler aus anderen Bundesländern, die in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis stehen, von knapp 364.300 Menschen um weitere 4,0 Prozent auf rund 379.900. 15 Prozent der insgesamt 2.584.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort in Hessen kamen so aus einem anderen Bundesland.

Die Zahl der Auspendler stieg ebenfalls an: 255.450 Menschen verließen ihren hessischen Wohnort, um außerhalb der Landesgrenze zu arbeiten, 3,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Wohnsitz in Hessen pendelten beruflich mehrheitlich in die benachbarten Bundesländer Baden-Württemberg (59.123), Rheinland-Pfalz (53.890), Nordrhein-Westfalen (47.940) und Bayern (45.790).

Einpendler, die ihre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Hessen ausüben, kamen überwiegend aus Rheinland-Pfalz (106.334), Bayern (64.994) und Nordrhein-Westfalen (64.702). An vierter Stelle stehen die Einpendler aus Baden-Württemberg (52.139). Wie bereits im letzten Jahr pendeln mehr Hessen nach Baden-Württemberg als umgekehrt. Bei allen anderen Bundesländern weist Hessen hingegen einen Einpendlerüberschuss auf.

Die meisten Einpendler üben Berufe in der Unternehmensführung und -organisation aus: 62.400. Auf Platz 2 folgen Berufspendler im Bereich Verkehr und Logistik: 30.750, auf Platz 3 kommen die Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufe: 28.000. Etwa 24.000 Einpendler haben einen Job im Finanzdienstleistungssektor, 21.400 üben einen Informatikberuf aus, 20.300 haben Maschinen- oder Fahrzeugtechnikberufe. Fast die Hälfte (49 Prozent) aller Einpendler gehören diesen Berufsgruppen an.

(Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Hessen)