Mitten in Frankfurt, mitten im Leben - Homer und Goethe, Vielfalt und Weitblick
Mitten in Frankfurt – genauer: auf dem Eisernen Steg – steht ein Kunstwerk, welches auf Frankfurts wahre Identität verweist: Toleranz und Vielfalt, Offenheit und Weitblick!
Seit 1999 (Goethes 250. Geburtstag) befindet sich dort nämlich eine Inschrift aus Homers Odyssee (1.183), die von dem Künstler Hagen Bonifer gestaltet wurde. Der Text lautet auf Altgriechisch „ΠΛΕΩΝ ΕΠΙ ΟΙΝΟΠΑ ΠΟΝΤΟΝ ΕΠ ΑΛΛΟΘΡΟΟΥΣ ΑΝΘΡΩΠΟΥΣ“ und bedeutet übersetzt: „Auf weinfarbenem Meer segelnd zu anderssprachigen Menschen“.
Das Zitat und die weinroten Buchstaben sollen die Weltoffenheit und das Zusammenkommen von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Sprachen in der Mainstadt zum Ausdruck bringen – vielleicht in Anlehnung an ein bekanntes Zitat des Dichters und Denkers Goethe: In einer Stadt wie Frankfurt befindet man sich in einer wunderlichen Lage, immer sich kreuzende Fremde deuten nach allen Weltgegenden hin und erwecken Reiselust.
Im Übrigen: Als Träger des Zitats aus der Odyssee schlägt der Eiserne Steg, sozusagen, eine Brücke auch nach Hollywood, zumal Homers Epos vom Regisseur Christopher Nolan zurzeit als Kinostart in aller Munde ist.
Die Odyssee ist in ihren kleinsten Teilen beinah retardierend,
dafür wird aber auch vielleicht fünfzigmal versichert und beteuert,
dass die Sache einen glücklichen Ausgang haben werde.
Goethe, Brief an Schiller (1797)