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Mit Tatkraft und Weitblick für den Opel-Zoo

Dr. Thomas Kauffels seit 25 Jahren Direktor im Kronberger Freigehege

Seit 25 Jahren ist der Biologe Dr. Thomas Kauffels Direktor des Opel-Zoo. Seither hat er mit unermüdlichem Engagement die Weiterentwicklung des Kronberger Freigeheges wegweisend geprägt und maßgeblich dazu beigetragen, dass der Opel-Zoo heute ein moderner, weit über die Grenzen der Region bekannter Zoo und eine der beliebtesten Freizeit- und Kultureinrichtungen Hessens ist, der in nationalen wie internationalen Zooverbänden ebenso wie in der Forschung eine anerkannte Größe darstellt.
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Dr. Thomas Kauffels, Zoodirektor im Opel-Zoo seit 25 Jahren
Foto: Archiv Opel.Zoo

Als der gebürtige Neusser Dr. Thomas Kauffels am 1. Juli 1998 aus dem Rheinland in den Taunus kam, gab es viel zu tun: Für die Entwicklung des privat geführten Freigeheges hatten die Zooverant­wortlichen ehrgeizige Ziele gesteckt; in dem gelernten Tierpfleger und promovierten Zoologen sahen sie den Richtigen für deren Umsetzung. Seine Tierpflegerausbildung absolvierte Thomas Kauffels im Zoo Krefeld, es folgten weitere Stationen in den Zoos San Diego (CA), Hannover und Köln.

Anfang Februar 1999 stellte der neue Direktor die „Zoovision“ des Freigeheges vor, die nicht weniger als eine Neu­gestaltung weiter Teile des 27 ha großen Zoogeländes vorsah und mit Blick auf nachfolgende Generationen auch langfristig die Sicherung des Zoobetriebs erreichen sollte. Bereits kurz darauf wurde die Zooschule im Opel-Zoo eröffnet, anschließend gab es kaum ein Jahr, in dem nicht weitere Investitionen in neue Anlagen folgten. Unter den tiergärtnerischen Meilensteinen sind dabei die Anlage Afrika Savanne mit der Gemeinschaftshaltung von Giraffen, Zebras, Gnus und Impalas (Eröffnung 2006) nebst Neubau von Zooverwaltung und Restaurant „Lodge“, die große Freiflugvoliere am Hardtweiher (2008) oder die Elefantenanlage, die bei ihrer Einweihung 2013 eine der modernsten Europas war (ebenfalls mit neuer Restauration). Es folgten 2016 die Anlage für Brillenpinguine und 2021 die Madagaskar-Voliere, in der die Kattas und Roten Varis die Besucher begeistern.

„Mit viel Sachverstand und Weitblick hat Dr. Kauffels es bei der Umsetzung all dieser Vorhaben verstanden, die zu seiner Zeit wegweisenden tiergärtnerischen Ideen des Zoogründers mit zeitgemäßen Anforderungen zusammenzuführen“, so Gregor von Opel, Vorstandsvorsitzender der den Zoo tragenden ‚von Opel Hessische Zoostiftung‘, und er ergänzt: „Unter seiner Leitung konnte das Potential des Kronberger Freigeheges entfaltet und ein Angebot geschaffen werden, das heute allen Ansprüchen an einen modernen Zoologischen Garten genügt - für dieses herausragende Engagement danken wir ihm sehr herzlich!“

Die „Zoovision“ habe Dr. Kauffels zu seiner eigenen gemacht und sie keinen Tag aus den Augen verloren, auch wenn die Rahmenbedingungen mitunter herausfordernd gewesen seien, fügt der Vorstandsvorsitzende noch hinzu. Ein wichtiger Schritt für die langfristige Perspektive des Opel-Zoo war die Übergabe der Trägerschaft vom Verein ‚Georg von Opel Freigehege für Tierforschung e.V.‘ an die neu gegründete ‚von Opel Hessische Zoostiftung‘ im Jahr 2007, die Dr. Kauffels unterstützte und aktiv begleitete.

15 Jahre später setzte die Stadt Kronberg den Beschluss der Stadtverantwortlichen um, den durch den Zoo verlaufenden Teils des Öffentlichen Weges zu schließen, was ebenfalls für die Zukunftssicherung des Freigeheges von großer Bedeutung ist.

Im Mittelpunkt stehen für den Zoologen Kauffels dabei immer die Tiere. Über 1600 Individuen aus 200 Arten leben aktuell im Opel-Zoo, darunter eine zunehmende Zahl gefährdeter Arten, denen bei Veränderungen im Tierbestand der Vorzug gegeben wird. Sie in ihren Bedürfnissen gemäßen Anlagen zu zeigen, die Besucher für die bedrohte Vielfalt der Arten zu begeistern und für die Erhaltung der Biodiversität zu sensibilisieren, Natur­zusammenhänge besser zu verstehen und Arten zu erhalten – diese Ziele sind es, die ihn tagtäglich antreiben.

Mit Erfolg: Mit zuletzt über 600.000 Jahresbesuchern wird der Opel-Zoo von Besuchern aller Altersgruppen, Nationalitäten und Kulturkreise gleichermaßen als Ausflugs- und Erholungsort geschätzt, die mehrfach ausgezeichnete Zoopädagogik im Opel-Zoo macht den Opel-Zoo mit über 20.000 zoopädagogisch betreuten Besuchern im Jahr zu einem der bestbesuchten außerschulischen Lernorte Hessens und regelmäßig werden im Opel-Zoo geborene Nachzuchten gefährdeter Arten in Wiederansiedelungsprojekte abgegeben.

Auch verhaltensbiologische Forschungsarbeiten werden seit vielen Jahren im Opel-Zoo, dessen eigentlicher Name „Georg von Opel Freigehege für Tierforschung“ lautet, durchgeführt. Zur Weitergabe dieses Wissen an die nächste Generation empfahl Dr. Kauffels dem Vorstand der ‚von Opel Hessische Zoostiftung‘ die Einrichtung und Dotierung einer Stiftungsprofessur Zootierbiologie an der Goethe-Universität Frankfurt, in der seit 2014 Forschungsarbeiten mit fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Forschungsschwerpunkten integriert sind. Sie mündeten bereits in zahlreichen Veröffentlichungen und Abschlussarbeiten.

Das Bauvorhaben „Panzernashörner“ im Opel-Zoo hatte Dr. Kauffels Anfang 2019 bereits der Öffentlichkeit vorgestellt und die Planungsarbeiten für das Großprojekt liefen schon, als der Ausbruch der Corona-Pandemie in den folgenden Jahren noch einmal die „rheinische Zuversicht“ und Flexibilität des Zoodirektors forderte. Unermüdlich war er an jedem einzelnen Tag im Zoo, um nach Mitarbeitern und Tieren zu schauen, den Zoobetrieb unter den außergewöhnlichen Bedingungen sicherzustellen und durch die auch wirtschaftlich wechselvollen Zeiten zu steuern. Nun sollen die Anlagen für die Panzernashörner und sechs weiteren asiatischen Arten bald in erreichbare Nähe rücken. Dr. Kauffels jedenfalls hat diesen weiteren großen Baustein der „Zoovision“ und deren Verwirklichung fest im Blick.

Über seine Aufgaben im Opel-Zoo hinaus übernimmt Dr. Kauffels in nationalen wie internationalen Verbänden Verantwortung als Zoologe: So war er von 2007 - 2019 Mitglied im Vorstand des Verbandes der Zoologischen Gärten e.V. (VdZ, früher: Verband Deutscher Zoodirektoren), war von 2010 - 2012 dessen Präsident und beriet als kompetenter Ansprechpartner in allen zoo- und wildtier­relevanten Fragen Entscheidungsträger aus Politik, Administration und weiteren gesellschaftlichen Gruppen. Auch in einer Expertenkommission des Bundesumweltministeriums zur Überarbeitung der Mindestanforderungen für die Haltung wildlebender Säugetiere arbeitete er mit. Von 2016 - 2022 war er außerdem Vorsitzender der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA), dem größten Zooverband der Welt mit ca. 430 Mitgliedern in Europa und im Nahen Osten. Auch auf dieser Ebene war er Ansprechpartner und Berater für Gremien, die sich mit dem Natur-, Tier- und Artenschutz befassen. Im Weltzooverband (WAZA, World Association of Zoos and Aquariums) bringt er sich darüber hinaus als Vorsitzender des Finance committees und Mitglied des Executive committtes ein.

Für dieses umfangreiche ehrenamtliche Engagement im In- und Ausland wurde Dr. Thomas Kauffels vom Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier im Oktober 2022 das Bundes­verdienstkreuz am Bande verliehen. 

Seine Begeisterung für die Tiere hat indes auch nach so vielen Jahren nicht nachgelassen: mit unvermindertem Engagement setzt sich Dr. Thomas Kauffels für die Tiere im Freigehege ebenso ein wie für die Erhaltung der Arten in deren Herkunftsgebieten. Und wenn es Nachwuchs bei den Roten Pandas gibt, kann man auch schon mal ein glückliches Lächeln über das Gesicht des Direktors huschen sehen.