Mit Maracas, Cajón und Regenrohr werden Rhythmen zu einer Dschungelgeschichte
„Musik Mara“ öffnet den imaginären Koffer und blickt in erwartungsvolle Kinderaugen. „Los geht es auf unsere Reise in den Dschungel“, sagt Mara Detering mit einem Lächeln. Augenblicklich beginnt eine Klangreise voller Fantasie. Es wird geschnipst, geklatscht, gestampft und getrommelt. Mal klingt es wie ein tropischer Regenschauer, mal wie das Quaken eines Frosches oder das Rascheln dichter Blätter.
Foto: Gemeinde Kriftel
Die Musikschule Kriftel ist auch in diesem Jahr wieder Teil der beliebten Krifteler Ferienspiele und zeigt den Mädchen und Jungen, wie spannend Musik sein kann; nicht mit trockener Theorie, sondern mit ganz viel Bewegung, Kreativität und gemeinschaftlichem Musizieren.
Die Musikschule kümmert sich um die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen. Neben dem Unterricht an zahlreichen Instrumenten gehört auch die musikalische Früherziehung zum festen Angebot. Dort werden Kinder spielerisch durch Singen, Bewegung, Tanz und das Kennenlernen verschiedener Instrumente an die Welt der Musik herangeführt. Genau diese Idee bringt die Mara Detering, Leiterin der musikalischen Früherziehung, auch in diesem Jahr wieder zu den Ferienspielen mit.
„Welches Instrument passt zu welchem Geräusch“, fragt sie in die Runde. Sofort schnellen die Hände nach oben. Gemeinsam überlegen die Kinder, wie sich Regen, Tiere oder Wind musikalisch darstellen lassen. Schnell wird ausprobiert, gelacht und experimentiert. Musik entsteht dabei nicht nur mit Instrumenten. Auch der eigene Körper wird zum Klangkörper. Klatschen, Schnipsen, Stampfen oder das Reiben der Hände ergeben Rhythmen, die sich zu einer kleinen Dschungelgeschichte verbinden.
Vor den Kindern liegt ein ganzes Arsenal unterschiedlichster Klanginstrumente. Besonders beliebt ist der kleine Regenwaldfrosch aus Holz. „Über seinen geriffelten Rücken streicht man mit einem Holzstab“, erläutert Mara. Tatsächlich entsteht ein erstaunlich echtes Quaken. Für die Kinder gehört der Frosch schnell zu den Stars des Vormittags. Ebenso fasziniert das Regenrohr. Im Inneren der langen Röhre rieseln kleine Steinchen langsam an feinen Stiften vorbei und erzeugen das sanfte Rauschen eines tropischen Regenschauers.
Auch die Maracas kommen zum Einsatz. Die mit kleinen Kugeln oder Samen gefüllten Rasseln sorgen mit ihrem rhythmischen Klang sofort für Bewegung. Das Xylophon begeistert mit seinen hellen, klaren Tönen, während die Cajón, also die hölzerne Kistentrommel, auf der man sitzt und gleichzeitig trommelt, den Rhythmus vorgibt. Jedes Instrument erzählt seine eigene kleine Klanggeschichte und darf von den Kindern ausprobiert werden.
Ophelia (7) kennt sich bereits aus. Sie lernt Gitarre und Flöte und probiert neugierig Instrumente aus. Lina (7) erzählt stolz, dass ihr Papa in einer Band Schlagzeug spielt und ihr schon erste Rhythmen beigebracht hat. Finja (7) greift begeistert immer wieder zu neuen Instrumenten und staunt darüber, wie unterschiedlich sie klingen. Für die Kinder ist es die erste Begegnung mit so vielen Klanginstrumenten auf einmal.
Alle nehmen im Kreis Platz. Jetzt wird gemeinsam musiziert. Ein Kind übernimmt die Rolle des Dirigenten. Mit einfachen Handzeichen entscheidet es, welche Instrumente einsetzen, lauter oder leiser werden und wann wieder Ruhe einkehrt. So entsteht nach und nach eine eigene kleine Komposition. Ganz nebenbei lernen die Mädchen und Jungen, aufeinander zu hören. „Jeder Ton ist wichtig, jedes Kind trägt seinen Teil zum Ganzen bei“, sagt die Musikpädagogin.
Immer wieder führt Mara Detering die Gruppe zurück zur Dschungelgeschichte. Da ruft ein Frosch, dort rauscht der Regen durch die Baumkronen. Zwischen all den Geräuschen entstehen kleine musikalische Bilder im Kopf der Kinder. Aus Fantasie wird Klang und aus vielen einzelnen Geräuschen entsteht ein gemeinsames Musikerlebnis.
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