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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Mit fairen Produkten in den Tag starten

von Ilse Romahn

(20.05.2022) Frühstücken mit Produkten aus fairem Handel: Das ist am Dienstag, 24. Mai, auf dem Campus der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) möglich. Mit der Aktion „Fair in den Tag“ setzt die Fairtrade-Stadt Frankfurt am Main ein Zeichen für Solidarität, Frieden und Klimagerechtigkeit.

Neben der Ausgabe eines kostenlosen und fair gehandelten Frühstücks an alle Angehörigen der Frankfurt UAS gibt es von 10 bis 15.30 Uhr auf dem Campus der Hochschule im Nordend eine Ausstellung, Infotische und eine Talkrunde zum Fairen Handel. Organisiert wird die Aktion von der Stabsstelle Nachhaltigkeit an der Frankfurt UAS und der Koordinierungsstelle Fairtrade der Stadt Frankfurt.

„Frühstücksprodukte wie Kaffee oder Bananen kommen aus Ländern, in denen häufig niedrige Preise und schlechte Arbeitsbedingungen den Anbau prägen“, sagt Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff, in dessen Dezernat die Koordinierungsstelle Fairtrade angesiedelt ist. „Mit der Aktion zeigen wir, dass Solidarität und Fairness im Alltag beginnen und wir mit unserem Konsum einen Beitrag zu besseren Bedingungen in den Anbauländern leisten können. Als Fairtrade-Stadt haben wir es uns zum Ziel gesetzt, den gerechten Handel noch stärker ins Bewusstsein zu rücken. Damit sind wir Teil einer großen Familie: Fairtrade Deutschland setzt sich bereits seit 1992 für den fairen Handel ein. Zum 30-jährigen Bestehen gratulieren wir dieser für die Umsetzung der globalen Entwicklungsziele unverzichtbaren Organisation sehr herzlich.“

„Die Frankfurt UAS möchte im Bereich Nachhaltigkeit Know-how entwickeln, Haltung prägen und Botschafterin werden. Vor allem möchte sie inspirieren. Mit dem Angebot eines Fairtrade-Frühstücks und den begleitenden Aktionen möchten wir unsere Hochschulangehörigen für das Thema und seine positiven Auswirkungen sensibilisieren und Raum zur Diskussion schaffen“, erklärt Susanne Rägle, Vizepräsidentin für Forschung, Weiterbildung, Transfer der Frankfurt UAS und verantwortlich an der Hochschule für das Thema Nachhaltigkeit. Sie fügt hinzu: „Wir sind stolz darauf, dass wir uns als eine der ersten hessischen Hochschulen eine Nachhaltigkeitsstrategie gegeben haben und uns zudem der Titel Fairtrade University verliehen wurde. Gerne nehmen wir die Verpflichtung wahr, Fairtrade-Produkte anzubieten und Aktivitäten zur Etablierung der Fairtrade-Bewegung durchzuführen.“

Das Beispiel des Kaffees zeigt, wie wichtig der faire Handel für die Menschen in den Herkunftsländern des „schwarzen Goldes“ ist. Für viele Menschen gehört eine Tasse des Wachmachers zu einem guten Start in den Tag. 169 Tassen werden hierzulande pro Kopf und Jahr getrunken – mehr als Bier oder Mineralwasser. Doch die Zukunft des Kaffees und der Menschen, die ihn anbauen, ist gefährdet. Gestiegene Kosten, zum Beispiel für Düngemittel und Logistik, sowie der Klimawandel setzen den Bäuerinnen und Bauern zu. Extremwetter und Schädlinge führen immer wieder zu massiven Ernteeinbußen. Organisationen mit einer Fairtrade-Zertifizierung garantieren mehr Stabilität: Für ihre Fairtrade-Verkäufe erhalten sie stabile Preise, einen Aufschlag für Bio-Anbau sowie eine zusätzliche Prämie für gemeinnützige Projekte. Auch Weiterbildungen oder Jugendprogramme gehören zum Mehrwert von Fairtrade. Dadurch können sich künftige Kaffeeproduzierende das nötige Know-how aneignen, wie der Kaffeeanbau langfristig gesichert werden kann.

Wissenswertes zu diesen und weiteren Aspekten des fairen Handels gibt es am Dienstag, 24. Mai, von 10 bis 15.30 Uhr an Infotischen und in einer Ausstellung. In einer von der Studierenden Michele Helms-Brooks moderierten Talkrunde zum Fairen Handel diskutieren Vizepräsidentin Rägle, Stadtkämmerer Bergerhoff, Ursula Artmann, Sprecherin der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Frankfurt am Main und Sascha Hippert, Studierender der Frankfurt UAS. Bei Regen wird die Veranstaltung ins Foyer des Gebäudes 4 verlegt. Die Aktion ist Teil der Fairtrade-Kampagne „Fair in den Tag“. Von Freitag 13., bis Freitag, 27. Mai werden bundesweit „faire Frühstücke“ in Kommunen, an Schulen und Hochschulen oder in Familie und Freundeskreisen veranstaltet. Weitere Infos gibt es im Internet unter fairtrade-deutschland.de/fairindentag.
   
Die Stadt Frankfurt trägt seit 2011 den Titel „Fairtrade Town“. Sie hat sich verpflichtet, faire Handelsbedingungen auf lokaler Ebene zu fördern. 2021 wurde die Auszeichnung erneuert. Aktuelle Informationen über die Frankfurter Fairtrade-Aktivitäten gibt es unter fairtradetown-frankfurt.de sowie auf Facebook und Instagram (@fairtradefrankfurt).

Der Frankfurt UAS ist am 27. Januar der Titel Fairtrade University verliehen worden. Die Hochschule war eine der ersten hessischen Hochschulen, die sich eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie gegeben hat und ist nun auch die erste in Hessen, die sich Fairtrade University nennen darf. Weitere Informationen gibt es unter frankfurt-university.de/nachhaltigkeit. (ffm)