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Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

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Mit erhobenem Haupt ausgeschieden

Fraport Skyliners beenden Finalturnier mit 69:96

von Norbert Dörholt

(22.06.2020) Die Frankfurter Bundesliga-Basketballer Fraport Skyliners verabschieden sich mit erhobenem Haupt aus dem Finalturnier 2020 in München und gratulieren ratiopharm ulm zum weiterhin ungeschlagenen Einzug ins Halbfinale. Über weite Phasen war die Partie spannend und umkämpft, doch ab dem dritten Viertel bauen die Ulmer aus und machen verdient den Schritt in Richtung Halbfinale (23:20 – 24:28 – 26:16 – 23:6).

Foto: Fraport Skyliners
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Wie schon in fast allen Spielen bisher waren die beiden Neuzugänge Yorman Polas Bartolo und Gytis Masiulis (jeweils 14 Punkte) die beiden Topscorer der Frankfurter. Die Fraport Skyliners haben mittlerweile das Teamhotel verlassen und bedanken sich bei allen Fans, Sponsoren und Freunden für die Unterstützung in dieser außergewöhnlichen Saison: „Bleibt gesund, bleibt uns treu, denn wir hoffen euch alle möglichst bald wieder in der Fraport Arena sehen zu können! BIG LOVE.“

Das Resume von Sebastian Gleim, dem Headcoach der Fraport Skyliners, war: „Wir fahren mit einem positiven Gefühl nach Hause. Wir haben es in einer extrem schwierigen Situation geschafft, Basketball zu spielen. Dafür gebührt allen Beteiligten, die dafür Tag und Nacht gearbeitet und gekämpft haben, ein ganz großer Dank! Vielen Dank an unseren gesamten Trainerstab, der Riesenarbeit geleistet hat, um die Jungs so fit wie nur möglich in der kurzen Zeit zu machen. Vielen Dank an Gunnar Wöbke und das gesamte Office, die für dieses Turnier unglaublich gekämpft und gearbeitet haben. Vielen Dank auch allen Spielern, die für uns gespielt haben. Das war nicht selbstverständlich! Herzlichen Dank an die gesamte Organisation hier im Hotel und von Seiten der Liga, das war alles superprofessionell! Vielen Dank an MagentaSport für ihre tolle Arbeit, die sehr ideenreich und unterhaltsam war! Danke an alle Schiedsrichter, die hier aus ihrem Alltag heraus zu uns ins Hotel gekommen sind. Die Atmosphäre, der Austausch hier im Hotel, das alles war einfach nur super. Ich kann im Namen der Mannschaft sprechen: Wir haben uns rundum wohl gefühlt und konnten uns ausschließlich auf Basketball konzentrieren und unserer Leidenschaft nachgehen. Wir alle haben gezeigt, dass Basketball lebt! Zum Spiel nur in aller Kürze: Wir konnten den jungen Spielern noch mal eine gute Chance bieten. Aber das zeichnet die Fraport Skyliners eben aus: Wir bilden junge Menschen aus, versuchen sie besser zu machen und wenn sie dann im System bleiben oder in ein anderes wechseln, freuen wir uns über ihre Entwicklung.“
Jaka Lakovic, derHeadcoach von ratiopharm ulm sagte: „Es war ein schweres Spiel für uns, da wir ja schon in Spiel Eins einen großen Schritt in Richtung Halbfinale gemacht haben. Daher war unsere erste Halbzeit ein wenig wackelig, ohne die richtige Intensität. Aber in der zweiten Halbzeit hat unser Team den Schritt nach vorne gemacht und sehr gute Verteidigung gespielt.“

Len Schoormann von den Skylilners sah es so: „Gerade die erste Halbzeit war defensiv sehr gut von uns. Daher gehen wir mit erhobenem Haupt aus diesem Turnier. In der zweiten Halbzeit hatten wir einfach zu viele Ballverluste, was uns dann das Spiel gekostet hat. Für uns junge Spieler war das Turnier auf jeden Fall eine großartige Erfahrung, aus der wir eine Menge mitnehmen können.“

Und Richard Freudenberg von den Frankfurtern meinte: „Ich denke, wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Dann startet aber Ulm einen Lauf und sie sind einfach ein sehr, sehr starkes Team. Dann wird es natürlich schwer für uns und der Rest ist Geschichte. Ich sage trotzdem, dass wir ein gutes Turnier gespielt haben, nimmt man das letzte Spiel gegen Ulm raus. Im Großen und Ganzen bin ich stolz auf unsere Leistung.“
Die gesamte Statistik zum Spiel gibt es über http://live.easycredit-bbl.de/data/bbl/418/25142_boxscore.pdf

Spielverlauf

Ein letztes Mal eine Erste Fünf in der Saison 2019/20 und beim Finalturnier 2020 in München: Joe Rahon, Akeem Vargas, Quantez Robertson, Richard Freudenberg und Gytis Masiulis eröffnen das zweite Spiel gegen ratiopharm ulm. Andere Körpersprache, andere Energie – die Fraport Skyliners starten deutlich besser in die Partie, als im Hinspiel – 14:11 Führung in der 6. Minute. Es ist im ersten Viertel der Spielverlauf, den man sich im ersten Spiel gewünscht hätte: niedriges Tempo, wenig Punkte, Spannung. Mit zwei schnellen Dreiern können sich die Ulmer zum Ende des Viertels ein wenig absetzen – 23:20.

Mit viel Zielstrebigkeit spielen die Frankfurter zu Beginn des zweiten Viertels auf und gehen rasch mit einem 7:0 Lauf mit 23:27 in Führung (12.). Doch Ulm will den eigenen Rhythmus vor dem Halbfinale nicht verlieren und kommt blitzschnell wieder zurück. Und schon ist es wieder ein knappes und durchaus auch unterhaltsames Spiel auf beiden Seiten – 34:36 (16.). Aber dann ist mehr Energie und Spielfreude auf Frankfurter Seite, so dass man in der 19. Minute einen zweistelligen Vorsprung erspielen kann – 48:38. Allerdings wissen auch die Ulmer, wie man Läufe startet und verkürzen zur großen Pause auf 47:48.

Es bleibt ein Spiel mit starken Aktionen auf beiden Seiten und einem ausgeglichenen Verlauf. Ulm zeigt, warum sie im bisherigen Turnierverlauf ungeschlagen sind und nutzt Größenvorteile unter dem Korb aus – 61:59 (25.). Die Physis bleibt auf beiden Seiten hoch, immer wieder wird gewühlt, geschoben, gedrückt und gezogen. Von ´locker einen wegspielen´ vorerst keine Spur. Die Highlights setzen aber dann vor allem die Ulmer, die zum Ende des Viertels dank zahlreicher Frankfurter Ballverluste davonziehen und so nach 30 gespielten Minuten 73:63 vorne liegen.

Im vierten Durchgang lässt die Spannung im Spiel dann doch merklich nach. Der Ausgang ist klar, verletzen soll sich nun keiner mehr und so bekommen auch die jungen Wilden auf beiden Seiten reichlich Einsatzzeit – 80:65 (34.). Am Ende der Partie stehen zehn junge deutsche Spieler auf dem Parkett und zeigen, wie die Zukunft beider Teams aussehen kann. Mit knapp 19 Jahren im Schnitt stellen die Fraport Skyliners die wohl jüngste Aufstellung der easyCredit BBL-Geschichte. Seine ersten Punkte im Oberhaus erzielt dabei Jordan Samare in der 39. Minute. Dass die Partie am Ende doch wieder deutlich wird, ist nur noch für die Statistik wichtig. Endstand: 96:69.

Athletik, Sprüche, Highlights

Frankfurts Yorman Polas Bartolo und Ulms Archie Goodwin liefern sich ein intensives, hitziges und physisches Duell, bei dem beide auch immer wieder spektakuläre Highlights setzen. Inklusive provokanter Blicke und Sprüche im Nachgang. Je länger die Partie dauert, umso mehr genießen beide das direkte Duell und versuchen sich mit Punkten und Verteidigung auszustechen. Ein Dunking auf der Seite, eine starke Post-Up-Bewegung auf der anderen. Gute Verteidigung hier, gute Offensivaktion da. Der geneigte Zuschauer hat seine Freude am Aufeinandertreffen der beiden Ausnahmeathleten.

Ein Blick in die Zukunft

Das Finalturnier war für die Youngsters in Reihen der Frankfurter eine tolle Möglichkeit sich zu zeigen und Erfahrungen zu sammeln. Nicht nur sportlich, sondern vor allem auch was das Leben als Profi und das gesamte Drumherum angeht. Allen voran Len Schoormann (17 Jahre) konnte sich im Turnierverlauf immer weiter steigern. Aber auch Maxi Begue (19), Aaron Kayser (21), Bruno Vricic (19) und Jordan Samare (18) werden aus den vergangenen Wochen eine Menge Lehren mitnehmen können. Und natürlich ist auch Richard Freudenberg mit seinen 21 Jahren noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen.