Mit dem schnellsten Flugzeug von Seoul nach Frankfurt
Korean Air rüstet Passagier-Flotte kräftig auf
Es nahm daher nicht wunder, dass die neuen Eigentümer sich sehr schnell auf den internationalen Flugverkehr verlegten – zunächst als Frachttransport in die USA, ein Jahr später als Passagierbetrieb nach Übersee. Auch der europäische Kontinent wurde mit Paris zunächst mit Frachtflügen bedient.
Doch dann ging es ständig aufwärts – mit dem Kauf neuer Maschinen wie der Boeing 747 und dem Airbus 380. Ziele waren Bahrein, Zürich, Amsterdam, Los Angeles und New York (non stop). Die 80iger waren allerdings die Jahre der Expansion. Auch Frankfurt wurde 1984 neben mehreren europäischen Flughäfen als einzige deutsche Destination in den Flugplan aufgenommen – gleichzeitig mit neuen Zielorten in Japan, Irak, Malaysia und Kanada. Heute besitzt die Korean Air eine Flotte von 175 Flugzeugen, mit denen pro Tag 460 Passagierflüge zu 123 Städten in 43 Ländern auf sechs Kontinenten angeflogen werden.
Wie wichtig der Fluggesellschaft, die mit AeroMexico, Air France und Delta die internationale Airline-Allianz Sky Team im Jahre 2000 gründete, der Frankfurter Flughafen ist, zeigt, dass die Strecke Seoul-Frankfurt und zurück täglich im Portfolio steht.
Der Einsatz der erst zwei Jahre alten Boeing 747-8i ist derzeit dazu das schnellste Großraumpassagierflugzeug der Welt und hat 368 Sitzplätze. Auch die Auslastung kann sich sehen lassen. Zwischen 70 und 80 Prozent – je nach Jahreszeit - beträgt die durchschnittliche Frequenz. Die meisten Fluggäste sind Geschäftsleute und Familienangehörige, der Flugpreis liegt bei etwa 800 Euro, one way in der Economy Class, die Flugzeit beträgt rund 10 Stunden.
Die Boeing 747-8i besticht mit der neuesten Ausstattung. 6 Plätze in der First Class und 48 Plätze in der Prestige Suite Class, die den Gästen ein hohes Maß an Komfort bietet. So befinden sich zwischen den Sitzen verstellbare Sichtschutz-Paneele für das Ruhebedürfnis des Nachbarn. Weiterhin ist jeder Sitz mit einem gepolsterten Fußhocker ausgestattet. Versetzte Sitzplätze ermöglichen es Fluggästen am Fenster, in den Gang zu gelangen, ohne den Passagier auf dem Gangplatz zu stören. Durch die neue Konfiguration hat sich der Abstand zwischen den Sitzen auf der Fensterseite um etwa 30 cm auf 221 cm vergrößert.
Vorteilhaft für Korean Air ist der niedrige Kraftstoffverbrauch und die geringe Lärmbelastung durch die Boeing-Maschine. Rund 70 Prozent des Flugzeuges bestehen aus einer Aluminiumlegierung und einem Kohlenfaserverbundstoff, die das Gewicht der Maschine deutlich reduzieren. Kraftstoffverbrauch und Emissionen konnten um 16 Prozent verringert werden. Gleichzeitig sind die Lärmemissionen der neuen Maschine um 30 Prozent gesunken.
Doch auch der Airbus 380, von denen die Korean Air 10 Exemplare gekauft hat, bietet der asiatischen Fluggesellschaft wirtschaftliche Vorteile. Der Flugzeugtyp gilt in der gesamten Branche mit 407 Sitzplätzen in drei Klassen als eine der geräumigsten Maschinen. Korean Air ist die erste Fluggesellschaft, die das gesamte Oberdeck des A 380 für die „Prestige“ Business Class reserviert hat und so die Atmosphäre eines Privatjets schafft.
Insgesamt hat die Airline 2016 mehr als 26 Millionen Passagiere rund um die Welt transportiert. Seit 18. Januar diesen Jahres hat die Korean Air ihren Betrieb in Seoul auf das Terminal 2, den neuen Incheon Airports verlagert. Der Flughafenservice wurde erheblich mit mehreren komfortablen Einrichtungen verbessert: es gibt mehr Check-in-Automaten und Gepäckaufgabeautomaten, die Sicherheitskontrolle verfügt über 24 Screening-geräte und die Koffer kommen schneller zu ihren Eigentümern.
Von der Technik zu den Angeboten für Magen und Gaumen. In allen Klassen serviert die Korean Air die geschmackliche Vielfalt der nahrhaften koreanischen Küche. In der First und Prestige Class beispielsweise „Dongchimi Guksu“, eine pikante Nudelsuppe mit Rettich-Kimchi, oder „Yakbap“, eine Mischung aus gekochtem Kürbis, Maronen, roten Datteln, Ginkgo, süßem Reis, Pinienkernen und braunem Reis. Serviert wird es in einer ausgeschälten Kürbishälfte.
Besonders beliebt ist bei den Korean-Air-Passagieren aller Klassen „Bibimbap“, was übersetzt „Gemischter Reis“ heißt. Er wird ungemischt serviert und vor dem Essen mit dem Löffel, mit dem er auch gegessen wird, durchgerührt. Die Zutaten bestehen aus verschiedenen Gemüsesorten, Rindfleisch, gebratenem Ei und der in Korea unverzichtbaren Chilipaste. Man kann auch ein Schuss Sesamöl dazu mischen.
Wer in Frankfurt zusteigt, braucht auf dieses und andere koreanische Gerichte nicht zu verzichten. Die LSG Sky Chefs Frankfurt International, die der Lufthansa gehört und 300 Airlines zu ihren Kunden zählt, produziert mit ihren 990 Mitarbeitern aus 66 Nationen bis 41 000 Mahlzeiten und bis zu 1000 Spezialmahlzeiten täglich, darunter auch den „Bibimbap“ unter Anleitung koreanischer Köche für die Bordküchen. Die Produktionsstätten der LSG liegen so zentral zum Vorfeld, dass jede Beladung der Maschinen nicht mehr als 10 Minuten entfernt ist.
Da Korea selbst keine Weine anbaut, nimmt die Korean Air Anleihe in Frankreich. So werden Weine aus Bordeaux, der Bourgogne und dem Elsass serviert. Je nach Flugziel gibt es außerdem kalifornische, italienische und deutsche Weine. Auf der Insel Jeju unterhält Korean Air einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, der Bio-Produkte für die First-Class-Gerichte herstellt.
Alles in allem ist Korea also eine Reise wert, nicht nur wegen der bevorstehenden olympischen Winterspiele, sondern auch zu anderen Jahreszeiten. Und wie erreicht man das Land mit seinen 51 Millionen Einwohnern? Am besten mit dem Flugzeug - oder noch besser mit der Korean Air.
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