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Letzte Aktualisierung: 24.04.2024

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Minister Roman Poseck besuchte die Justizvollzugsanstalt Frankfurt IV

Sie hat die größte Abteilung für den offenen Vollzug

von pm/HMdJ

(09.03.2023) Der hessische Justizminister Prof. Dr. Roman Poseck hat die Justizvollzugsanstalt (JVA) Frankfurt IV besucht. Sie ist zuständig für Männer im offenen Vollzug, für die Vollstreckung von Freiheitsstrafen an Männern im geschlossenen Vollzug, für Kurzstrafen sowie für Gefangene aus den Justizvollzugsanstalten Butzbach und Weiterstadt, die für vollzugsöffnende Maßnahmen geeignet sind. Die Justizvollzugsanstalt hat die größte Abteilung für den offenen Vollzug in Hessen mit insgesamt 163 Plätzen.

Im offenen Vollzug werden unter anderem Gefangene mit Freiheitsstrafen von nicht mehr als zwei Jahren und mit Verurteilungen aufgrund von Straßenverkehrsdelikten untergebracht. Während die Unterbringung im geschlossenen Vollzug in Einzelhafträumen erfolgt, die dem Schutz der Privatsphäre dienen, sind im offenen Vollzug die Gefangenen generell gemeinschaftlich in kleinen Gruppen untergebracht, wozu auch Aufenthaltsräume gehören. Der hessische Justizvollzug weist insgesamt 382 Plätze des offenen Vollzuges auf. Diese werden nicht nur in der JVA Frankfurt IV, sondern bspw. auch in den Justizvollzugsanstalten in Dieburg, Frankfurt III, Fulda, Gießen und Kassel I vorgehalten. Die JVA Frankfurt IV verfügt über 210 Arbeitsplätze in Unternehmerbetrieben, Hilfsbetrieben, Arbeitsbetrieben, einer Gärtnerei sowie Hausarbeiterstellen. Zusätzlich werden berufliche und schulische Bildungsmaßnahmen angeboten.

Minister Poseck erklärte bei seinem Besuch der JVA Frankfurt IV: „Die beruflichen und schulischen Beschäftigungsmöglichkeiten sind für die Gefangenen besonders wichtig, um sich an einen geregelten Tagesablauf zu gewöhnen und sich dadurch auf ein eigenverantwortliches Leben nach der Entlassung vorzubereiten. Die JVA Frankfurt IV bietet beispielsweise die Weiterbildungsmaßnahme Xpert Europäischer Computerpass mit Abschlusszertifikat an. Die Teilnehmer werden dabei für die professionelle Nutzung der üblichen Computeranwendungen ausgebildet.

Das Abschlusszertifikat garantiert den Teilnehmern bessere Arbeitsmarktchancen, was sich positiv auf die Wiedereingliederung in das gesellschaftliche Leben auswirken kann. Neben weiteren Schul- und Weiterbildungsmaßnahmen können Gefangene beider Vollzugsarten Verkehrsseminare, Bewerbungstrainings und Erste-Hilfe-Kurse besuchen. Auch diese Angebote sind hilfreich für die Resozialisierung. Auch der offene Vollzug ist ein wichtiger Teil der hessischen Vollzugslandschaft. Vollzugsöffnende Maßnahmen dienen der Vorbereitung auf ein Leben in Freiheit und damit dem Vollzugsziel der Resozialisierung.“

Anstaltsleiterin Mareike Knappik erklärte im Rahmen des Gesprächs, dass die Justizvollzugsanstalt Frankfurt IV Behandlungsmaßnahmen zur Tataufarbeitung und zur Entlassungsvorbereitung anbiete. So befänden sich Gefangene in der Anstalt, die Strafen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, unerlaubten Entfernens vom Unfallort oder Fahrens unter Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten verbüßen. Die Straftäter würden je nach Höhe des Strafmaßes dem geschlossenen oder dem offenen Vollzug zugewiesen. In beiden Vollzugsarten würden Gespräche oder Seminare zur Aufarbeitung der Verkehrsdelikte angeboten.

Der Minister ergänzte: „Dadurch bekommen die Gefangenen die Möglichkeit, ihre Taten mit professioneller Unterstützung zu reflektieren und die Tat aufzuarbeiten. Dieser spezifische Ansatz für Verkehrsstraftäter unterstützt das Ziel eines straffreien Lebens nach der Haft.“

Nachwuchsgewinnung

„Der öffentliche Dienst", so Posewck weiter, " steht überall vor der Herausforderung, Nachwuchs zu gewinnen. Deshalb braucht es moderne und eigene Initiativen, um auf sich aufmerksam zu machen. Die JVA Frankfurt IV geht mit gutem Beispiel voran und führt Personalgewinnungsmaßnahmen verstärkt auch auf Messen durch. In den kommenden Wochen wird die JVA auf der Verbrauchermesse in Wächtersbach sowie auf der Ausbildungsmesse Main-Kinzig zu sehen sein. Neben dem Berufsbild des Justizvollzugsbeamten sollen den Messebesuchern auch Diensthundeführer mit ihren Spürhunden vorgestellt werden. Ferner kann ein Musterhaftraum besichtigt werden.

Messen und andere Veranstaltungsformate bieten gute Möglichkeiten, um die breite Vielfalt der Justizberufe vorzustellen. Personal wird in allen Justizbereichen benötigt, um die fast 500 zusätzlichen Stellen besetzen zu können, die mit dem Doppelhaushalt 2023/2024 vor kurzem neu geschaffen wurden. Auf den Justizvollzug entfallen 43 Stellen. Ich bin der Justizvollzugsanstalt Frankfurt IV für die Ideen und Eigeninitiativen zur Nachwuchsgewinnung dankbar. So machen wir die hessische Justiz weiter zukunftsfest.“