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Letzte Aktualisierung: 28.07.2021

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Michael Reitinger betreut seine 20. Bad Sodener Ferienspiele

Rettungswagen, Flugreise und eine Hochzeit

von Adolf Albus

(16.07.2021) Am kommenden Montag, 19. Juli 2021, beginnen in Bad Soden am Taunus wieder die Ferienspiele. Wer wie Michael Reitinger diese Ferienfreizeit dann zum 20. Mal betreut hat, kann viel erzählen.

Der Kofferraum voll bis zur Unterkante: Michael Reitinger nach dem Einkauf für die Ferienspiele 2021
Foto: Stadt Bad Soden
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Kleine Abenteuer sind dabei und skurrile Erlebnisse – von Insektenstichen, über Knochenbrüche bis hin zum Einsatz vom Rettungswagen. Natürlich gibt es auch viele schöne Episoden.

Als Michael Reitinger vor 20 Jahren und nach seiner Ausbildung in der Nachbarkommune Kronberg im Taunus nach Bad Soden wechselte, war die Organisation der Ferienspiele der maßgebliche Grund, warum die Bad Sodener Stadtverwaltung den damals 25-Jährigen gerne einstellen wollte. Eine gute Wahl, denn mit seinem Organisationstalent und der exakten Vorbereitung auf diese ersten drei Wochen der Sommerferien erwies er sich als genau der passende Mann für diese Aufgabe.

Eine echte Herausforderung: „Die Ferienspiele nehmen mich das ganze Jahr über in Anspruch“, berichtet Michael Reitinger. Kaum sind nach 15 Tagen die Ferienspiele vorbei, beginnen die Vorbereitungen für das kommende Jahr. Das Programmangebot „stricken“, ein Team aus Gruppenleitern, Betreuern, Helfern, Küchenkraft und Fahrern zusammenstellen, unzählige Gespräche mit Eltern führen und schließlich in der heißen Phase vor dem Start der Ferienspiele der Transport aller Materialen und Einkauf von Lebensmitteln. Da war es für Michael Reitinger natürlich eine große Erleichterung, dass zumindest das Anmeldeverfahren für die Kinder seit fünf Jahren über ein Online-Portal abgewickelt wird.

Im Rekordjahr 259 Kinder gleichzeitig betreut

In 20 Jahren hat Veranstaltungsfachmann Michael Reitinger, der auch die großen Events wie die Seniorenfahrt, das Sommernachtsfest, den Weihnachtsmarkt und den Neujahrsempfang organisiert, natürlich viele Veränderungen erlebt. „Damals waren weniger als 100 Kinder dabei, mittwochs war frei“, erinnert er sich. Die Entwicklung verlief rasant – im Rekordjahr 2015 waren es 259 Kinder, die Spaß an den Ausflügen, Rallyes und den Schwimmbadbesuchen hatten. In diesem Jahr sind es – auch Corona-bedingt –  „nur“ 133 Mädchen und Jungen. Zugleich hat sich in den vergangenen Jahren mit der Zunahme der Kinderzahlen auch die Verantwortung enorm erhöht. „Denn Sicherheit geht bei uns über alles“, erklärt der Ferienspielleiter, „es sollte nie etwas passieren.“

Das tut es dann aber doch, lässt sich bei so vielen Touren, Spielen und Abenteuern im Freien nicht hundertprozentig ausschließen. „Toi, toi, toi“, klopft Michael Reitinger mit dem Handknöchel auf die Tischplatte, „ist bisher nie etwas Gravierendes passiert.“ Das will was heißen angesichts der rund 4.000 Kinder, die in den vergangenen 20 Jahren unter seinen Fittichen an den Bad Sodener Ferienspielen teilgenommen haben.

Dass allerdings die Insekten stechen, Muskeln und Knochen etwas abbekommen und auch der Rettungswagen zum Einsatz kommt – das gehört zu den Begleitumständen der Ferienspiele.

Von lustig bis aufreibend

Zu seinem Jubiläum hat Michael Reitinger in seinen Ferienspielerinnungen gekramt und ganz besondere Erlebnisse nochmal zu Tage gefördert:

  • Die lustigste Geschichte: Die Ferienspielkinder werden in Köln aus dem Schokoladenmuseum gewiesen, weil sie den Schokoladenbrunnen komplett leergefuttert haben.
  • Die „Kranken“-Geschichte: Komplettausfall einer Gruppe mit Magen-Darm-Erkrankung. Rathaus-Kollegen müssen als Betreuer einspringen.
  • Die luftigste Geschichte: Beim Ballonwettbewerb landet ein Exemplar am Frankfurter Flughafen. Eine Lufthansa-Crew nimmt ihn mit an Bord. So kommt der Luftballon nach Berlin – gewonnen!
  • Die aufregendste Geschichte: Besuch von Familienminister Stefan Grüttner mit Personenschutz.
  • Die ärgerlichste Geschichte: Das Auto mit Diesel statt Benzin betankt – Werkstatt!
  • Die überraschendste Geschichte: Ein Kind zu viel nach Besuch im Freizeitpark! Ein unbekannter Junge hatte den Bus verwechselt und sich einfach zu den Bad Sodenern gesetzt.
  • Die schönste Geschichte: Mädchen und Junge lernen sich bei den Ferienspielen kennen, verlieren sich nicht mehr aus den Augen, sind heute miteinander verheiratet.

Drei Wochen Ferienspiele mit allen Aufregungen, kleinen und großen Problemen, neuen Erfahrungen und tausenderlei Vorkehrungen: „Das ist ein Komplettprogramm, das Spaß macht, aber auch stresst“, erzählt Michael Reitinger, „und danach brauche ich auf jeden Fall Urlaub!“