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Letzte Aktualisierung: 06.12.2022

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Michael Quast und Michael Herl erhalten den Stoltze-Preis 2020 und 2022

von Ilse Romahn

(23.11.2022) Die Stiftung der Frankfurter Sparkasse und die Stiftung Giersch haben an Friedrich Stoltzes 206. Geburtstag im Kaisersaal des Römers gleich zwei kulturell und gesellschaftlich engagierte Künstler mit dem Stoltze-Preis ausgezeichnet. Michael Quast war der Stoltze-Preis bereits 2020 zuerkannt worden, doch musste die feierliche Verleihung coronabedingt ausfallen. Michael Herl ist Stoltze-Preisträger 2022.

Dr. Ingo Wiedemeier, Michael Quast, Bürgermeisterin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Michael Herl
Foto: Frankfurter Sparkasse / Jochen Kratschmer
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Der 1978 von den Freunden Frankfurts begründete Stoltze-Preis wird seit 2018 von den beiden Stiftungen gemeinsam an Persönlichkeiten vergeben, die sich in der Tradition des Mundartautors, Freiheitsdichters und Satirikers Friedrich Stoltze auf möglichst humorvolle Weise für Frankfurt und die Rhein-Main-Region einsetzen. Die Ehrung ist mit einer kleinen Stoltze-Büste und 5000 Euro Preisgeld verbunden.

Mit Michael Herl und Michael Quast wurden zwei Theaterleute gewürdigt, die sich als Theaterleiter, Schauspieler, Regisseur und Autor zeitgemäßem Volkstheater verschrieben haben und die Mundart am Leben erhalten. Bürgermeisterin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg begrüßte die Preisträger und die zahlreichen Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Politik und war sich sicher, dass dem Demokraten und Republikaner Stoltze diese Ehrung inmitten von 52 Kaisergemälden gut gefallen hätte.

Dr. Ingo Wiedemeier, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse und stellvertretender Vorsitzender der Stiftung der Frankfurter Sparkasse, stellte in seiner Rede, auch im Namen der Stiftung Giersch, die Gemeinsamkeiten der beiden Preisträger mit Friedrich Stoltze heraus, dem schon vor mehr als 150 Jahren die Teilhabe aller an Kunst und Kultur und die Freiheit der Kunst wichtig waren. Mit der Volksbühne im Großen Hirschgraben und dem Stalburg-Theater haben Michael Quast und Michael Herl zwei Institutionen geschaffen, die aus der Frankfurter Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken sind.

Im Unterschied zu Michael Quast und Michael Herl, die mit der Volksbühne im Großen Hirschgraben und dem Stalburg-Theater zwei Institutionen geschaffen haben, die aus der Frankfurter Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken sind, war Stoltze kein Mann des Theaters. Das Lampenfieber war zu groß und sein Hauptmedium blieb die satirische Wochenzeitschrift „Frankfurter Latern“.

Michael Herl und Michael Quast machten mit ihrer selbstironischen und humorvollen wechselseitigen Laudatio dem Namensgeber des Stoltze-Preises alle Ehre. Wohl selten wurde bei einem Festakt im Kaisersaal so herzhaft gelacht.