Kultur

»Metamorphose in drei Schritten« im Schauspiel/Box

Setzt man einen Frosch in kochendes Wasser, springt er sofort heraus. Setzt man ihn jedoch in kaltes Wasser und erhitzt es langsam, bleibt er ruhig sitzen. Die Temperatur steigt, der Frosch wird langsam schwächer – und schließlich stirbt er, ohne je versucht zu haben, zu entkommen.

Was aber, wenn der Frosch sich seiner Umgebung und der von ihr ausgehenden Gefahr bewusst wäre? Würde er springen: raus aus dem Wasser, rein in die Welt? Von diesem In-Aktion-Treten erzählt der installativ-performative Abend, der eintauchen lässt in eine schillernd wabernde Atmosphäre. Hier riecht es nach Verwandlung! Angelehnt an Thesen des xenofeministischen Manifests von Laboria Cuboniks ruft die multimediale Performance dazu auf, die eigene Handlungsfähigkeit zu entdecken. Statt sich dem kochenden Wasser auszusetzen wie der Frosch in der Parabel oder sich der göttlichen Ordnung zu fügen wie die Gestalten in Ovids »Metamorphosen«, gilt es, die Umgestaltung selbst in die Hand zu nehmen. Ein Plädoyer für Veränderung, Gemeinschaft und Vernetzung. 

Regie und Bühne Kaethe Olt Kostüme Tina Schneiderat Sounddesign Laila Gerhardt Choreografie Lukas Robitschko Digitale Videoanimationen Felix Schwarzrock Dramaturgie Jana Fritzsche mit Tanja Merlin Graf.

Premiere am 9. Juni,   20.00 Uhr, in Box , die nächste Vorstellung: 23. Juni

www.schauspielfrankfurt.de