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Letzte Aktualisierung: 20.05.2022

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Messe Frankfurt seit 100 Jahren im Ausland vertreten

von Ilse Romahn

(06.05.2022) In diesem Jahr blickt die Messe Frankfurt auf 100 Jahre Geschäft über Auslandsvertretungen zurück. Als Global Player ist sie mittlerweile in 190 Ländern vertreten und hat mit 30 Tochtergesellschaften und rund 50 Sales Partnern ein internationales Netzwerk geschaffen, das in der deutschen Messelandschaft einzigartig ist.

"Unser globales Netzwerk ist ein Erfolgsmodell“, sagt Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, „denn viele unserer Auslandsveranstaltungen gehören nach der jeweiligen Leitmesse in Frankfurt zu den weltweit zweit- oder drittgrößten ihrer Branche. Auch während der Pandemie hat sich gezeigt, wie bedeutend dieses internationale Netzwerk für unser Unternehmen ist. Durch unsere Auslandsveranstaltungen konnten wir Umsätze erzielen, die uns in Frankfurt ausblieben.“

Den Startpunkt der Auslandsvertretungen markiert das Frühjahr 1922: Mit der Konferenz von Genua kehrt Deutschland nach Ende des Ersten Weltkrieges auf den Weltmarkt zurück. Im Messekatalog der Frankfurter Internationalen Messe werden zum ersten Mal internationale Vertretungen in 25 Ländern aufgelistet – die meisten darunter befanden sich in Europa, beispielsweise Italien und die Schweiz. Innerhalb von fünf Jahren kommen weitere elf Auslandsvertretungen dazu, darunter auch eine Vertretung in Indien. Damals arbeiten sie noch ehrenamtlich und erhalten für ihre Tätigkeit eine Provision auf die vermittelten Standmieten. Die Frankfurter Internationalen Messen und somit auch das Geschäft mit den Auslandsvertretungen werden 1929 nach der Frühjahrsmesse aufgrund der Weltwirtschaftskrise eingestellt. Doch bereits 1949 und 1950 entstehen neue Vertretungen in Australien, Dänemark, Frankreich, Italien, der Niederlande, der Schweiz und in der Türkei.

Innerhalb der nächsten 40 Jahre wächst die Messe Frankfurt auf internationaler Ebene. Sie erreicht 1987 mit der Ausrichtung der Interstoff Asia, der ersten Auslandsmesse in Hongkong, und 1990 mit der Gründung der ersten Tochtergesellschaft in Tokio zwei Meilensteine. Manche der heutigen Tochtergesellschaften sind aus ehemaligen Auslandsvertretungen entstanden, so zum Beispiel die Tochtergesellschaft in Frankreich, die es seit 2002 gibt.

Seit 100 Jahren arbeitet die Messe Frankfurt erfolgreich und langfristig mit ihren Auslandsvertretungen – den heutigen Sales Partnern – zusammen. Diese leisten vor Ort Vertriebsarbeit und ermöglichen somit der Messe Frankfurt den Zugang zu Branchen, Kunden, Ministerien und Verbänden innerhalb unterschiedlichster Länder. Dadurch ist ein globales Netzwerk entstanden, das fortlaufend erweitert wird. „Auch in schwierigen Zeiten, wie z. B. der nunmehr über zwei Jahre währenden globalen Pandemie, glauben wir an unser internationales Netzwerk“, sagt Marzin und ergänzt: „Denn wir glauben an die internationale Verständigung mittels persönlicher Begegnung und den friedlichen Austausch von Gedanken und Produkten. Auf Messen sind unzählige nachhaltige berufliche Partnerschaften und auch Freundschaften fürs Leben entstanden.“

Die Tochtergesellschaften agieren auf einer anderen, teilweise überschneidenden Ebene als die Sales Partner. Sie veranstalten Auslandsmessen, größtenteils in Anlehnung an die am Heimatstandort Frankfurt stattfindenden Leitmessen. Auf diese Weise führen sie auch dem Standort Frankfurt immer wieder neue Kunden zu. Des Weiteren vertreiben sie, ähnlich wie die Sales Partner, das weltweite Portfolio der Frankfurter Messen in ihrem jeweiligen Land.

Das Erfolgsmodell der Messe Frankfurt ist besonders im asiatischen Raum sichtbar. Denn in China ist die Messe Frankfurt mit mehr als 50 Veranstaltungen der größte Messeveranstalter und mit über 500 Mitarbeitenden in sechs Städten der größte Ableger einer deutschen Messegesellschaft. Auch in Indien ist das Unternehmen mit mehr als 20 Veranstaltungen der größte Messeveranstalter. Unabhängig von Standort und Größe tragen alle Sales Partner und Tochtergesellschaften dazu bei, das internationale Netzwerk der Messe Frankfurt zu stärken: So kamen vor der Pandemie mehr als drei Viertel der ausstellenden Unternehmen und über die Hälfte der Messegäste aus dem Ausland.

www.messefrankfurt.com