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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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Mensch und Gesellschaft

Polytechnische Gesellschaft Frankfurt setzt Vortragsreihe fort

von Karl-Heinz Stier

(01.09.2020) Nachdem die Reihe „Mensch - Maschine“ im zweiten Halbjahr 2019 begonnen und mit der Reihe „Mensch – Umwelt“ in diesem Halbjahr fortgesetzt wurde, startet am 29. September die dritte Reihe in der in der Veranstaltungstriologie „Zukunft Mensch“ mit der neuen Reihe „Mensch – Gesellschaft“.

Bildergalerie
Teilnehmer der Pressekonferenz (v.l.n.r.): Präsident Prof. Mosbrugger und Dr. Andreas Pesch, Referent für Projekte und Kommunikation
Foto: Karl-Heinz Stier
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Das neue Programm „Zukunft Mensch“ mit dem Triologie-Teil „Mensch und Gesellschaft“
Foto: Karl-Heinz Stier
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Zu diesem Termin konnte Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, ehemaliger Vorsitzender Richter im Zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts, gewonnen werden, der über die Zukunft der Demokratie spricht. Zu den Voraussetzungen des nationalstaatlich verankerten politischen Systems zählen der Rechtsstaat, individuelle Grundrechte und ein Grundkonsens, den alle gesellschaftlichen Gruppen teilen. Doch scheint die Demokratie zunehmend unter Druck zu geraten – durch Globalisierungszwänge, kriselnde Finanzmärkte, aber auch durch eine Erosion des Grundkonsens, der vielerorts die Demokratie seit 1945 bzw. 1989 trägt. Die Frage ist auch, inwieweit die demokratische Ordnung  mit zum Beispiel der COVID-19-Pandemie zurechtkommt und  welche Risiken und Chancen daraus erwachsen können.

In der zweiten Veranstaltung am 13.10.2020 geht es um die Medien. Sie haben Einfluss auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Themen und prägen ihre Deutung und Bewertung. Zugleich scheint die Digitalisierung den klassischen Qualitätsjournalismus unter Druck zu setzen – durch wirtschaftliche Zwänge. Der Vortrag von Prof. Bascha Mika, ehemals Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau, geht der Frage nach, wie Qualitätsjournalismus  durch die technologischen und wirtschaftlichen Verhältnisse noch möglich sein wird. Ihr Thema: „Die Getriebenen? Wohin der Journalismus im digitalen Zeitalter steuert“.

Im dritten Vortrag am 20.10.2020 ist die  gestaltete Umwelt Thema. Sie wird im täglichen Leben in Architektur, Produktdesign, Grafikdesign und Kunst sichtbar und erlebbar. Die Frage ist, wie sich die Gestaltung des öffentlichen Raumes, etwa der Leit– und Orientierungssysteme in Museen, Flughäfen oder Krankenhäusern unmittelbar auf die Benutzer und auf die Gesellschaft auswirken. Referenten sind Prof. Dr. Ruedi Baur und Prof. Uwe Fischer.

Weitere Themen in diesem Jahr sind u.a.

 Wie frei kann die Marktwirtschaft bleiben? (27.10.)

Jenseits von Kosten und Nutzen: was Migration in Zukunft ausmacht? (3.11.)

Was ist menschenwürdige Altenpflege in der digitalen Gesellschaft? (17.11)

Digital und vernetzt – die Zukunft der deutschen Sprache (1.12.)

Wie viel Freiheit die Digitalisierung uns lässt (15.12.)

Nachgeholt werden wegen der Pandemie im September vom zweiten Teil der Triologie „Mensch und Umwelt“ drei Veranstaltungen zu den Themen Landwirtschaft (8.9.), Ernährung (15.9.) und klimaangepasste Städte (22.9.).

Nach Mitteilungen von Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Präsident der Polytechnischen Gesellschaft, werden alle Veranstaltungen keine Präsenzveranstaltungen sein, sondern wegen der Pandemie online erfolgen und im Livestream übertragen. „Es ist eine andere Erfahrung als mit vielen Menschen zusammen einen Vortrag zu erleben und an der Dynamik der Diskussion im Saal teilzuhaben. Allerdings haben wir nun die Chance, mit unseren Vorträgen ein sehr breites Publikum zu erreichen“. Das Publikum soll auch weiterhin Fragen an Vortragende und Podiumsteilnehmer stellen können – etwa im Livechat.

In ihrer 200-jährigen Geschichte hat die Polytechnische Gesellschaft immer wieder Vereine, Institutionen und Schulen in Frankfurt gegründet, um im Geiste der Aufklärung und des Humanismus Bildung zu fördern, Innovationen anzuregen und Not zu lindern. Dazu gehören zum Beispiel die Frankfurter Sparkasse, die Wöhlerschule, die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte und das Institut für Bienenkunde. Zu ihren weiteren Aktivitäten zählen überdies die jährliche Vergabe des Kammermusikpreises sowie die Förderung von Projekten.