Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

Werbung

Mehrzahl der COVID-Toten durch virale Sepsis

Stiftung sorgt auf breiter Ebene für mehr Aufklärung

von Karen Tippkötter

(20.09.2022) Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland über 300.000 Menschen an einer Sepsis, (auch Blutvergiftung genannt) von denen ein Viertel stirbt Dabei sind die meisten Todesfälle laut der WHO vermeidbar. Das Problem: Die Erkrankung wird von Betroffenen, Angehörigen und vom medizinischen Personal oft zu spät erkannt und nicht angemessen behandelt, obwohl eine Sepsis die dritthäufigste Todesursache in Deutschland ist.

Dass die Mehrzahl der über sechs Millionen COVID-Todesfälle durch eine virale Sepsis bedingt ist, unterstreicht die Notwendigkeit, Sepsis in den nationalen und internationalen Gesundheitsstrategien zu priorisieren, und auf breiter Ebene für mehr Aufklärung zu sorgen. Am 13. September 2022 fand der World Sepsis Day statt, um für das Thema Sepsis zu sensibilisieren und um auf die Missstände in den Bereichen Sepsis-Prävention, -Diagnostik, -Therapie und -Rehabilitation aufmerksam zu machen. Den Auftakt hierzu machte am 9. September die gemeinsame Pressekonferenz von Sepsis Stiftung und #DeutschlandErkennt Sepsis im Tagungszentrum der Bundespressekonferenz.

Stefan Schwartze, Patientenbeauftragter der Bundesregierung, der bei der Pressekonferenz die Rolle der Krankenhäuser sowie die Notwendigkeit der Schulung von medizinischem Personal hervorhob, hatte im Vorfeld der Pressekonferenz am Morgen des 9. September zu einer Fotoaktion in die SPD-Presselobby des Bundestages eingeladen. Die Mitglieder des Bundestages waren fraktionsübergreifend dazu aufgerufen, sich über Sepsis zu informieren und zur Aufklärung beizutragen, indem sie am World Sepsis Day Fotos mit Kernaussagen über Sepsis (z.B. "Sepsis ist ein Notfall") veröffentlichen. Diesem Aufruf folgten am vergangenen Freitag über 70 Mitglieder des Bundestages.

Außerdem fand in diesem Jahr am 16. September erstmals eine zentrale Veranstaltung zum World Sepsis Day statt: ein hochrangig besetztes internationales Symposium und Fundraising-Event unter Beteiligung von Repräsentanten der WHO und der Gesundheitspolitik. Das Motto der Veranstaltung: „Making Sepsis a National and Global Health Prirority“. Der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus und
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach unterstützten die Veranstaltung als Schirmherren. Die wissenschaftliche Leitung und Organisation hatten die Sepsis Stiftung und die Global Sepsis Alliance unter Beteiligung der WHO. (idw)