Mehr biologische Vielfalt für Frankfurt
Gewinner des Ideenwettbewerbs Biodiversität Frankfurt 2025/26
Der Ideenwettbewerb Biodiversität Frankfurt zeichnet zum zweiten Mal innovative Projekte aus der Stadtgesellschaft aus, die die urbane Biodiversität stärken. Der Wettbewerb ist eine gemeinsame Initiative von BioFrankfurt e.V., dem Dezernat für Klima, Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft sowie der Stiftung der Frankfurter Sparkasse.
Foto: www.biofrankfurt.de
Bonames blüht! Diese Vision begeisterte auch die Expertenjury – und kürte die gleichnamige Projektidee zum Gewinner. Das Vorhaben verbindet Sport, Vielfalt und Natur: Zukünftig wollen der Sport- und der Naturschutzverein Bonames zusammenarbeiten und Grünflächen naturnah umgestalten: Durch Pflanzaktionen, den Bau von Insekten- und Vogelhabitaten und die Einrichtung eines „Sport- & Natur-Pfads“ sollen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere sowie Bewegungsräume für Menschen entstehen. Gemeinsam mit Schulen, Kitas und Anwohner:innen werden Flächen bepflanzt, gepflegt und als Lernorte genutzt. Für die Umsetzung der Projektidee erhielten Dany Kupczik vom TSV Bonames und Susanne Hisgen vom Naturschutzverein Bonames ein Preisgeld von 15.000 Euro.
Den 2. Platz, dotiert mit 10.000 Euro, sprach die Jury dem Projekt „Hell, wie die Nacht – vom artengerechten Umgang mit Kunstlicht“ zu. Das Projekt von Jan Jacob Hofmann und Sybille Fuchs (Klimawerkstatt Frankfurt) soll in Nachtspaziergängen, Vorträgen und einer Ausstellung zeigen, wie künstliches Licht das nächtliche Ökosystem beeinflusst: von Vögeln, die nachts singen, Bäumen, die im Winter bereits austreiben bis hin zu Insekten, die massenhaft an Lampen sterben. Gleichzeitig will das Projekt vermitteln, was wir alle gegen Lichtverschmutzung tun können.
Den 3. mit 5.000 Euro dotierten Preis erhielt das Projekt der Nachbarschaftsinitiative „Bee Sossenheim“, das bereits umgesetzt wird: Im von Tine Pfeffer und Ulrich Nothwang initiierten Projekt wurde bereits eine Frischluftschneise hinter der Westerbachsiedlung in ein Kleinod mit artenreichen einheimischen Wildblumenwiesen, Totholzhaufen, Streuobstwiesen, Trockenmauer, Eidechsenburg und Sandbeet verwandelt. Fachlich begleitet und extensiv gepflegt zeigt das Projekt, wie Nachbarschaft gemeinsam Biodiversität stärken kann. Mit dem Preisgeld sollen weitere Ideen innerhalb des Projekts umgesetzt und die Oase dauerhaft erhalten werden.
Die Preisgelder wurden übergeben von Dr. Sven Matthiesen, Vorstandsmitglied der Frankfurter Sparkasse. Aus seinem Haus stammen auch die Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro, die den Wettbewerb überhaupt erst ermöglichten.
Durch die Förderung der Stiftung Polytechnischen Gesellschaft war es BioFrankfurt möglich, den Ideenwettbewerb umzusetzen. Daphne Lipp, Bereichsleiterin des Förderbereichs der Stiftung, hob bei der Veranstaltung die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements für die Biodiversität hervor. Prof. Dr. Frank Dievernich teilte im Vorfeld mit: „Biodiversität sichert uns unsere Lebensgrundlage. Diese zu erhalten ist die große Herausforderung für uns Menschen. Jedoch kann jeder Einzelne, ganz wirksam, einen Beitrag dazu leisten, beginnend vor der eigenen Haustür, in der eigenen Stadt. Diese Gemeinschaftsaufgabe gelingt besonders dort gut, wo Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden, Verantwortung übernehmen und ihre unmittelbare Umwelt biodiversitätsfreundlich umbauen und dadurch mitgestalten. Genau das zeigen die ausgezeichneten Projekte. Als Stiftung ist es uns ein Anliegen, solche Initiativen zu fördern, um Frankfurt als lebenswerten und zukunftsfähigen Standort zu sichern."
Schirmherrin des Wettbewerbs, Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt am Main, betont: „Frankfurt hat ein enormes Potenzial als Biodiversitätsstadt – und die heute ausgezeichneten Projekte zeigen, wie wir es nutzen können. Sie reichen von der Verbindung von Sport und Naturschutz über neue Perspektiven auf den Einfluss von Licht in der Stadt bis hin zur ökologischen Aufwertung von Nachbarschaftsflächen. Dieses Engagement aus der Stadtgesellschaft ist ein zentraler Baustein, um Frankfurt widerstandsfähiger, lebenswerter und ökologisch vielfältiger zu gestalten. Genau solche Ideen brauchen wir, um den Schutz der biologischen Vielfalt dauerhaft in unserer Stadt zu verankern.“
Im aktuellen Durchgang wurden in einem zweistufigen Auswahlverfahren zunächst sechs Projekte für die Shortlist von der Jury ausgewählt. Diese wurden anschließend bei der Ausarbeitung detaillierter Konzepte durch Patinnen und Paten sowie einen Workshop im Palmengarten unterstützt. Die Jury setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern von BioFrankfurt und den beiden Förderern zusammen: Esa Böttcher (Stiftung Polytechnische Gesellschaft), Karsten Dufft (Deutscher Olympischer Sportbund), Bernd Jenne (Stiftung Frankfurter Sparkasse), Alexander Kehl (Umweltamt Frankfurt), Dr. Valerie Köcke (ehemals Zoologische Gesellschaft Frankfurt), Dr. Julia Krohmer (Forschungsinstitut Senckenberg) und Prof. Dr. Stefan Wanke (Goethe-Universität/Forschungsinstitut Senckenberg).
„Insgesamt wurden 43 Projektideen eingereicht – mit beeindruckender thematischer Bandbreite, großem Engagement und vielen hervorragenden Ansätzen“, erläuterte Dr. Katja Heubach, Vorstandsvorsitzende des Netzwerks BioFrankfurt sowie Direktorin des Palmengartens Frankfurt. Gemeinsam mit dem BioFrankfurt-Sprecher Joachim Gottschalk führte sie durch die Veranstaltung. Beide betonten: „Die Preisverleihung würdigt nicht nur die Gewinner, sondern alle, die sich für die Biodiversität in der Stadt engagieren – und schafft zugleich Raum für Austausch, neue Impulse und starke Netzwerke.“