Mehr Auszubildende in der Pflege
Hessen erlebt erneut einen spürbaren Aufwärtstrend in der Pflegeausbildung. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, haben im Jahr 2025 rund fünf Prozent mehr Menschen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann begonnen als im Vorjahr. Insgesamt wurden landesweit etwa 4.120 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen.
Besonders im Rhein‑Main‑Gebiet, wo der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften seit Jahren überdurchschnittlich hoch ist, wird der Trend aufmerksam verfolgt. Große Klinikverbünde in Frankfurt, etwa das Universitätsklinikum oder die städtischen Kliniken, bestätigen seit längerem eine steigende Nachfrage nach Ausbildungsplätzen. Die neuen Zahlen gelten daher als wichtiges Signal für die Region.
Hessens Gesundheits- und Pflegeministerin Diana Stolz bewertet die Entwicklung positiv. „Die aktuellen Zahlen sind ein starkes Signal: Immer mehr Menschen in Hessen entscheiden sich für einen Pflegeberuf“, sagte sie. Die Attraktivität des Berufs sei in den vergangenen Jahren gestiegen – unter anderem durch bessere Vergütung, erweiterte Kompetenzen und eine wachsende gesellschaftliche Wertschätzung.
Gleichzeitig mahnt Stolz, dass der Bedarf im Gesundheitswesen weiter steigen werde. „Der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Deshalb bleiben wir im engen Austausch mit Pflegeverbänden, Pflegeschulen und Pflegekassen, um noch mehr Menschen für diesen wichtigen Beruf zu gewinnen.“
Auch Frankfurt steht vor dieser Herausforderung: Die wachsende Bevölkerung, der Ausbau medizinischer Einrichtungen und der hohe Anteil älterer Menschen im Stadtgebiet sorgen für einen kontinuierlich steigenden Personalbedarf. Ausbildungsstätten wie die Pflegeschulen der Frankfurter Kliniken oder private Bildungsträger berichten bereits von vollen Kursen – doch der Bedarf bleibt hoch.
Um zusätzliche Einstiegsmöglichkeiten zu schaffen, begleitet das Land Hessen zudem die Einführung des neuen bundesweiten Pflegefachassistenzberufs. Dieser soll insbesondere im Bereich der Pflegehilfe für Entlastung sorgen und neue Karrierewege eröffnen.
Stolz betont die gesellschaftliche Bedeutung des Berufs: „Pflegekräfte leisten jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Sie sind eine tragende Säule unseres Gesundheitssystems.“
Für Frankfurt und die gesamte Rhein‑Main‑Region könnte der aktuelle Trend ein wichtiger Schritt sein, um langfristig die Versorgung zu sichern – in Krankenhäusern, Pflegeheimen und der ambulanten Pflege gleichermaßen.
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