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Letzte Aktualisierung: 28.01.2020

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Marc-André Hamelin am 17. Januar in der Alten Oper

von Ilse Romahn

(09.01.2020) Sie sei unspielbar, heißt es gemeinhin über die 1917 komponierte dritte Klaviersonate des russischen Pianisten und Komponisten Samuel Feinberg – und deshalb im Konzertsaal praktisch nie zu finden.

Marc-André Hamelin
Foto: Canetty Clarke
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Dies ändert sich derzeit vor allem, weil sich der Pianist Marc-André Hamelin intensiv für das Schaffen des 1962 verstorbenen Vertreters der russisch-jüdischen Klavierschule einsetzt. Auch Hamelin nähert sich der technisch äußerst anspruchsvollen Sonate, die unter anderem mit einer überaus komplexen Fuge aufwartet, mit Respekt, ja bezeichnet sie gar als „eines der bemerkenswertesten pianistischen Monster“, das ihm je begegnet sei. Dennoch hat er sich nicht nur im Tonstudio für eine im kommenden März erscheinende Gesamteinspielung aller Feinberg-Sonaten mit dem Werk befasst, sondern setzt sie auch bewusst auf sein Konzertprogramm. „Es ist extrem eng gestricktes Klavierspiel und die Art von Dingen, die ich liebe“, erläutert Hamelin die Faszination, die die Musik Feinbergs auf ihn ausübt.

Am Freitag, 17. Januar 2020, stellt der frankokanadische Pianist die in spätromantischer Tradition stehende dritte Sonate Feinbergs in den Kontext weiterer technischer Schwergewichte, die den Russen unüberhörbar inspiriert haben. So beginnt er sein Rezital um 20.00 Uhr im Mozart Saal der Alten Oper Frankfurt mit Alexander Skrjabins einsätziger Fantasie h-Moll op. 28, einem Werk, dessen Tonraum mit zwei Händen kaum zu bewältigen ist und an das sich selbst der Komponist und Pianist nicht öffentlich heranwagte. Und auch Sergej Prokofjews Sarkasmen op. 17 fordern mit rasender Motorik und aberwitzigen Intervallsprüngen den Interpreten heraus.

Eine klangliche Gegenwelt dazu bildet Franz Schuberts letzte Sonate B-Dur D 960, deren radikale Konzentration auf das Wesentliche wiederum eine ganz eigene künstlerische Aufgabe darstellt. Im Schaffen Hamelins nimmt die B-Dur-Sonate einen ganz besonderen Stellenwert ein: „Ich könnte diese Sonate bis zum letzten Tag spielen und wäre glücklich“, so Hamelin über Schuberts pianistisches Vermächtnis.

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der Alten Oper Frankfurt

Abonnement Klavierabende

€ 27,- / 37,- / 49,- / 55,- (Endpreise). Tickethotline: (069)1340400 ▪ www.alteoper.de