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Malerei und Skulptur im Dialog - Ausstellung in Kelkheim

Am Freitag, dem 29.05.2026, um 19 Uhr, wird mit einer Vernissage die Ausstellung „Schichten des Seins“ - Bruchlinien der Erinnerung, Malerei und Skulptur im Dialog von Ulrike Gaiser und Alexandra Kapogianni-Beth in der Galerie der Stadt Kelkheim, Alten Kirche Hornau, Rotlintallee eröffnet. Die Ausstellung ist geöffnet bis Sonntag, 14. Juni 2026, Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 15.00 bis 18.00 Uhr.

Mit der Ausstellung „Schichten des Seins – Bruchlinien der Erinnerung“ begegnen sich in der Alten Kirche Hornau in Kelkheim zwei künstlerische Positionen, die auf unterschiedliche Weise nach dem Menschlichen fragen. Die abstrakte Malerei von Ulrike Gaiser und die Skulpturen von Alexandra Kapogianni-Beth treten dabei nicht als Gegensätze auf, sondern als eigenständige künstlerische Sprachen, die sich im Raum begegnen und miteinander in Dialog treten.

Ulrike Gaiser entwickelt in ihren abstrakten Arbeiten vielschichtige Bildräume aus Farbe, Linie und Struktur. Verdichtung und Auflösung, Überlagerungen und Brüche prägen ihre Malerei. Aus diesen Prozessen entstehen offene, atmosphärische Bildlandschaften, die Raum für Erinnerung, Resonanz und persönliche Assoziationen lassen.

Die Bildhauerin Alexandra Kapogianni-Beth arbeitet mit dem menschlichen Körper als Träger von Spannung, Verletzlichkeit und Präsenz. Ihre Skulpturen greifen archetypische und mythologische Bezüge auf und übersetzen sie in eine zeitgenössische Formensprache. Fragment und Körper stehen dabei im Zentrum ihres Interesses: Das Unvollständige wird zur Ausdrucksform, in der sich Intensität und Bedeutung verdichten.

Im Zusammenspiel von abstrakter Malerei und plastischer Form entsteht ein Dialog zwischen Fläche und Raum, zwischen innerer und äußerer Wirklichkeit. Die besondere Atmosphäre der Alten Kirche Hornau bildet dafür einen eindrucksvollen Rahmen: Material, Licht und Architektur verstärken die Begegnung der beiden künstlerischen Positionen und eröffnen den Besucherinnen und Besuchern neue Perspektiven auf Erinnerung, Präsenz und die vielschichtigen Schichten des Seins.

Besondere Veranstaltung: Lesung mit Alice Harwardt aus ihrem Buch ALICE Samstag, 13. Juni 2026, 16:00 Uhr

Ulrike Gaiser

Ulrike Gaiser (*1968) lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin im Taunus. Ihr Weg in die Kunst begann ungewöhnlich: Nach einer Karriere im Bankwesen entschied sie sich bewusst für einen radikalen Neuanfang und folgte ihrer inneren Berufung zur Malerei. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Kolbermoor und ist Meisterschülerin von Gabriele Musebrink.

In ihrem künstlerischen Schaffen beschäftigt sie sich intensiv mit Transformation, innerem Wachstum und der Rückverbindung zur eigenen Essenz. Ihre Werke entstehen in einem intuitiven, meditativen Prozess und zeichnen sich durch vielschichtige, dreidimensionale Strukturen aus, die mit Materialien wie Marmormehl, Sumpfkalk, Pigmenten und natürlichen Substanzen gestaltet werden. 

Charakteristisch für ihre Arbeiten sind Spuren, Risse und Brüche, die nicht verborgen, sondern bewusst sichtbar gemacht werden. Sie stehen sinnbildlich für gelebtes Leben, Veränderung und die Schönheit des Unvollkommenen. 

Ulrike Gaiser stellte ihre Werke auf nationalen und internationalen Kunstmessen sowie in Galerien aus. Ihre Arbeiten befinden sich in privaten Sammlungen und sprechen Menschen an, die in der Kunst einen Zugang zu innerer Tiefe, Ruhe und Authentizität suchen. 

Künstlerisches Statement

„Meine Kunst entsteht im Zwischenraum – dort, wo Stille spürbar wird und das Wesentliche wieder hörbar ist.

Sie folgt keinem festen Plan, sondern einem inneren Prozess. Schicht für Schicht, Spur für Spur entsteht etwas, das nicht perfekt sein will, sondern wahr. Risse, Brüche und Unebenheiten sind keine Fehler – sie sind Erinnerungsträger, gelebtes Leben, sichtbare Zeit.

In einer Welt, die immer schneller, lauter und künstlicher wird, setze ich bewusst einen Gegenpol. Während wir von Reizen überflutet werden, durch das Leben eilen und uns oft im Außen verlieren, öffnet meine Kunst einen Raum der Entschleunigung. Einen Raum, in dem nichts verlangt wird.

Einen Raum für das Echte.

Denn genau dort liegt für mich wahre Stärke.

Ich glaube, dass der Mensch am hellsten leuchtet, wenn er sich selbst nicht verstellt und sich seiner inneren Stärke bewusst ist. Meine Kunst ist eine Einladung, diesen Weg zu gehen – nach innen, zur eigenen Wahrheit.“

Alexandra Kapogianni-Beth

Alexandra Kapogianni-Beth (*1973) ist eine griechische Kunsthistorikerin und Bildhauerin, die in Mainz lebt und arbeitet.

Ihre künstlerische Laufbahn begann vor über zwanzig Jahren mit ersten Experimenten in der Bildhauerei und im Zeichnen. Parallel zu ihrem Studium der Kunstgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vertiefte sie ihre praktische Arbeit durch zahlreiche Kunst- und Bildhauerkurse im In- und Ausland und absolvierte später ein Bildhauerstudium am IBKK Design- und Kunstzentrum in Bochum-Wattenscheid, wo sie heute auch als Dozentin tätig ist.

Im Zentrum ihrer Arbeit steht der menschliche Körper - als Träger von Erfahrung, Erinnerung und innerer Spannung. Viele ihrer Skulpturen beziehen sich auf archetypische oder mythologische Motive, die sie in eine zeitgenössische, eigenständige Formensprache übersetzt.

Ihre Skulpturen entstehen vor allem in Bronze und Acrylharz. Dabei interessiert sie besonders die Präsenz des Fragments: die Kraft des Unvollständigen, die sichtbare Spur der Bearbeitung und der Moment, in dem aus Material eine lebendige Form entsteht.

Kapogianni‑Beth nahm an zahlreichen Ausstellungen teil, insbesondere in Deutschland und Italien.

Künstlerisches Statement

Mich interessiert der Moment, in dem Form zu sprechen beginnt.

Der menschliche Körper spielt in meiner Arbeit eine zentrale Rolle. Er ist für mich nicht nur Figur, sondern Träger von Erfahrung, Verletzlichkeit, Widerstand und Präsenz. In vielen Arbeiten tauchen archetypische oder mythologische Bezüge auf – nicht als Illustration alter Geschichten, sondern als Bilder, in denen sich auch heutige menschliche Zustände spiegeln können.

Fragmentierung ist ein wesentliches Element meiner Arbeit. Das Unvollständige konzentriert den Blick auf Haltung, Spannung und Ausdruck und kann gerade dadurch eine besondere Intensität entfalten.

Skulptur verstehe ich als Form im Raum – als eine Präsenz, die dem Betrachter unmittelbar begegnet.

Veranstalter Magistrat der Stadt Kelkheim (Taunus), Kulturreferat