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Müssen wir uns streiten?

Museum für Kommunikation mit neuer Ausstellung

Streit hat heutzutage im Sprachgebrauch eher meist einen negativen Beigeschmack. „Du willst doch nur mit mir streiten“, „Ihr sucht wieder nur den Streit“ oder "Streithammel“ als persönliche Bezeichnung – das sind nur wenige Aussagen oder Bezeichnungen, die im Alltag gebräuchlich sind.
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Ausstellungsbild
Foto: Museum für Kommunikation

Im Gegensatz zu den "oft negativen oder ablehnenden Ausdrücken und Bemerkungen sieht das Museum der Museumsstiftung Post und Telekommunikation in Frankfurt in seiner neuen Ausstellung „Streit – eine Annäherung“ das Streiten als ein differenzierter Teil der menschlichen Kommunikation. „Streit ist wichtig,  er gibt uns die Chance, uns zu  verstehen, auszutauschen und anzunähern“, so die  Kuratoren Florian Schütz und Laura Schmidt.

Mit rund 150 „streibaren“ Objekten, Fotografien, Medien und künstlerischen Positionen zeigt die Ausstellung, welche Herausforderungen aus historischer, kommunikativer und politischer, aber auch persönlicher Perspektive sich im Streit stellen – und welche Entwicklungen möglich sind. Sie versucht auch zu erklären, was eigentlich ein Streit oder ein Konflikt ist. Nach einer grundlegenden Einordnung sind Besucher zum Mitmachen eingeladen und wählen ihre persönliche Streit-Tier-Chipkarte aus. Damit können sie sich während des Rundgangs durch die Ausstellung in verschiedenen Streit-Szenarien versetzen und das eigene Streitverhalten reflektieren. In vier Themenräumen KUNST, MACHT, LIEBE und GELD erleben sie Streit-Szenarien über Geschmack, Anerkennung, Wiedergutmachung oder Erwartungen - als Teil einer großen Debatte oder auf ganz persönlicher Ebene.

Streit über Kunst fragt dabei nicht nur,  ob sich über Geschmack streiten lässt, sondern auch, inwieweit man Kunst von Kunstschaffenden trennen kann. „Unser gesellschaftliches Zusammenleben folgt Strukturen und Regeln, dennoch werden hier „MACHTfragen“ besonders deutlich. Dieser Themenraum beleuchtet Beispiele des Miteinanderredens als Grundlage für Handlungsfähigkeit und gelingenden Wandel“, so die Kuratoren. Untersucht werden mediale Debatten und wie sie unsere Meinung beeinflussen.

„Bei Geld hört die Freundschaft auf“ heißt es oft. Entsprechend oft bieten „GELDprobleme“ Anlass zur Auseinandersetzung. „Streik und Arbeitskampf sind dabei gesellschaftliche Mittel zur Forderung nach besserer Bezahlung aber auch Ausdruck des Zeitgeistes. Wie gewinnbringend Streit sein kann und wer davon profitiert zeigen ausgewählte, provokante Kampagnen.

Und wie ist es mit der Liebe? Für sie kämpfen wir besonders leidenschaftlich, entsprechend verletzlich macht sie uns. „LIEBE tut weh“ zeigt zwischenmenschliche Emotionalität und Orte, an denen wir besonders hingebungsvoll streiten. Klar wird auch, der Wille ist die Voraussetzung der Versöhnung – meinen Florian Schütz und Laura Schmidt.

„Streit. Eine Annäherung.“ Ist bis zum 25. August 2024 im Museum für Kommunikation, Schaumainkai 53 , 60596 Frankfurt. zu sehen.

Weitere Infos unter Tel. (069)60600 und mfk-frankfurt.de