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Letzte Aktualisierung: 12.08.2020

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Luftbrücke Frankfurt–Berlin 1948 - Gedenkfeier am Frankfurter Flughafen

von Iris G. Schmidt

(14.07.2020) Am 26. Juni 2020 jährte sich diese spektakuläre Überlebenshilfe für die bedeutende Weltstadt Berlin.

Kranzniederlegung
Foto: Iris G. Schmidt
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Es ist einfach wichtig, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, was die seinerzeitige Pilotenstaffel, zu damaliger Zeit noch als Feindbesatzungsmächte, in selbstloser Bereitschaft geleistet hat -  eine der bedeutendsten humanitären Hilfsaktionen des Luftverkehrs.

Einer der noch unter uns weilenden Piloten ist Gail S. Halvorsen, der in diesem Jahr, noch erstaunlich fit, seinen 100. Geburtstag feiert. Er konnte leider wegen der momentanen Corona-Situation nicht aus USA einfliegen und der Feier beiwohnen, schickte aber eine Video-Botschaft im Namen aller beteiligten Piloten-Freunde nach Frankfurt, seiner „zweiten Heimat“, wie er stets betont.

John Provon, Vorstand der Luftbrücke in Frankfurt, würdigte noch einmal den mutigen Einsatz der West-Alliierten-Piloten, von denen einige durch diese Aktion ihr Leben opferten. Die Anwesenden gedachten zum Zeichen der Dankbarkeit an die einstigen Helden mit einem feierlich niedergelegten Kranz zu deren Ehren in den Farben der Länder, aus denen die einstigen Helden stammten.

Pfarrerin Bettina Klünemann, der evangelischen Seelsorge des Flughafen Frankfurts, betonte in ihrer gefühlvollen Gedenkrede dieses Ereignisses, dass die Erinnerung an Menschen, die dem Wohlergehen ihrer Nächsten, egal ob Freund oder Feind, unser aller Ehrerbietung verdient. Vorbildlich, gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig zu entscheiden, welche Priorität wem einzuräumen ist, was sie auch in ihrem Gebet ansprach.

Um diese auf nur eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern reduzierte Gedenkfeier durchführen zu können, zeigten die „Luftbrücken-Engagierten“ ein bewundernswertes Engagement, damit die Feierlichkeiten im Rahmen der Corona-Krise überhaupt stattfinden konnten; allen voran Celeste Warner Heymann-Warner, Ehrenvorsitzende der Organisation Luftbrücke Frankfurt-Berlin e.V., und Norbert Kandzorra vom Vorstand im Namen aller seiner Mitstreiter.

Michael P. Anderson, GS-5, U.S. Army Colonel, Director Goverment Relations Division, U.S. Army, sowie Bradley Provancha, ebenfalls von der Airbase Wiesbaden, um nur einige der Ehrengäste zu nennen, u.a. auch Rolf Geyer der Organisation „Luftfahrt ohne Grenzen“,  Konsul Andrew Halus, Public Affairs Officer vom U.S. Consulate General Frankfurt, ließen es sich nicht nehmen, der Gedenkfeier beizuwohnen.

Um ein wenig das Flair zur Zeiten der Luftbrücken-Aktion nachvollziehen zu können, war es den Besuchern gestattet, das Innenleben eines „Rosinenbombers“ am Luftbrückendenkmal in Augenschein zu nehmen.

Es ist niemals zu vergessen, was aus den Westsektoren der Millionenstadt Berlin bei Ankündigungen der Blockade geworden wäre, ohne die Versorgungsflüge der spontan eingesetzten „Luftbrücke“, u.a.  unter der Leitung von General Lucius D. Clay, Militärgouverneur der U.S. amerikanischen Besatzungszone und General William H. Tunner, Leiter der Berliner Luftbrücke und den weiteren zuständigen Angehörigen des höchsten alliierten Kontrollorgans der drei Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich „AHK“ (Alliierte Hohe Kommission). Der „Luftbrücken-Spirit“ wird weltweit als Botschafter der Völkerfreundschaft und Völkerverständigung gewürdigt.