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„Lord of the Dance“ begeistert Frankfurt

Die spektakulärste und erfolgreichste tourende Tanzshow der Geschichte feiert zur Zeit ihre große Jubiläums-Show. In den vergangenen 30 Jahren haben bereits mehr als 60 Millionen Menschen in 60 Ländern auf allen Kontinenten „Lord of the Dance“ gesehen. Für die Jubiläumstour hat Michael Flatley das Original-Konzept auf eine neue, moderne Art und Weise weiterentwickelt. 40 der talentiertesten jungen Tänzerinnen und Tänzer der Welt bringen unter seiner Regie eine Show auf die Bühne, die Tradition, Unterhaltung, Musik, Faszination und Tanz perfekt miteinander vereint. Am 17.4.26 verzauberte sie das Publikum in der Jahrhunderthalle in Frankfurt.

Szenenfoto
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Foto: Barbara Altherr
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Zu Beginn der Show wurde ein Video von Michael Flatley eingespielt, in dem er auf die außergewöhnliche Geschichte von „Lord of the Dance“ zurückblickte. Alles begann mit seinem Traum, die größte irische Tanzshow der Welt auf die Beine zu stellen. Und was fast alle für unmöglich hielten, schaffte er mit großer Entschlossenheit, außergewöhnlichem Talent, unermüdlicher Leidenschaft und viel Arbeit. Die Wurzeln reichen zurück in die 1990er-Jahre – eine Zeit, in der irischer Stepptanz plötzlich internationale Aufmerksamkeit erlangte. Einen entscheidenden Anteil daran hatte die spektakuläre Tanznummer „Riverdance“, die 1994 beim Eurovision Song Contest für Furore sorgte. Im Zentrum dieses Auftritts stand ein Mann: Michael Flatley. Er erkannte früh das enorme Potenzial, das in der Verbindung aus traditionellem irischem Tanz und moderner Bühnenshow lag. Nach dem Erfolg von „Riverdance“ kam es jedoch zu kreativen Differenzen und Flatley verließ die Produktion. Statt sich zurückzuziehen, entwickelte er seine eigene Vision: größer, opulenter und stärker auf ihn selbst zugeschnitten.

1996 feierte schließlich sein „Lord of the Dance“ Premiere in Dublin. Die Show setzte neue Maßstäbe: schnellere Choreografien, größere Ensembles, dramatischere Inszenierung. Anders als bei „Riverdance“ wurde hier eine klare, wenn auch einfache Geschichte erzählt – ein mythologisch angehauchter Kampf zwischen Gut und Böse, eingebettet in ein Feuerwerk aus Rhythmus und Bewegung. Der Erfolg war überwältigend. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Produktion zu einem globalen Phänomen, tourte durch dutzende Länder und erreichte ein Millionenpublikum. „Lord of the Dance“ verhalf der Kunst des traditionellen irischen Tanzes zu Weltruhm und Anerkennung.

Präzision, Tempo, Perfektion

Unter dem Motto „30 Years of Standing Ovations“ setzt die aktuelle Inszenierung stark auf Wiedererkennung – bekannte Choreografien, ikonische Kostüme und die unverwechselbare Musik von Ronan Hardiman bildeten das Fundament des Abends. Im Zentrum stand weiterhin die archetypische Geschichte vom Kampf zwischen Gut und Böse – verkörpert durch den „Lord of the Dance“ und seinen dunklen Gegenspieler.

Was das Publikum an diesem Abend zu sehen bekam, war technische Perfektion, denn die Tänzerinnen und Tänzer lieferten eine bewundernswerte Synchronität. Besonders eindrucksvoll waren die Gruppenchoreografien. Wenn Dutzende Tänzer im Gleichklang auftraten, entstand ein rhythmisches Donnern, das den gesamten Saal erfasste. Doch es blieb auch Raum für Solomomente: Einzelne Tänzer traten aus dem Ensemble hervor und zeigten ihr Können in virtuosen Sequenzen. Ursprünglich war die Show stark von irischen Tänzern geprägt, doch heute kommen sie aus der ganzen Welt. Entscheidend ist weniger die Herkunft als das Können. Die meisten haben eine hochklassige Ausbildung im irischen Tanz, oft mit Wettbewerbserfahrung auf internationalem Niveau. Was sie verbindet, ist die gemeinsame, extrem präzise Tanztechnik und der Stil, den Flatley geprägt hat.

Michael Flatleys Weg zur Tanzlegende

Vor dem großen Finale wurde ein weiteres Video von Michael Flatley eingespielt, in dem man ihn in jungen Jahren selbst tanzen sah. Er steht heute nicht mehr regelmäßig selbst auf der Bühne, denn gesundheitliche Gründe und sein Alter haben dazu geführt, dass er sich vom aktiven Tanzen weitgehend zurückgezogen hat. Doch sein Einfluss auf die Tanzwelt ist kaum zu überschätzen. Er hat eine Nische globalisiert und aus einer traditionellen Kunstform ein Massenphänomen gemacht.

Interessant ist auch seine persönliche Entwicklung: geboren 1958 in Chicago als Sohn irischer Einwanderer, wuchs er in einer Familie auf, in der traditionelle Musik und Tanz eine große Rolle spielten. Schon früh begann er mit dem Tanzen, obwohl Stepptanz damals außerhalb Irlands kaum verbreitet war. Parallel dazu zeigte er auch Talent in anderen Bereichen: Er war ein erfolgreicher Flötenspieler und Amateurboxer. Doch seine wahre Leidenschaft blieb der Tanz. Sein Durchbruch kam nicht über Nacht. Jahrelang trat er bei Wettbewerben und kleineren Veranstaltungen auf, bevor er schließlich internationale Aufmerksamkeit erhielt. 1975 gewann er die All-Ireland Championships, als erster in den USA geborener Tänzer überhaupt. Mit „Lord of the Dance“ schuf er sich anschließend sein eigenes künstlerisches Vermächtnis. Er war nicht nur Tänzer, sondern auch Produzent, Choreograf und kreativer Kopf der gesamten Show. Flatley prägte den Stil entscheidend: eine Mischung aus traditioneller Technik und athletischer, fast sportlicher Intensität. Sein Markenzeichen waren extrem schnelle Fußbewegungen bei gleichzeitig ruhig gehaltenem Oberkörper – eine Weiterentwicklung des klassischen irischen Stepptanzes.

Die kongeniale Musik von „Lord of the Dance“ stammt von Ronan Hardiman. Der 1961 in Dublin geboren Komponist und Produzent hat den unverwechselbaren Sound geschaffen, der traditionelle irische Elemente mit modernen, orchestralen Elementen verbindet. Sein Stil kombiniert oft keltische Melodien mit dramatischen Rhythmen und elektronischen Einflüssen, was perfekt zur energiegeladenen Tanzshow passt. Hardimans Musik trägt entscheidend zur epischen, fast mythologischen Atmosphäre der Show bei. Das berühmte Finale basiert auf seinem Stück „Lord of the Dance“, das zu den bekanntesten Motiven der Produktion gehört. Es ist kraftvoll, hymnisch und perfekt auf die steigende Dramaturgie der Schlusschoreografie abgestimmt. Hardimans Musik ist ein wesentlicher Grund dafür, warum die Show so nachhaltig wirkt, denn sie trägt die Energie der Tänzer, verstärkt die Spannung und sorgt dafür, dass das Finale beim Publikum regelmäßig für große Begeisterung sorgt. Stehende Ovationen am Ende des Abends bestätigten auch in Frankfurt, dass „Lord of the Dance“ nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat.