Lorch und Geisenheim sind Tourismusorte
Tourismusorte müssen mehr als doppelt so viele Übernachtungsgäste wie Einwohner aufweisen. Ferner müssen sie sich durch ihre landschaftliche Lage oder durch bedeutende kulturelle Einrichtungen wie Museen und Theater, internationalen Veranstaltungen oder sonstigen bedeutenden Freizeiteinrichtungen von überörtlicher Bedeutung, oder durch geeignete Angebote für Naherholung, von anderen Orten abheben.
Anträge werden vom Fachausschuss für Kur-, Erholungs- und Tourismusorte beim Regierungspräsidium Kassel geprüft. Die Entscheidung liegt beim Hessischen Wirtschaftsministerium. Die Anerkennung ist Voraussetzung für die Erhebung zweckgebundener Tourismusbeiträge, aus denen Investitionen in touristische Infrastruktur und Marketing finanziert werden.
Al-Wazir verwies auf die guten Erfahrungen anderer Bundesländer mit den Beiträgen: „Touristische Infrastruktur zu erhalten und auszubauen, nutzt langfristig allen Beteiligten. Zufriedene Gäste kommen wieder, Unternehmen können mit intakter touristischer Infrastruktur und guten Freizeitangeboten werben, und auch für die Einwohner selbst ist ein attraktives Umfeld ein Gewinn. Tourismus hat für die Entwicklung ländlicher Regionen hohe Bedeutung. Er sichert Arbeitsplätze und Einkommen und trägt außerdem zur besseren Auslastung und damit zum Erhalt von Versorgungs-, Freizeit-, Gesundheits- und Kulturinfrastruktur bei.“
Zu Geisenheims Anziehungspunkten zählen Schloss Johannisberg, das als Geburtsstätte der Spätlese gilt, und das Kloster Marienthal, einer der ältesten Wallfahrtsorte Deutschlands. Das rheinabwärts gelegene Lorch beherbergt das Hilchenhaus, das aus dem 16. Jahrhundert stammt und der bedeutendste Renaissance-Bau im Mittelrheintal ist.