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Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

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Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki in Bildern und Selbstzeugnissen

von Ilse Romahn

(05.06.2020) Am 2. Juni hätte der berühmte Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Das Jüdische Museum Frankfurt präsentiert aus diesem Anlass auf Google Arts & Culture unter https://artsandculture.google.com/exhibit/der-literaturpapst/8wISyM6oOeJnLQ?hl=de eine Onlineausstellung zum Leben des bedeutendsten Literaturkritikers in der Bundesrepublik. Die Ausstellung gewährt Einblicke in die umfangreiche Sammlung von Schriftstellerporträts und Karikaturen, die Reich-Ranicki dem Jüdischen Museum 2003 geschenkt hat. Als roter Faden fungieren dabei Zitate aus seiner Autobiografie „Mein Leben“.

Reich-Ranickis Buch „Mein Leben“ belegte von Oktober 1999 bis Oktober 2000 Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Erstmals erfuhr die Öffentlichkeit Einzelheiten über sein bewegtes Leben, wie die gemeinsame Flucht mit seiner Frau Teofila aus dem Warschauer Ghetto und das Überleben im Versteck bei einer Arbeiterfamilie in einem Vorort von Warschau.

In den 1970er und 1980er Jahren entwickelte sich Marcel Reich-Ranicki zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten im deutschsprachigen Literaturbetrieb, die insbesondere für ihre eindeutigen Beurteilungen bekannt und gefürchtet war. Die Fernsehsendung „Das Literarische Quartett“, in der er als Gastgeber fungierte, prägte von 1988 bis 2001 die Rezeption von literarischen Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt. Einer Umfrage von 2010 zufolge kannten 98 Prozent der Deutschen den Namen von Marcel Reich-Ranicki. Aufgrund seiner Popularität und seiner charakteristischen Sprechweise wurde er zu einer der meistgelobten und -karikierten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in der Bundesrepublik Deutschland.

Mit Marcel Reich-Ranicki würdigt die Onlineausstellung einen bedeutenden Intellektuellen und eine Person der Zeitgeschichte. Sie nimmt zugleich eine Zeitreise in die Literaturgeschichte der Bundesrepublik und lädt zu mancher Entdeckung über den berühmten Kritiker ein. (ffm)