Literatur aus Georgien, Kirgisien und Tschechien in der StadtBibliothek von Bad Homburg
Eingeladen ist für Samstag, 13. Oktober, der Schriftsteller Abo Iaschaghaschwili. Er liest aus seinem zweiten Buch „Royal Mary“, für den er 2015 mit dem renommierten georgischen Literaturpreis „Saba“ ausgezeichnet wurde. Der Roman spielt in seiner Heimatstadt Tiflis, die ein Schmelztiegel der Kulturen war, gegen Endes 19. Jahrhunderts. Die Atmosphäre dieser Stadt, Bilder von Märkten, Spelunken und Palästen, exzentrische Typen, fremde Mächte, ja fast die Gerüche einer vergangenen Zeit – mit Witz und Virtuosität fängt Iaschaghaschwili all das ein und erzählt doch von Mord und Totschlag. Und alles dreht sich um ein Pferd – und den Schah von Persien … Abo Iaschaghaschwili wurde 1977 in Tiflis geboren, er studierte in Tiflis, München und Berlin und arbeitete in Georgien auch als Bergführer. Er schrieb bisher drei Romane, mehrere Kurzgeschichten und Beiträge für literarische Zeitschriften. Die Lesung in der StadtBibliothek, Dorotheenstraße 24 in Bad Homburg, beginnt um 19.30 Uhr. Einlass ist bereits um 18.30 Uhr, da georgische Appetithappen angeboten werden.
Außerdem stehen zwei weitere Lesungen auf dem Programm der StadtBibliothek, in denen Autoren aus Osteuropa zum Zuge kommen. Irmtraud Gutschke hat sich mit Tschingis Aitmatow (1938-2008), dem kirgisischen Schriftsteller von Weltgeltung, zu dessen 90. Geburtstag befasst. Sie kannte ihn persönlich und nimmt die Leser am Montag, 15. Oktober, ab 19.30 Uhr mit auf eine Gedankenreise aus einer kirgisischen Jurte bis in den Kosmos. „Das Versprechen der Kraniche“ heißt ihr Buch über Aitmatow, der auf einzigartige Weise in seinem Leben mehrere Epochen der Menschheitsgeschichte verband und seiner Zeit weit voraus war. In seinen Werken begegnen dem Leser Menschen, die täglich ihrer Arbeit nachgehen und dabei gleichsam die ganze Welt auf den Schultern tragen. Tiere sind als beseelte Wesen zu erleben.
Am Mittwoch, 31. Oktober, 19.30 Uhr, kommt Jaroslav Rudiš in die Bad Homburger StadtBibliothek. Bekannt wurde der tschechische Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker (*1972) durch Romane wie „Der Himmel unter Berlin“, „Grandhotel“ und „Die Stille in Prag“. In seinem neuen Roman „Nationalstraße“ schlüpft er in den Kopf eines Verlierers: Am 17. November 1989 war Vandam in Prag ein Held der Revolution. Heute ist er ein Schläger, der sich durch Tage und Nächte prügelt und im Fußballstadion die Hand zum Hitlergruß hebt. Ein eindringlich aktueller Roman, basierend auf einer realen Figur.
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