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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Lichte Nacht der Iris. The Rainbow`s Missing Colours Ingo Nussbaumer

Ab 18. Juni im Deutschen Romantik-Museum

von Deutsches Romantik-Museum

(14.06.2022) Lichtinstallation zum normalen und umgekehrten Sonnenspektrum. Mit Heliostat, gelenktem Sonnenlicht, Wasserprisma, lichtführenden Schablonen und Schatten-Werfer aus Edelstahl.

Lichte Nacht der Iris. The rainbow’s missing colours. Lichtinstallation von Ingo Nussbaumer, Deutsches Romantik-Museum
Foto: Ingo Nussbaumer
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Der Künstler Ingo Nussbaumer arbeitet in seinen Lichtinstallationen seit Jahren mit den Spektren von Isaac Newton und Johann Wolfgang Goethe. Im Deutschen Romantik-Museum präsentiert er sie erstmals simultan in bislang nie dagewesener Größe. Das Licht der Sonne passiert ein großes Wasserprisma und wird danach auf der rechten Seite einerseits à la Newton durch einen Spalt gelenkt und in die kräftigen Farben des Regenbogens aufgefächert: Rot, Grün und Blauviolett. Auf der linken verwandelt ein Schattenwerfer das Dunkel hinter dem Prisma in ein lichtes Nachtbild aus leuchtendem Türkis, Purpur und Zitronengelb. Sichtbar sind beide Spektren nur, wenn Wetter und Sonne sich gewogen zeigen.

Der Regenbogen galt in der Antike als Symbol für die Götterbotin Iris. Seine Farben können in einer dunklen Umgebung aus dem Sonnenlicht hervorgezaubert werden, wenn es durch ein Prisma und einen engen Spalt fällt. Newton schuf mit dieser Entdeckung aus dem Jahr 1666 die Grundlage der modernen Optik. Dass sich dieser Versuch auch umkehren lässt, ist weniger bekannt. Fällt in einer hellen Umgebung Sonnenlicht durch ein Prisma und über einen dunklen Steg, entsteht ein Farbspektrum aus Komplementärfarben. Goethe rückte dieses umgekehrte Experiment in den Blickpunkt und führte es gegen Newtons Versuchsanordnung ins Feld. Dem Newtonspektrum wurde so sein spektrales Gegenstück geschenkt: das Goethespektrum.

Die Lichtinstallation wurde ermöglicht durch die Willy Robert Pitzer Stiftung.

Ingo Nussbaumer (*1956 in Österreich) vernetzt Kunst und experimentelle Naturwissenschaft, um Farbe zu erforschen. Ihre stoffliche Qualität, Empfindung und Wahrnehmung ist Thema seiner Malerei. Mit Lenksystemen aus Licht und Schatten bewegt er spektrales Licht in raumgreifenden Lichtobjekten. Neue Dimensionen von Stofflichkeit und Lichtenergie werden in seinen Werken erlebbar. Seit den 1990er Jahren führt Nussbaumer optische Experimente durch. Er geht dabei von Experimenten Isaac Newtons als auch Johann Wolfgang von Goethes aus, kombiniert sie völlig neu. Dies führte ihn 1995 zur Entdeckung sechs weiterer Spektren, die er ‚unordentliche Spektren‘ nennt. Sie weisen alle eine vergleichbare Struktur mit dem klassischen Regenbogenspektrum und mit dem dazu umgekehrten Goethespektrum auf.

Öffnungszeiten Di, Mi, Fr, Sa, So, Feiertage 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr, Mo geschlossen

Informationen www.deutsches-romantik-museum.de