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Letzte Aktualisierung: 05.05.2021

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Lesungsreihe Frankfurter Premieren weiterhin digital

Videopremiere: Gespräch und Lesung mit Amanda Lasker-Berlin über ‚Iva atmet‘

von Ilse Romahn

(22.04.2021) Die vom Kulturamt organisierte Lesungsreihe Frankfurter Premieren stellt neue Bücher mit Bezug zu Stadt vor. Aktuell begeht die Reihe ihr zehnjähriges Jubiläum. Auch die dritte Folge des Jahres 2021 findet digital statt.

Amanda Lasker-Berlin
Foto: Nora Battenberg Cartwright
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Mit Literaturkritiker Christoph Schröder spricht die Autorin Amanda Lasker-Berlin über ihren zweiten Roman „Iva atmet“, erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt. Die Aufzeichnung steht ab Donnerstag, 22. April, 19.30 Uhr im YouTube-Kanal des Kulturamts und unterhttps://www.youtube.com/watch?v=5zbXnwaCkQQ kostenfrei zur Verfügung.

Als der Vater im Sterben liegt, kehrt Iva nach vielen Jahren zurück. Zurück ins herrschaftliche Elternhaus in Dresden mit seinen ausgestopften Tieren in den dunklen Fluren und den einbetonierten Köcherbäumen im Garten, die an die Kindheit der Großmutter in Deutsch-Südwestafrika erinnern. Zurück in die Heimstatt einer Familie, die tief in die Verbrechen von Kolonialismus und Nationalsozialismus verstrickt ist und unter der Last von Schuldabwehr und Verleugnung schließlich zerbrach. In Dresden trifft Iva aber auch die geheimnisvolle Ismene, die einen Moment von Freiheit verkörpert, der für Iva fremd und anziehend zugleich ist.

Amanda Lasker-Berlin verwebt in „Iva atmet“ Familien- und Zeitgeschichte, Vergangenheit und Gegenwart zu einem flirrenden Roman, der auf bequeme Eindeutigkeiten verzichtet und zu den entscheidenden Fragen von Erinnerung und Schuld vordringt.

„Wenn plötzlich Fragen gestellt werden: Amanda Lasker-Berlin erzählt in ‚Iva atmet‘ von den Erschütterungen in einer Täterfamilie“, sagt Christoph Schröder im Journal Frankfurt. Er ist Literaturkritiker und schreibt unter anderem für die Wochenzeitung „Die Zeit“ und die Süddeutsche Zeitung.

Amanda Lasker-Berlin wurde 1994 in Essen geboren und lebt heute in Frankfurt. Mit 18 Jahren inszenierte sie ihr erstes Theaterstück. Nach einem Studium der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität in Weimar studiert sie Regie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Ihr erster Roman „Elijas Lied“ wurde mit dem Debütpreis der lit.COLOGNE 2020 ausgezeichnet und für Das Debüt 2020 – Bloggerpreis für Literatur nominiert. „Iva atmet“ ist ihr zweiter Roman.

Die Veranstaltung mit Amanda Lasker-Berlin und Christoph Schröder ist eine Kooperation des Kulturamts mit der Evangelischen Akademie und wird gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds.

Die Digitalisierung der Reihe wird in loser Folge fortgesetzt.

Bisher sind in der Reihe Frankfurter Premieren digital erschienen
#1 Ingo Schulze im Gespräch mit Alf Mentzer – „Die rechtschaffenen Mörder“
#2 Julia Malik im Gespräch mit Bärbel Schäfer – „Brauch Blau“
#3 Leif Randt im Gespräch mit Christian Metz – „Allegro Pastell“
#4 Jürgen Kaube im Gespräch mit Lothar Müller – „Hegels Welt“
#5 Deniz Ohde im Gespräch mit Shirin Sojitrawalla – „Streulicht“
#6 Martin Mosebach im Gespräch mit Bernd Eilert – „Krass“
#7 Ulrich Peltzer im Gespräch mit Sonja Vandenrath – „Das bist Du“  (ffm)