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Letzte Aktualisierung: 29.05.2024

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Lesung „David Bergelson – Die Welt möge Zeuge sein“ im Jüdischen Museum

von Ilse Romahn

(14.05.2024) In die jüdischen Lebenswelten in der Ukraine und der ehemaligen Sowjetunion führt der Band „Die Welt möge Zeuge sein“, in dem erstmalig ausgewählte Prosa und ein Dramenausschnitt des jiddischen Literaten David Bergelson (1884 – 1952) versammelt sind. Dazu zählen auch Texte aus der Zeit der Schoa.

 Vorgestellt wird das Buch am Donnerstag, 16. Mai, 19.00 Uhr, von den Herausgeberinnen Sabine Koller und Alexandra Polya im Jüdischen Museum Frankfurt, Berth-Pappenheim-Platz 1.

 Koller hat neben Peter Comans, Susanne Klingenstein und Janina Wurbs auch Bergelsons Texte aus dem Jiddischen ins Deutsche übertragen.

Bergelson, in Ochrimowo (in der heutigen Ukraine gelegen) als jüngstes von neun Kindern geboren, prägte zeitlebens die jiddische Literatur. Er lebte bis 1920 in Kiew, anschließend für mehrere Jahre in Berlin und war von dort aus viel auf Reisen. Bergelson schrieb für mehrere Medien, unter anderem für die bekannte jiddisch-sprachige Zeitschrift Forverts. Zu seinem Bekanntenkreis zählten Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Alfred Döblin, Erwin Piscator und Alfred Kerr.

1934 emigrierte Bergelson in die damalige Sowjetunion und war unter anderem Mitglied des Jüdisch-Antifaschistischen Komitees. Dies bewahrte ihn nicht davor, 1949 inhaftiert zu werden. 1952 wurde Bergelson in der „Nacht der ermordeten Dichter“ hingerichtet.

„Die Welt möge Zeuge sein“ wird in Anwesenheit von Familienmitgliedern Bergelsons vorgestellt; der Publizist und Historiker Gerd Koenen führt in den Abend ein.

Die Buchvorstellung findet im Rahmen der Ausstellung „Natalia Romik. Architekturen des Überlebens. Kunst – Geschichte – Forensik“ statt, die um bis dato unerkannte Verstecke im östlichen Polen und der westlichen Ukraine, die Jüdinnen und Juden während der Schoa schufen, um sich temporär oder über einen längeren Zeitraum hinweg zu verbergen.

Eine Veranstaltung der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums Frankfurt.

Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Um Anmeldung wird gebeten an theresa.gehring@freunde-jmf.de