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Letzte Aktualisierung: 12.07.2024

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Leitfaden zum Einsatz von NaturLotsen

von Ilse Romahn

(17.06.2024) Nach mehrmonatiger enger Zusammenarbeit zwischen Naturpark Taunus, Regionalpark RheinMain, dem Verein Umweltlernen und dem Umweltamt der Stadt Frankfurt liegt nun ein Leitfaden für den Einsatz von NaturLotsinnen und NaturLotsen (NaLos) im Rhein-Main-Gebiet vor.

Spannende Einblicke – Die NaLos bieten in Frankfurt regelmäßig Führungen an
Foto: Umweltamt Stadt Frankfurt am Main, Foto: Stefan Cop
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Ob zum Spazierengehen, zum Sport oder zur Gassi-Runde – die Menschen halten sich in ihrer Freizeit gerne in der Natur auf. Das kann jedoch zur Belastung der sensiblen Natur führen, vor allem wenn sich die Erholungssuchenden ihres Einflusses auf die Natur gar nicht bewusst sind oder geltende Regeln nicht beachtet werden.

Diesem Konflikt wirkt die Stadt Frankfurt mit dem Einsatz der NaturLotsinnen und NaturLotsen (NaLos) entgegen. Im Jahr 2023 durchliefen 40 Freiwillige erstmals den 70-stündigen Lehrgang zu „Zertifizierten Natur- und Landschaftsführern“. Mit Führungen, Feldeinsätzen oder kreativen Mitmachangeboten stehen sie den Besuchenden des GrünGürtels als kompetente Ansprechpersonen zur Verfügung. Gleichzeitig sensibilisieren sie engagiert für die Belange des Umwelt- und Naturschutzes und ermuntern durch zielgerichtete Ansprache zum rücksichtsvollen Verhalten.

Der Erfolg dieses Formats hat die Stadt Frankfurt, den Regionalpark RheinMain und den Naturpark Taunus dazu bewogen, eine Kooperation einzugehen und ein Konzept für die Weiterentwicklung und eine mögliche Ausdehnung des Programms über Frankfurt hinaus in die Region zu entwickeln. Hierfür wurde nun der Leitfaden für Kommunen zum Einsatz von NaLos erarbeitet. Auf der Grundlage der Erfahrungen in Frankfurt und in anderen Regionen sowie unter enger Beteiligung ausgewählter Kommunen im Rhein-Main-Gebiet ist damit ein Konzept für den Aufbau, die institutionelle Verankerung und die Funktionalität von NaLos in Frankfurt und in der RheinMain-Region entstanden.

„Um den Menschen die Vielfalt unserer Natur näher zu bringen, die gerade für unsere Großstadt von großer Bedeutung ist, brauchen wir die Unterstützung durch die NaLos. Deshalb bin ich sehr dankbar für das hervorragende bürgerschaftliche Engagement“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig.

Claudia Jäger, Verbandsdirektorin des Regionalverbands FrankfurtRheinMain und Aufsichtsratsvorsitzende des Regionalparks, berichtet: „In den vergangenen Jahren haben viele Menschen die Region neu für sich entdeckt. So schön und wünschenswert dies ist, es hat auch negative Folgen. Zum Beispiel dann, wenn sich die Menschen, oftmals aus Unachtsamkeit, nicht rücksichtsvoll verhalten, etwa Naturschutzgebiete betreten, im Wald grillen oder aber abseits der Wege unterwegs sind und Tiere stören.“

Mit den ausgebildeten NaLos stehen den Erholungssuchenden nun kompetente Ansprechpersonen zur Verfügung, die informieren und sensibilisieren. Gleichzeitig wollen sie mit ihren Angeboten und Mitmachaktionen für Natur- und Umweltschutz begeistern.

„Mit den NaLos haben wir ein offenes Ohr für die Bedürfnisse und Verständnisschwierigkeiten bezüglich ordnungsrechtlicher Bestimmungen unter den Bürgerinnen und Bürgern, sodass die Stimmung in der Bevölkerung durch die NaLos in die Verwaltung zurück gespiegelt werden kann. So fördern wir eine Kommunikation in alle Richtungen, die dabei helfen soll, unser Zusammenleben auch in Zukunft bürgerorientiert zu gestalten“, ergänzt der Vorstandsvorsitzende des Naturpark Taunus, Landrat Ulrich Krebs.

Mit dem Leitfaden gehen das Umweltamt, der Naturpark Taunus und der Regionalpark RheinMain nun auf Informationstour, um anderen Kommunen, die Interesse haben, eigene NaLos einzusetzen, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Der Leitfaden ist digital abrufbar unter frankfurt.de/nalo. (ffm)

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