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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Legionellen im Trinkwasser - Gefahren und Maßnahmen

von Bernd Bauschmann

(23.06.2022) Der Vermieter erteilt Duschverbot? Eine hohe Konzentration an Legionellen im Trinkwasser kann der Grund sein. Diese sind insbesondere für Risikogruppen lebensgefährlich. Doch was sind Legionellen, warum sind sie so gefährlich und wie schützen sich Bewohner vor den Bakterien?

Foto: Pixabay / PublicDomainPictures
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Was sind Legionellen?

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die in Oberflächengewässern und dem Grundwasser vorkommen und zu den Umweltkeimen zählen. Sie gehören zur Familie der Legionellaceae. Zudem vermehren sich Legionellen besonders gut in den warmen Wasserleitungen von Wohnobjekten. Nach aktuellem Stand sind über fünfzig Legionellen-Arten bekannt, darunter die gefährliche Legionella pneumophila.

Eine hohe Anzahl an Legionellen im Trinkwasser kann bei Menschen zu Krankheitssymptomen führen und die Gesundheit gefährden. Wer beim Duschen oder Baden oder in öffentlichen Bädern bakterienbelastetes Leitungswasser einatmet, kann beispielsweise an einer Lungenentzündung erkranken. Duschköpfe mit austauschbaren Legionellenfiltern schützen Bewohner. Interessierte finden hier mehr Informationen.

Derzeit besteht keine Annahme, dass das Händewaschen mit verunreinigtem Wasser ebenfalls gesundheitsschädlich ist.

Was passiert wenn man Wasser mit Legionellen trinkt?

Legionellen im Trinkwasser sind besonders dann gefährlich, wenn sie über die Umgebungsluft eingeatmet werden und in die Lungen gelangen. So sorgen sie für grippeähnliche Erkrankungen und Lungenentzündungen. Jährlich erkranken allein in Deutschland zahlreiche Menschen an der Legionellose erkranken. Unterformen sind die Legionärskrankheit oder das Pontiac-Fieber.

Die Legionärskrankheit
Die Legionärskrankheit ist eine Form der Lungenentzündung. Die Inkubationszeit beträgt etwa zwei bis zehn Tage. Mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Husten, Schüttelfrost, hohes Fieber, Schüttelfrost, Durchfall, Brustschmerzen und Verwirrtheit. Nach etwa vier Wochen überstehen Betroffene mit einem starken Immunsystem die Erkrankung im Durchschnitt.

Allerdings werden auch jährlich Todesfälle verzeichnet, wenn die Lungenentzündung schwer verläuft. Vor allem ältere Menschen, Babys und Menschen mit einem schwachen Immunsystem sind gefährdet. Vermutet wird zudem, dass Männer häufiger erkranken als Frauen.

Das Pontiac-Fieber
Das Pontiac-Fieber ähnelt in der Symptomatik einer Grippe. Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Husten und Brustschmerzen treten auch in diesem Fall auf. Allerdings verläuft die Krankheit milder als die Legionärskrankheit. Nach spätestens sieben Tagen haben die Erkrankten das Fieber in der Regel überwunden.

Wie bemerkt man Legionellen im Wasser?

Die Konzentration an Legionellen im Trinkwasser lässt sich ausschließlich durch eine Wasserprobe bestimmen. Dafür wird heißes Wasser aus dem Trinkwassersystem entnommen.

Wird eine hohe Konzentration von Legionellen festgestellt, erteilt das Gesundheitsamt Duschverbot. Denn in diesem Fall besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich die Bewohner durch die Legionellen infizieren. Da auch Todesfolgen nicht ausgeschlossen werden können, wird die Nutzung des Wassers in der Dusche unterbunden.

Wie schützt man sich vor Legionellen im Wasser?

Einem Legionellenbefall im Wasser können Bewohner eines Hauses oder einer Wohnung vorbeugen. Folgende Maßnahmen dienen der Prävention der Gesundheit: Die Wasserleitungen sollten regelmäßig benutzt werden. Auch die Wassertemperaturen im Leitungssystem sollten über 50 Grad Celsius erreichen, um die Erreger abzutöten.

Wasserfilter schützen die Bewohner zusätzlich vor Erkrankungen durch Keime im Wasser. Feine Poren in der Filterpatrone verhindern, dass Bakterien, Viren und andere Schadstoffe aus dem Wasser von dem menschlichen Körper aufgenommen werden.

Dabei eignet sich der Filter nicht nur für gesundheitsbewusste Menschen, sondern auch für Risikogruppen und zur allgemeinen Gesundheitsförderung. Denn neben Legionellen können auch Mikroplastik, Pestizide und Schwermetalle sowie Hormone über das Trinkwasser aufgenommen werden. So profitieren die Nutzer von besonders reinem Trinkwasser.

Fazit

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die - sofern sie in hoher Konzentration in den Wasserleitungen vorkommen - die Legionärskrankheit und das Pontiac-Fieber auslösen können. Bei Risikogruppen kann eine Infektion schwer oder sogar tödlich verlaufen. Aber auch gesunde Menschen können bis zu mehreren Wochen unter den Krankheitssymptomen leiden.

Um sich zu schützen, greifen diverse Maßnahmen zur Vorbeugung. So filtern Wasserfilter Bakterien zuverlässig aus dem Trinkwasser. Außerdem sollten die Wasserhähne regelmäßig benutzt werden und die Wassertemperatur sollte in regelmäßigen Abständen über 50 Grad Celsius erreichen.