Leerstand in Westhausen irritiert Planungsdezernent Josef
‚Zwischennutzungen für Studenten ermöglichen‘
„Wir hatten aufgrund des anhaltenden Wohnungsleerstands bereits gemeinsam mit der Geschäftsführung der Nassauischen Heimstätte vereinbart, Zwischennutzungen zu ermöglichen und die momentan leerstehenden Wohnungen beispielsweise für Studenten zur Verfügung zu stellen und hierfür eine entsprechende Zusage bekommen“, führt Josef aus. „Außerdem sollte das Angebot an die Mieter, Wohnungen zu erwerben bis Ende September 2017 befristet werden. Da viele Bewohner einfach nicht das Geld haben, sich eine Wohnung zu kaufen, müssen sie nicht jahrelang darüber nachdenken. Von beidem ist nun offenbar keine Rede mehr. Dabei brauchen wir aufgrund des Wohnraummangels in der Stadt dringend jede verfügbare Wohnung. Die kleinen Wohnungen mit Gartenanteil wären in Frankfurt bei entsprechendem Zustand hoch gefragt.
Ministerin Hinz hatte dem Zeitungsbericht zufolge ausgeführt, die NH wolle 327 Gebäude in der Siedlung im Frankfurter Stadtteil Praunheim möglichst veräußern und habe sie den Mietern zum Kauf angeboten. 69 Gebäude seien seit Ende 2013 an Mieter, 30 weitere an andere Interessenten verkauft worden. In 174 Fällen würden die Immobilien derzeit Mietern zum Kauf angeboten. 40 Wohnungen stünden leer. Der Leerstand solle den Mietern der verbleibenden Wohnung in dem jeweiligen Haus ermöglichen, in Ruhe über einen Kauf der Immobilie als ein Reihenhaus – anstelle der zuvor bestehenden zwei Geschosswohnungen – nachzudenken. Sollten sie sich gegen den Kauf entscheiden, könnten sie als Mieter darin wohnen bleiben.
Doch diese Argumentation überzeugt Josef nicht: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass der Verfall einer denkmalgeschützten Siedlung schöngeredet wird und zugleich der Verkauf der Wohngebäude mit anderen Prioritäten begründet wird sowie mit der Behauptung, Reihenhaussiedlungen passten nicht in das Portfolio der Gesellschaft“, sagt Josef. „Faktisch haben wir es in Westhausen aber gerade nicht mit klassischen Reihenhäusern zu tun, sondern mit kleinen Mietshäusern, die über jeweils zwei Wohnungen verfügen und zum Großteil Bewohner mit schmalem Budget beherbergen. Die Siedlung Westhausen ist ein Schmuckstück des ‚Neuen Frankfurt‘ und dafür da, Menschen eine Heimat zu geben.“
Weitere Artikel aus der Kategorie: