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Letzte Aktualisierung: 23.02.2024

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Lebenswerk von Traxler im Caricatura Museum

von Ilse Romahn

(29.01.2024) Städtischer Ankaufsetat komplettiert die Traxler-Sammlung des Museums

Hans Traxler
Foto: privat
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Der Ausschuss für Kultur, Wissenschaft und Sport der Stadt Frankfurt hat den Ankäufen des Lebenswerks von Zeichner und Satiriker Hans Traxler zugestimmt. Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig sagt: „Hans Traxler ist dem Haus seit seiner Gründung eng verbunden und gehört zu den bedeutendsten satirischen Zeichnern, die Deutschland je hervorgebracht hat. Über 1000 Werke des Frankfurter Zeichners und Satirikers befinden sich seit 2007 im Besitz des Caricatura Museum Frankfurt. Jetzt – finanziert durch den städtischen Ankaufsetat – geht der nahezu restliche Vorlass in die Sammlung des Museums ein, was mich sehr freut.“ Das erworbene Konvolut umfasst 1793 Originale und 240 Skizzen des Künstlers. Traxler erweitert die Sammlung noch zusätzlich durch eine Schenkung von rund 500 Drucken.
 
Im Konvolut befinden sich frühe Werke wie beispielsweise Zeichnungen für sein Buch „Fünf Hunde erben 1 Million“ (1979), späte Werke sowie aktuelle, teilweise noch nicht veröffentlichte Zeichnungen. Zu den Highlights zählen Illustrationen zum Buch „Birne. Das Buch zum Kanzler“ (1983, zusammen mit Peter Knorr) und die Zeichnungen für das Satiremagazin „Titanic“. „Im Zentrum unseres Museums stehen die Werke der Neuen Frankfurter Schule. Sie machten Frankfurt am Main zur Hauptstadt der Satire. Daraus ergibt sich unser Sammlungsauftrag, den wir mit diesem für uns so wichtigen Ankauf unterstreichen“, sagt Martin Sonntag, Leiter des Caricatura Museums. „Wir danken Hans Traxler für sein Vertrauen in unser Haus. Uns freut es außerordentlich, dass wir sein Lebenswerk in unserer Sammlung zusammenhalten, bewahren und der Öffentlichkeit in Ausstellungen zugänglich machen können.“
 
Hans Traxler (* 21. Mai 1929) lebt seit 1951 in Frankfurt am Main. Nach Stationen an der Städelschule und der Mitbegründung der Satirezeitschrift „Pardon“ 1962 feierte der Zeichner, Maler und Autor nur ein Jahr später seinen ersten großen Bucherfolg mit der Wissenschaftsparodie „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“. Zusammen mit Chlodwig Poth, F. K. Waechter, Robert Gernhardt, F. W. Bernstein, Peter Knorr, Eckard Henscheid und Bernd Eilert, die sich bereits in der Redaktion der „Pardon“ zusammengefunden hatten, bildete man die Künstlergruppe, die später als „Frankfurter Neue Schule“ bekannt werden sollte und die sich 1979 für die Gründung des Satiremagazins „Titanic“ verantwortlich zeigte.
 
In den späten 80er Jahren verabschiedete sich Traxler von der aktuellen politischen Satire und zeichnete Cartoons für Magazine von „Zeit“, „FAZ“ und „Süddeutsche Zeitung“. Daneben zeichnete, schrieb und illustrierte er zahlreiche Bücher, darunter auch Kinderbücher. Zuletzt profilierte er sich als Illustrator klassischer Texte wie von Goethe, Schiller, Eichendorff oder Mark Twain. Hans Traxler wurde mehrfach ausgezeichnet – für sein Lebenswerk 2006 mit dem Satirepreis „Göttinger Elch“ und 2007 mit dem „Deutschen Karikaturenpreis“. 2012 erhielt er den „Ludwig-Emil-Grimm Preis“, 2014 die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main, 2015 den „Wilhelm Busch Preis“, 2017 den „Sondermann-Preis für Komische Kunst“ und zuletzt 2018 den „Friedrich-Stoltze Preis“.
 
Eine wechselnde Auswahl seiner Zeichnungen wurde bislang als Leihgabe in der Dauerausstellung präsentiert. Mit zwei großen Einzelausstellungen „Löhleins Katze – Traxler Cartoons“ (2009) und „Hans Traxler – Zum Neunzigsten“ (2019) würdigte man den Ausnahmekünstler. Vor dem Museum werden die Besucher von Traxlers Elch-Skulptur, Wahrzeichen der „Neuen Frankfurter Schule“, begrüßt. Mit dem „Ich-Denkmal“ schuf er 2005 im Frankfurter Grüngürtel einen beliebten Selfie-Hotspot. 2019 wurde der Ankaufsetat für die städtischen Museen in Frankfurt durch die Kulturdezernentin eingeführt. Jährlich stehen den städtischen Museen nun 1,1 Millionen Euro für Ankäufe zur Verfügung. (ffm)