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Letzte Aktualisierung: 07.02.2023

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Lebenslange Weiterbildung

Vortrag von Prof. Bénédicte Zimmermann im Rahmen der Alfred Grosser-Gastprofessur

von Ilse Romahn

(23.01.2023) Im laufenden Wintersemester 2022/23 bekleidet Prof. Dr. Bénédicte Zimmermann die internationale Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Frankfurter Goethe-Universität. Bénédicte Zimmermann ist Professorin für Soziologie an der École des hautes études en sciences sociales in Paris und Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, wo sie zusammen mit Lisa Herzog das Forschungsnetzwerk Working Futures leitet.

Im Rahmen ihres Aufenthalts in Frankfurt hält Prof. Dr. Bénédicte Zimmermann am Montag, 30. Januar, um 19.00 Uhr einen öffentlichen Vortrag auf dem Campus Westend der Goethe-Universität (Casino-Gebäude, Raum 1.801) mit dem Titel "Lebenslange Weiterbildung: Gesellschaftliche, betriebliche oder individuelle Verantwortung? Ein deutsch-französischer Vergleich". Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

In ihrem Vortrag geht die Wissenschaftlerin darauf ein, dass lebenslanges Lernen im Zeitalter der Digitalisierung und des Klimawandels mehr denn je zu einer gesellschaftlichen Herausforderung geworden ist. Im Kontext rascher Veränderungen der Arbeitswelt soll lebenslange Weiterbildung einer Vielfalt von Zielen dienen, die sich nicht einfach miteinander vereinbaren lassen: der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und ihrer produktiven Neuausrichtung, der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und beruflichen Umschulung, aber auch der persönlichen Entwicklung und den Verwirklichungschancen der einzelnen Personen. Im Vortrag sollen Fragen nach Handlungsspielraum und -fähigkeit der Einzelnen in Bezug auf Weiterbildung sowie nach der Verantwortung für die Förderung dieser Handlungsfähigkeit anhand eines deutsch-französischen Vergleichs diskutiert werden.

Prof. Dr. Bénédicte Zimmermann studierte Geschichte und Politikwissenschaften an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne und am Institut d'études politiques de Paris. Sie ist Professorin für Soziologie an der École des hautes études en sciences sociales in Paris und Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte und Soziologie der Arbeit; ihr Interesse richtet sich dabei vor allem auf soziale Organisationsformen in Deutschland und Frankreich. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Ce que travailler veut dire. Une sociologie des capacités et des parcours professionnels (Paris: Economica, 2014), Arbeitslosigkeit in Deutschland. Zur Entstehung einer sozialen Kategorie (Frankfurt am Main: Campus, 2006), La liberté au prisme des capacités. Amartya Sen au-delà du libéralisme (Paris: EHESS, 2008, hrsg. mit J. De Munck) und Beyond Comparison: Histoire croisée and the Challenge of Reflexivity (History and Theory 45, 1, 2006, mit M. Werner).

Das internationale Programm Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung ist seit 2009 am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität angesiedelt. Auf Initiative der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt am Main e. V. wurde sie von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main ermöglicht. Ziel des Programms ist es, die Forschung und den öffentlichen Diskurs über Bürgergesellschaft und Demokratie in Frankfurt zu stärken. Jährlich wird ein prominenter Forscher oder eine prominente Forscherin von einer Auswahlkommission der Goethe-Universität ausgewählt und vertieft in Seminaren und Vorträgen Aspekte der Thematik aus gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive. Namensgeber ist der 1925 in Frankfurt geborene Publizist, Politologe und Soziologe Alfred Grosser – ein zentraler Wegbereiter der deutsch-französischen Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Weitere Informationen unter: https://tinygu.de/alfred-grosser-gastprofessur

Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, Untermainanlage 5, 60329 Frankfurt    www.sptg.de