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Letzte Aktualisierung: 17.05.2021

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Lebensader Amazonasregenwald

Bruno. H-Schubert-Preis geht an 4 Personen

von Karl-Heinz Stier

(29.04.2021) Der Bruno H. Schubert-Preis ist mit insgesamt 60.000 Euro einer der am höchsten dotierten privaten Umweltpreise Deutschlands. In diesem Jahr dreht sich alles um Amazonien, eine faszinierende und zugleich bedrohte Region unserer Erde.

Bildergalerie
Dr. Silvano Campello und George Georgiadis – Brasilien 15 000 Euro
Foto: H.Schubert-Preis
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Julia Miranda Londono - Kolumbien 30 000 Euro
Foto: H.Schubert-Preis
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Die vier Preisträgerinnen und Preisträger haben sich auf herausragende Weise für die Erhaltung der Wälder Amazoniens unter höchstem persönlichen Einsatz verdient gemacht.

Die Jury des Bruno H. Schubert-Preises, der seit 2018 den Zusatz „Frankfurt Conservation Awards“ trägt, war sich unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Niekisch, dem Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung, schnell einig, dass die ausgewählten Persönlichkeiten deshalb preiswürdig sind, weil sie nachweislich dazu beitragen, die Regenwälder Amazoniens zu bewahren.

Preisträgerin der Kategorie 1 für langjährigen Einsatz im Naturschutz (Lebenswerk)  dotiert mit 30 000 Euro:Julia Miranda Londoño, Kolumbien
Von 2004 bis Ende 2020 stand die auf Umweltrecht spezialisierte Anwältin und passionierte Umweltschützerin an der Spitze der kolumbianischen Nationalparkbehörde. In diesen fast 17 Jahren gelang es ihr, das Netz an Schutzgebieten in ihrem Land deutlich auszubauen: 15 Schutzgebiete, zusammen zweieinhalb Mal so groß wie die Schweiz, wurden unter ihrer Führung neu geschaffen oder erweitert, 59 Nationalparks mit einer Fläche von 313.000 Quadratkilometern – mehr als 18 Prozent der Landesfläche Kolumbiens - und standen unter ihrer Führung. Amazonien ist ein Land, das auch fünf Jahre nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens noch nicht wirklich zur Ruhe gekommen ist und in dem Umwelt- und Naturschützer gefährlich leben. „Bedrohung oder Entführung von Parkrangern, die im Feld sind, um illegales Abholzen, Wildtierhandel oder illegalen Rohstoffabbau zu stoppen, ist noch immer an der Tagesordnung“, sagt Julia Miranda.

Preisträger der Kategorie 2 für besonderen Einsatz im Naturschutz dotiert mit 15 000 Euro: Dr. Silvana Campello und George Georgiadis, Brasilien
Die Feuersaison 2020 in Amazonien war noch schlimmer als im Jahr davor, fand aber aufgrund von Corona leider nur wenig Medienecho. Zwei der Preisträger des diesjährigen Frankfurt Conservation Award/Bruno H. Schubert-Preises haben jedes Jahr unmittelbar mit diesen Feuern zu kämpfen: Silvana Campello und George Georgiadis. Die beiden haben sich vor mehr als 20 Jahren dem Schutz des Cantão State Park in ihrem Heimatland Brasilien verschrieben. Dass dies in Brasilien, wo das politische Klima dem Naturschutz nicht gerade förderlich ist, auch ein persönliches Risiko darstellen kann, ist ihnen bewusst, hindert sie jedoch nicht am Weitermachen. In Cantão investierten Silvana Campello und George Georgiadis in den letzten Jahren in ein privates Schutzgebiet und überzeugten andere Grundbesitzer, sich ebenfalls zu beteiligen. Dadurch entstand neben dem Cantão State Park ein wichtiger ökologischer Korridor als Puffer in der natürlichen Übergangszone des Regenwaldes zur Savanne.

Preisträger der Kategorie 2 ebenfalls für besonderen Einsatz im Naturschutz dotiert mit 15 000 Euro: Teófilo Torres Tuesta, Peru
Teófilo Torres ist der Chef des Yaguas-Nationalparks im Norden Perus. Die Region am Fluss Putumayoist auch seine Heimat. Torres hat einen entscheidenden Anteil daran, dass Yaguas überhaupt Nationalpark wurde. Im Januar 2018 wurde Yaguas zum Nationalpark und 8.700 Quadratkilometer Amazonasregenwald wurden unter strengen Schutz gestellt. Vorausgegangen war dem ein Mehrheitsvotum der angrenzenden indigenen Gemeinden. Sie hatten sich mit ihrer Stimme für den Nationalpark und gegen die Ausbeutung ihrer einzigartigen Regenwälder durch Holzeinschlag, Goldgewinnung, Viehweiden oder den Anbau von Coca-Sträuchern ausgesprochen. Es war ihnen bewusst, dass sie selbst dort auf Nutzung würden verzichten müssen.

Dank Kontrollposten und einer kleinen Rangertruppe ist Yaguas heute eine sichere Schatzkammer der Natur, Heimat von Rosa Flussdelphinen, Riesenottern, Wollaffen und Jaguaren. Neun von zehn Parkrangern kommen wie Torres selbst aus den indigenen Gemeinden der Region. Der Frankfurt Conservation Award für Teófilo Torres soll dazu beitragen, dass das Beispiel auch andernorts Schule macht und indigene Gemeinden und Naturschutz immer mehr an einem Strang ziehen.