Kultur

"La traviata" bei den Bregenzer Festspielen

Zum 80. Jubiläum der Bregenzer Festspielen kommt seit dem 22. Juli Verdis "La traviata" auf die Bregenzer Seebühne. Mit ihrer aufsehenerregenden Kulisse wird die Seebühne zum Spiegel der Welt.


Foto: Brigitte Albus

Foto: Brigitte Albus

Tatsächlich ragen 86  Spiegelsplitter gigantisch 27 Meter in den Himmel und 48 Meter in die Breite, zeigen mal in luftiger Höhe Alfredos Loft, mal den Dottore in seinem Arztzimmer oder Videos aus der Handlung. Inmitten der Spiegelinstalation erscheint gegen Ende eine Kraterlandschaft aus der eine todbringende, riesige, schwarze Kugel herausrollt. Die atemberaubenden, beiden Festszenen werden durch im Wasser planschenden Nixen in Badekleitung der 20er Jahren begleitet.

In einem rauschenden Meer aus Champagner, Tanz und Eleganz genießt Violetta Valéry das pulsierende Leben der Pariser Gesellschaft. Doch hinter der funkelnden Fassade verbirgt sich eine Frau, deren Herz mehr sucht als Glanz und Vergnügen. Als der junge ­Alfredo Germont ihre Welt betritt, scheint ein anderes Leben greifbar – eines, das auf Liebe und Aufrichtigkeit gründet. Doch in einer Welt, in der Geld und der gesellschaftliche Ruf über allem stehen, bleibt für Gefühle wenig Raum.

Mit La traviata schuf Giuseppe Verdi eine Oper von schmerzlicher Schönheit – mit ergreifenden Arien, packenden Chorszenen und einem Orchesterklang, der Sehnsucht und Drama dieser tragischen Liebesgeschichte in jeder Note spürbar macht.

Der wunderbare Gesang von Marjukka Trepponen in der Rolle der Violetta ist warm und rund. Julien Behr als Alfredo Germont ein schlanker Tenor und Vladimir Stoyanov als  Bariton in der Rolle des Giorgio Germont sensationell. Unter der musikalischen Leitung von Kirill Karabits und dem Orchester der Wiener Symphoniker sind die Chöre Bregenzer Festspielchor und Prager Philharmonischer Chor zu hören.

Für die Inszenierung verlegt der italienische Regisseur ­Damiano Michieletto die Handlung in die glanzvolle Welt der Roaring Twenties. Vor dem Hintergrund schillernder Jazzklubs und dekadenter Abendgesellschaften, zwischen Lebenshunger und Zerbrech­lichkeit muss Violetta eine Entscheidung treffen, die ihr Schicksal unwiderruflich besiegelt.

Die Aufführung dauert ohne Pause ca. 2 Stunden. Die 28 Aufführungen bis zum 23. August 2026 sind restlos ausverkauft. Die Produktion wird jedoch im Sommer 2027 erneut gezeigt.