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Letzte Aktualisierung: 18.02.2020

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Kulturstiftung des Bundes fördert die Frankfurt Dream Academy der Stadtbücherei

von Ilse Romahn

(24.01.2020) Für die Stadtbücherei Frankfurt beginnt das neue Jahr mit einer erfreulichen Förderzusage. Ihre Idee der Frankurt Dream Academy wird von der Kulturstiftung des Bundes mit 200.000 Euro über zwei Jahre gefördert.

Die Förderung erfolgt im Rahmen des Programms „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“, mit dem die Kulturstiftung Stadtbibliotheken in ihrer Rolle als kooperationsfreudige und teilhabeorientierte Kulturorte stärkt.

Die Stiftung erkennt mit „hochdrei“ die große zivilgesellschaftliche Bedeutung von Bibliotheken an: „In Zeiten des digitalen Wandels und zunehmender Diversität können Bibliotheken wichtige Medienkompetenzen vermitteln und aktive Orte gesellschaftlicher Debatten sein … Wie kaum ein anderer Ort machen sie kulturelle, soziale und digitale Teilhabe gemeinwohlorientiert und generationenübergreifend möglich.“ Im Fokus der Förderung stehen innovative Bildungs- und Kulturkonzepte und interessante Kooperationsansätze.

Für Sabine Homilius, Leiterin der Stadtbücherei, ist die Förderung Anerkennung und Ansporn: „Die Dream Academy ist ein lernendes Projekt. Es freut mich sehr, dass die Kulturstiftung des Bundes unseren ergebnisoffenen Ansatz unterstützt und uns damit die Chance gibt, gemeinsam mit einer jungen Zielgruppe neue Wege der Partizipation zu entdecken.“

Die Frankfurt Dream Academy ist ein experimentelles Projekt für Jugendliche. Die Academy definiert sich als „Pop-up-Bibliothek jenseits der Worte“ und richtet sich damit bewusst an eine bibliotheksferne Zielgruppe. Bildungsdezernentin Sylvia Weber unterstützt diesen Ansatz nachdrücklich: „Unsere Gesellschaft befindet sich durch die digitale Transformation in einem enormen Wandel. Der klassische Bildungskanon allein reicht nicht aus, um Jugendliche gut auf ihre Zukunft vorzubereiten. Die Dream Academy wird sowohl Frankfurter Jugendlichen als auch der Stadtbücherei wertvolle neue Perspektiven eröffnen.“

Die Stadtbücherei Frankfurt und ihr Kooperationspartner, der Verein SocialTech, planen die Durchführung in Frankfurter Stadtteilen, in denen es derzeit keine Bibliothek gibt. In innovativen und teilhabeorientierten Formaten sollen Jugendliche in zukunftsrelevanten Kompetenzen wie Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritischem Denken gestärkt werden. Die Formate werden in einem partizipativen Kreativprozess mit den Jugendlichen selbst erarbeitet. Die Teilnehmer erhalten dabei die Chance, ihre Wünsche, Ideen und Hoffnungen zu formulieren, aus ihrem Leben zu erzählen und Skills jenseits des klassischen Bildungskanons zu entwickeln. Das ergebnisoffene Experiment bietet jungen Menschen eine öffentliche Plattform und die Stadtbücherei lernt, was Jugendliche heute von der Institution Bibliothek erwarten und was nicht. SocialTech wird das Projekt intensiv begleiten. Der Frankfurter Verein ist eine Allianz engagierter Bürger aus den Bereichen Bildung, Innovation, Wissenschaft und Technologie. Aufgabe ist, gemeinnützige Initiativen darin zu unterstützen, mithilfe neuer Technologien und Konzepte gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.

Nach der Förderzusage geht das Projekt jetzt in die detaillierte Konzeption, die konkrete Planungsphase und in die Auswahl der Frankfurter Stadtteile. Die ersten Workshops sind für den Sommer 2020 geplant. (ffm)