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Kulturfonds Frankfurt RheinMain fördert sechs neue Projekte

Demokratie, Perspektivwechsel und transkulturelle Begegnungen – die neue Förderperiode setzt starke Zeichen für die Rhein-Main-Region Der Kulturausschuss des Kulturfonds Frankfurt RheinMain hat die Förderung von sechs Kunst- und Kulturprojekten beschlossen.

Von Theaterproduktionen für junges Publikum über große Ausstellungen bis hin zu internationalen Musikfestivals spiegeln die geförderten Vorhaben die thematische Breite und künstlerische Stärke der Rhein-Main-Region wider. Im Rahmen der aktuellen Förderperiode werden diese mit einer Summe von rund 1,47 Millionen Euro finanziell unterstützt.

„Wir leben in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeit mehr ist, in der Unsicherheiten wachsen, Vertrauen schwindet und demokratische Werte unter Druck geraten. Genau dann brauchen wir Menschen, die sich für diese Werte einsetzen und Räume schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung erfahrbar werden. Der Kunst- und Kulturbereich, gerade in der Rhein-Main-Region, und die geförderten Projekte stehen sinnbildlich für Haltung und gesellschaftliches Miteinander. Darauf können wir in unserer Region stolz sein“, erklärt Christoph Degen, Vorsitzender des Kulturausschusses und Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur.

„Kunst und Kultur brauchen verlässliche Partner – besonders in Zeiten, in denen vieles in Bewegung geraten ist. Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain versteht sich seit seiner Gründung als genau das: als stabiler, langfristiger Förderer der kulturellen Gegenwart und Zukunft der Region. Die Projekte dieser Förderperiode zeigen, wie tief die Kultur hier verwurzelt und wie breit sie aufgestellt ist – von jungem Publikum bis zur internationalen Bühne, von den freien Szenen bis zu den großen Institutionen“, betont Dr. Susanne Völker, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, und ergänzt: „Es ist wichtig, dass Kunst und Kultur Fragen stellen können, die anderswo nicht gestellt werden, und Angebote machen, die Menschen berühren, inspirieren und verbinden. Das trägt wesentlich zum Zusammenhalt und zur Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft bei.“

Die Projekte im Detail:
Schwerpunktthema „Resonanzräume für die Zukunft gestalten“ fantastisch – Zwischenwesen und Zwischenwelten
Von Dezember 2026 bis Ende 2027 bringt die Junge Theaterwerkstatt am Zoo zwölf Inszenierungen in die Rhein-Main-Region: Figurentheater, Tanz, Sprechtheater und Performance begegnen jungen Zuschauerinnen und Zuschauer mit fantastischen Mischwesen und Zwischenwelten, die zum Nachdenken, Widersprechen und spielerischen Entdecken einladen. Sieben mobile Produktionen touren vom Zoo aus durch die gesamte Region, begleitet von einem Workshopprogramm. Das Projekt des Mousonturm in Kooperation mit TheaterGrueneSosse, Paradiesvogel e.V. und Zentrum Junger Tanz erprobt dabei ein deutschlandweit einzigartiges Modell: ein Produktionshaus für junges Publikum, das in direkter Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern und regionalen Partnerinnen und Partnern eine zukunftsweisende Theaterdistribution im Verbund mit der freien Szene entwickelt.

Burgfestspiele Bad Vilbel 2027: Wahrheit. Diskurs. Resonanz.
Zum 40-jährigen Jubiläum präsentieren die Burgfestspiele Bad Vilbel vom 16. April bis 6. September 2027 zwei große Schauspielproduktionen: Umberto Ecos „Der Name der Rose“ und Carl Zuckmayers „Der fröhliche Weinberg“. Beide Werke beleuchten auf unterschiedliche Weise die Frage nach Wahrheit und demokratischer Kultur – Eco aus der Perspektive von Wissenshoheit und Deutungsmacht, Zuckmayer im Spiegel sozialer Alltagswirklichkeit. Ergänzende kuratierte Formate vertiefen die öffentliche Auseinandersetzung mit diesen Themen und schaffen eine zweite Ebene des künstlerischen Diskurses.

Resonanzräume der Zukunft – Neue transkulturelle Klangräume im kollektiven Zusammenspiel zwischen Tradition und globalen Gegenwarten
Das Bridges Kammerorchester vereint Musikerinnen und Musiker mit ihren Instrumenten aus Europa, Asien und den Amerikas zu einem einzigartigen Klangkörper. Von Dezember 2026 bis Juni 2027 stellt das Ensemble in Frankfurt, Kronberg und Bad Vilbel ein Programm vor, in dem klassische europäische Meisterwerke auf traditionelle persische Musik und zeitgenössische transkulturelle Kompositionen treffen. Darüber hinaus entstehen im kollektiven Prozess neue Kompositionen, an denen Orchestermitglieder und externe Gäste gemeinsam mitwirken – ein künstlerisches Modell, das die Vielfalt der Region hörbar macht und Tradition mit globalen Gegenwarten verbindet.
Schwerpunktthema „Impulsgeberin Kunst“

Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.
Ab Herbst 2026 widmen das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung eine große Ausstellung einer der schillerndsten Figuren der Bibel: Maria Magdalena. Vom 17. September 2026 bis 17. Januar 2027 zeigt die erste umfassende Überblicksschau im deutschsprachigen Raum, wie Künstlerinnen und Künstler vom Mittelalter bis in die Gegenwart die Gestalt der Magdalena als Apostelin, reuige Büßerin, ekstatische Heilige und Identifikationsfigur für Generationen von Frauen dargestellt haben. Die Ausstellung vereint Meisterwerke aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen und macht sichtbar, wie sich Glaubensvorstellungen und Geschlechterbilder in der Kunstgeschichte verweben – ergänzt um Perspektiven feministischer Theologie.

Schwerpunktthema „Internationalität“ Darmstädter Ferienkurse 2027: Touchpoints
Alle zwei Jahre werden die Darmstädter Ferienkurse zum pulsierenden Treffpunkt für Komponistinnen und Komponisten, Musikerinnen und Musiker, Klangkünstlerinnen und Klangkünstler und Musikbegeisterte aus aller Welt. Vom 10. bis 24. Juli 2027 verbinden sie die herausragende Musikszene der Rhein-Main-Region mit internationalen Netzwerken: Konzerte mit regionalen Klangkörpern – darunter erstmals das Staatsorchester Darmstadt und das hr-Sinfonieorchester gemeinsam – treffen auf Gastensembles aus Dänemark, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Polen und Thailand. Unter dem Leitgedanken „Touchpoints“ stehen 2027 intensive Begegnungen zwischen lokalen und internationalen Kulturakteuren im Vordergrund. Als besonderer Begegnungsort dient OCT.opus, eine aufblasbare, begehbare Skulptur und Bühne des Performance-Kollektivs God's Entertainment mitten im öffentlichen Raum Darmstadts.

Später Ruhm
Vom 18. März bis 13. Juni 2027 stellt die Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main Künstlerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts in den Mittelpunkt, die erst im hohen Alter Anerkennung fanden. Die Ausstellung „Später Ruhm“ fragt nach der besonderen künstlerischen Freiheit, die aus jahrzehntelanger Arbeit jenseits des Rampenlichts entstehen kann, und stellt gängige Vorstellungen von linearen Karrieren und die Fixierung des Kunstbetriebs auf Jugend und frühen Erfolg in Frage. Ausgangspunkt bilden Louise Bourgeois und Maria Lassnig. Ihnen zur Seite gestellt werden internationale Künstlerinnen wie Etel Adnan, Luchita Hurtado, Geta Brătescu und Isabella Ducrot. Jede Künstlerin erhält einen eigenen Raum – verbunden durch übergreifende Themen wie Zeit und Erinnerung, Körper und Identität sowie Text und Textil.

Mehr über die Arbeit des Kulturfonds erfahren Sie unter www.kulturfonds-frm.de.