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Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

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Kulturdezernentin Hartwig würdigt verstorbenen Filmemacher und Adorno-Preisträger Jean-Luc Godard

von Ilse Romahn

(14.09.2022) Wie aus seinem näheren Familienumfeld bestätigt, ist der Regisseur und Drehbuchautor Jean-Luc Godard im Alter von 91 Jahren gestorben. Godard gilt weltweit als einer der bedeutendsten Filmemacher, dessen Werk bis heute zahlreiche Regisseure inspiriert.

Mit gesellschaftskritischen Werken wie „Außer Atem“, „Der kleine Soldat“ oder „Elf Uhr Nachts“ revolutionierte er die Regiearbeit: Gemeinsam mit Francois Truffault, Claude Chabrol oder Jacques Rivette zählt er zu den wichtigsten Vertretern des „Nouvelle Vague“ – einer experimentellen, international antizipierten Stilrichtung des französischen Kinos.

Für seine Leistungen rund um das Medium Film wurde Jean-Luc Godard nicht zuletzt 1995 der Theodor W. Adorno-Preis der Stadt Frankfurt verliehen.
 
Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig kondoliert der Familie und würdigt den Verstorbenen: „Jean-Luc Godards Einfluss auf die Welt des Films ist gar nicht hoch genug zu schätzen. Er hat die Sehgewohnheiten seines Publikums verändert, ihm regelrecht die Augen geöffnet für das zutiefst subjektive Moment gesellschaftlichen Lebens. Godard hat die Figuren seiner Filme ebenso mit Selbstverständlichkeiten und Konventionen brechen lassen, wie er als Regisseur mit Formen und Techniken experimentierte. Die Welt könnte auch ganz anders sein, ließen Godards Filme sein Publikum erfahren. Frankfurt verliert mit Jean-Luc Godard einen der großen Filmemacher des 20. Jahrhunderts, der weit über Europa hinauswirkte, und einen verdienten Träger des Theodor W. Adorno-Preises.“ (ffm)