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Letzte Aktualisierung: 27.05.2022

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Kulturdezernentin Hartwig stärkt kulturelle Teilhabe in den Frankfurter Museen

von Ilse Romahn

(06.05.2022) Auf Initiative der Vermittlungsabteilungen der Frankfurter Museen wurde 2015 das Programm „Places to see“ entwickelt, das sich anfänglich an geflüchtete Menschen richtete. Dabei etablierte sich ein wöchentliches Exkursionsprogramm mit Führungen und Workshops für interessierte Bewohnerinnen und Bewohner der beteiligten Notunterkünfte in Frankfurt.

Über 4300 Menschen haben inzwischen die neu konzipierten Workshops, in denen Interaktion unabhängig von unterschiedlichen Sprachniveaus für Kinder, Familien und Erwachsene ermöglicht wurde, wahrgenommen. Seit Projektbeginn hat sich der Interessentenkreis von „Places to see“ erweitert: Zahlreiche weitere gemeinnützige Akteure sind hinzugekommen. Bereits heute besteht ein Netzwerk von 40 Kooperationspartnern, darunter zahlreiche gemeinnützige Vereine und zivilgesellschaftliche Organisationen.
 
Seit dem Frühjahr 2021 erfährt das Projekt eine Weiterentwicklung, die auf die bereits etablierten Strukturen und vorhandenen Erfahrungen baut. Die Neuausrichtung, die durch die Vermittlungsabteilungen der Museen entwickelt wurde, beinhaltet ein ganzheitliches Verständnis von Partizipation, Inklusion und Diversität. Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig sagt: „Wir können nicht genug für die kulturelle Bildung und Teilhabe in unserer Gesellschaft tun. Die aktuelle Entwicklung zeigt uns, dass es ständig neue Anlässe gibt, Angebote wie ‚Places to see‘ zu intensivieren und auszubauen. Unabhängig vom Geldbeutel oder ihrer Herkunft muss es Menschen möglich sein, am kulturellen Leben eines Gemeinwesens teilzuhaben. Dieses Ziel ist ein Schwerpunkt meiner kulturpolitischen Arbeit.“
 
Mit der Weiterentwicklung von „Places to see“ wird der Adressatenkreis des Projekts erweitert: Nun können sich auch Organisationen, Vereine und Initiativen, die sich für die Förderung von Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, humanitärer Hilfe, Wissenschaft und Forschung sowie Sport gemeinnützig engagieren und ihren Sitz in Frankfurt am Main haben, an den Angeboten des Programms beteiligten.
 
Registrierten Vereinen stehen drei Programmformate zur Verfügung: Beim Bonus-Programm können gemeinnützige Organisationen in jeder mitwirkenden Kulturinstitution jeweils eine Gruppenführung oder einen Workshop kostenfrei und individuell vereinbaren. Beim Blind Date lassen sich zwei Organisationen, die bislang nicht zusammenarbeiten, auf ein gemeinsames Kennenlernen in einer Kulturinstitution ein. Ein Labor bietet die Möglichkeit zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit einer Kulturinstitution über einen längeren Zeitraum und zur Erprobung experimenteller Formate. Zugleich eröffnet das Labor eine Plattform, in der Notwendigkeiten und Innovatives in der Vermittlungsarbeit verhandelt und Lösungen erprobt werden können.
 
„In Frankfurt haben noch nie vorher so viele Museen in dieser Form zusammengearbeitet. Das Projekt baut auf vorhandene Ressourcen der 24 Vermittlungsabteilungen auf, nutzt deren intensiven Erfahrungsaustausch und ermöglicht so eine dauerhafte und nachhaltige Fortführung des Angebots, das dem Anspruch einer innovativen und zeitgemäßen Kunst- und Kulturvermittlung gerecht wird. Dadurch entsteht ein Mehrwert für alle“, sagt Kulturdezernentin Hartwig und führt weiter aus: „Das ist etwas ganz Besonderes und bundesweit einmalig. Das Projekt zeigt einmal mehr, dass wir hier in Frankfurt eine Vorreiterrolle erfüllen können, aber auch müssen, weil uns die Themen unserer Zeit in einer globalen Stadt besonders herausfordern.“
 
Standen bislang noch keine entsprechenden Förderprogramme oder städtischen Vergünstigungen zur Verfügung, sind die kostenfreie Nutzung von Vermittlungsangeboten, die Durchführung kleinerer Kooperationen und der Moment neuer Erfahrungen und Begegnungen nun allen gemeinnützig arbeitenden Organisationen und Vereinen mit Sitz in Frankfurt am Main kostenfrei zugänglich. Ermöglicht wird das Projekt durch eine jährliche Förderung des Dezernates für Kultur und Wissenschaft in Höhe von 100.000 Euro.
 
In einer ersten Pilotphase haben bereits vier Labore im DFF – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, Museum MMK für Moderne Kunst, Historischen Museum Frankfurt und Weltkulturen Museum stattgefunden oder finden gegenwärtig noch statt.
 
Bei „Places to see“ arbeiten 24 Kulturinstitutionen zusammen: Archäologisches Museum Frankfurt, Bibelhaus Erlebnis Museum, Deutsches Architekturmuseum (DAM), DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Dommuseum Frankfurt, Eintracht Frankfurt Museum, Experiminta Science Center, Frankfurter Goethe-Haus, Historisches Museum Frankfurt, Jüdisches Museum Frankfurt, Junges Museum Frankfurt, Liebieghaus Skulpturensammlung, Museum MMK für Moderne Kunst, Museum Angewandte Kunst, Museum Giersch der Goethe-Universität, Museum für Kommunikation, Palmengarten, Schirn Kunsthalle, Senckenberg Naturmuseum, Städel Museum, Struwwelpeter Museum, Weltkulturen Museum und Zoo Frankfurt.
 
Für die Wahrnehmung der Angebote und die Mitwirkung an „Places to see“ als gemeinnütziger Verein oder gemeinnützig arbeitende Organisation ist eine Registrierung über das Projektbüro notwendig, das auch über die Formate und verfügbaren Termine informiert und berät. Alle Informationen sind auch auf der Website unter frankfurt.de/placestosee zu finden. (ffm)