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Letzte Aktualisierung: 06.12.2019

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Kulinarischer Streifzug... wenn auf der Insel Usedom die „Wild Wochen“ locken

von Annchen Witt

(26.11.2019) Wenn sich die Wälder spektakulär verfärben, die Sonne goldene Strahlen verschickt, die Temperaturen kühler werden, ist eine Wanderung am Meer oder den herrlichen Wäldern auf der zweitgrößten Insel Deutschlands, ein ganz besonderer Genuss. Auf dem Weg warten Laubwälder, welche im Herbst in prachtvollen Rot-, Gelb- und Goldtönen leuchten. Idyllische kleine Dörfer mit reetgedeckten Häusern, hübsche, malerische Buchten, kleine Häfen mit kulinarischen Köstlichkeiten sowie spannende Begegnungen mit aktiven und besonderen Inselbewohnern faszinieren den Besucher. Usedom zählt zu den sonnenreichsten Regionen, hat 42 Kilometer feinen hellen Sandstrand und besticht mit einer fast lückenlosen, gut erhaltenen geschichtsträchtigen Bäderarchitektur.

Bildergalerie
Strand in Heringsdorf
Foto: Annchen Witt
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Idyll im Hafen von Stagnieß
Foto: Annchen Witt
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Rankwitz Hafen
Foto: Annchen Witt
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Ferienhäuser im Rankwitzer Hafen
Foto: Annchen Witt
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Ina Schirmer die Kräuterfrau
Foto: Annchen Witt
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Forstamtsleiter Felix Adolphi
Foto: Annchen Witt
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Wenn die kalten Wintermonate vor der Tür stehen, zuerst der Herbst sich farbenfroh verabschiedet, darf gerne mal das ein oder andere deftige Gericht auf dem Teller landen. Die „Wild Wochen“ auf der Insel Usedom locken mit leckeren und vielfältigen Gerichten, die mit gutem Gewissen verzehrt werden können. Dabei ist Wild nicht nur schmackhaft, sondern auch die klimafreundlichste Art Fleisch zu genießen.

Viele Gastronomen der Region bringen im November und Dezember Wildbret aus dem gesunden und wildreichsten Inselwald Deutschlands auf den Tisch. Wildbret ist das Fleisch von freilebenden Tieren, die dem Jagdrecht unterliegen. Ziel der Wildwochen ist es, Einheimische sowie Gäste für Wild aus heimischer Jagd 100% Bio zu begeistern. Außerdem leistet der Verzehr von heimischen Wildbret einen Beitrag zum Klimaschutz. Die Wildtiere leben in einem artgerechtem Lebensraum, suchen ihr Futter selbst und der Transport zur Nahrungsbeschaffung, sowie Transportwege zur Schlachtung entfallen. Der Ausstoß von CO2 ist gleich 0.

Zu der natürlichen und regionalen Herkunft kommt hinzu, dass das Fleisch von Wildschwein, Reh-und Rotwild aus dem heimischen Wald auch geschmacklich überzeugt. Denn Wildbret ist ein sehr hochwertiges, vitamin- und nährstoffreiches Fleisch, das viel Eiweiß und nur einen geringen Fettanteil enthält. Zum Anderen sollte das Wild und die Jagd stets ein gesundes Gleichgewicht halten. Denn gute Qualität beginnt schon bei der Jagd, erklärt bei einem informativen Waldspaziergang Forstamtsleiter Felix Adolphi vom Forstamt Neu Pudagla auf Usedom. Beim Wildschwein komme dann auch nur Fleisch in den Verkauf, das auf Trichinen untersucht werde. „Durch die Jagd wird der Wald im Gleichgewicht gehalten. Denn vor allem Rehe und Hirsche, auch Hasen können die Artenzusammensetzung im Wald verändern, da ihnen viele Triebe junger Bäume als Futter dienen. Sind die Wildbestände also zu hoch, hat dies schließlich Einfluss auf die Artenvielfalt der Bäume“, erklärt Felix Adolphi. Deshalb sind Jäger als nachhaltige Nutzer und leidenschaftliche Schützer der Natur von Wichtigkeit für einen gesunden Waldbestand. Aber auch für die Vielfalt auf dem Teller.

In vielen Hotels und Restaurants der Region kommen gesunde Delikatessen in traditionellen und kreativen Variationen, leckere Wildgerichte auf den Teller, die durch weitere schmackhafte Zutaten aus regionalem Anbau ergänzt werden. Die Auswahl an Wildfleisch lässt hier keinen Wunsch mehr offen. Das Spektrum der Anbieter reicht mittlerweile vom ganzen Wildschwein, über die küchenfertige Familienportion bis hin zur Vollkonserve. Einige Verkaufsstellen bieten auch Schinken, verschiedene Wurstwaren im Darm und in der Dose, aber zum Teil auch Frikadellen, Sülze und Wildfonds an.Viele, die sich ihr Wild selbst zubereiten möchten, werden zum Beispiel beim Forstamt Neu Pudagla im Waldladen fündig, wo frisches, hochwertiges Wildbret, Wildprodukte wie Wildsalami, Hirschpastete, Hirschschinken und vieles andere mehr jetzt verstärkt zum Verkauf angeboten wird.

Neben dem vorzüglichen Wald-und Geschmackserlebnis erwartet Gäste der Insel eine Landschaft aus sanft geschwungenen Feldern, grünen Wiesen, Koppeln mit großen Kuhherden, historischen Kirchen, verträumten, einsamen Dörfern mit kleinen  Fischerhäfen, alles mystische Orte, die zum Einkehren oder einfach inne halten, einladen. So lohnt ein Besuch im hübschen Hafen von Rankwitz am Peenestrom, wo das Familienunternehmen „Usedomer Feinfisch GmbH“ ein umfangreiches Angebot an Räucher-und Frischfisch an bietet. Hier wird noch traditionell mit heimischen Buchen-und Erlenholz über offenem Feuer in typischen Altonaöfen geräuchert.

Informationen über heimische Inselkräuter vermittelt die am Waldesrand wohnende Kräuterexpertin Ina Schirmer, liebevoll die Kräuterhexe von Prätenow, genannt. Sie zeigt voller Stolz ihren Garten mit etwa 100 verschiedenen Küchen, Duft -und Heilkräutern. Sie erläutert nicht nur die Anwendung und Wirkungsweise von Wildkräutern sondern bietet liebevoll Kostproben vom zu bereiteten Imbiss an. Es schmeckt total lecker und ist obendrein sehr gesund. Ein Besuch in der herrlichen Abgeschiedenheit sollte deshalb unbedingt eingeplant werden. Im hübschen kleinen Kräuterladen können selbstgemachte Produkte von Ina Schirmer käuflich erworben   werden und erfreuen als Mitbringsel die Lieben daheim.

Wer allerdings ein Abendevent vom Feinsten erleben möchte, sollte sich langfristig zum Wild Fashion Dinner im Forsthaus Damerow anmelden. Hier gibt es im romantischen Ambiente den traditionellen Auftakt der Usedomer Wildwochen mit einem 5- Gänge Menü, korrespondierenden Weinen und einer hochkarätigen Modenschau. Das vor vielen Jahren ins Leben gerufene „Wild Fashion Dinner“ entführt die Gäste in eine Welt der Mode mit optischen Akzenten und bietet zugleich kulinarischen Hochgenuss. Hier treffen Kreativität der Köche und der Designer vortrefflich aufeinander.

Übernachten lässt es sich in Sterne-Hotels, in gemütliche Pensionen sowie beim privaten Anbieter.

Mehr Informationen: Usedom Tourismus GmbH, www.usedom.de

 

Kräuter/Verbena: www.kraeuterverbena.de

Forstamt Neu Pudagla: www.wald-mv.de/Forstaemter/Neupudagla

Forsthaus Damerow: www.urlaub-auf-usedom.de/hotel-forsthaus-damerow

Zur Alten Fischräucherei: www.hafen-rankwitz.de