Krifteler Ferienspiele 2025: Hufschlag, Heuduft und Hobbyhorses
Der Holzpferd-Bock ist so groß wie ein echtes Pferd – und mindestens genauso beeindruckend. Ein Mädchen nach dem anderen klettert vorsichtig über die kleine Aufstieghilfe hinauf, schwingt das Bein über den Sattel und setzt sich dann mit Körperspannung auf das unbewegte Reitgerät. Die Hände greifen die Halterung, der Rücken wird durchgedrückt, die Schultern entspannt. Lächeln. „Das macht Ihr gut“, rufen die Betreuerinnen, allesamt erfahrene Reiterinnen. Michaela, Neele, Eliza und Leonie gestalten diesen Tag auf der Reitanlage Kriftel.
Foto: Gemeinde Kriftel
Das Gruppenfoto soll entstehen. 13 Kinder im Alter von neun bis elf Jahren sitzen auf und stehen am Reitbock. Und wie immer mit dabei: Dackel Waldemar, das Maskottchen der Reitanlage, der mit fröhlich wedelndem Schwanz und gespitzten Ohren sichtlich den Trubel genießt.
Der Reit- und Fahrverein Kriftel öffnet im Rahmen der Ferienspiele zweimal seine Tore, einmal zum Reiten, einmal zum Voltigieren. Heute steht Reiten auf dem Programm, in der zweiten Ferienhälfte wird voltigieren gelernt. Unter Anleitung der Betreuerinnen wird der Reittag zum tierisch guten Erlebnis.
„Wir haben mit Theorie und Putzen angefangen“, erzählt Michaela. „Es ist wichtig, dass die Kinder verstehen, wie man mit einem Pferd umgeht, bevor sie aufsteigen.“ Mit Striegel und Kardätsche lernen die Mädchen, das Fell zu säubern. Es wird gekratzt, gebürstet, gekrault. Die Tiere lassen es sich gefallen, schnauben zufrieden. Auch streicheln dürfen die Kinder die Pferde. Am Rücken, am Hals, zwischen den Ohren. Hufe auskratzen und Sattel auflegen gehören ebenfalls dazu.
Dann geht es in die Reithalle. Ein Parcours ist aufgebaut: Schlangenlinien um Hütchen, ein kleiner Slalom, Stangenhindernisse auf dem Boden – und am Ende der Absprung vom Pferd. Für viele ist es das erste Mal. Angeführt und begleitet von den Reiterinnen des Reit- und Fahrvereins lassen sich die Kinder auf die Vierbeiner ein. Zunächst geführt im Schritt, später allein. Die Zügel locker in der Hand, die Beine am Pferdekörper, die Balance gesucht. Maribel (10) strahlt. „Pferde sind einfach superschöne Tiere“, sagt sie. Stallausmisten? „Das gehört dazu“, erzählt sie, greift sich den Schubkarren mit Pferdeäpfeln und schiebt ihn los.
Ab Mittag bleibt noch Zeit für Hobbyhorsing. Was zuerst nach Spielerei klingt, ist längst zu einer sportlichen Disziplin geworden. Aus Skandinavien stammend, hat sich das „Reiten“ auf Steckenpferden mit Plüschkopf zu einer eigenständigen Freizeitaktivität entwickelt, mit Regeln, Choreographien, Dressur- und Springwettbewerben. In Kriftel liegt der Fokus ganz auf dem Spaß.
Der Sandboden staubt, als die Kinder mit den Steckenpferden über kleine Hindernisse springen, Trabschritte imitieren und Dressurfiguren ausprobieren. Betreuerin Neele beobachtet das Geschehen mit einem Lächeln: „Was ich am Reiten so schön finde, ist die Kombination aus Bewegung, Konzentration und Tierkontakt.“
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