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Kriftel: Wasser marsch im Gartenlabyrinth der katholischen Kirchengemeinde

Amelie und Josi, beide sechs Jahre alt, knien vor den großen Gießkannen, die neben Eimern und Wasserbehältern auf der Wiese aufgereiht stehen. Mit konzentrierten Blicken füllen sie vorsichtig ihre Becher, tragen das Wasser zur selbstgebauten Holzverschalung und gießen es hinein. Ein leises Gluckern, dann bahnt sich das Wasser seinen Weg durch das Aquädukt, das 15 Kinder gemeinsam gezimmert haben.

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Foto: Gemeinde Kriftel

Es ist ihr Bauwerk, ihr kleines Wunderwerk – mit Holzlatten, Nägeln, bunter Farbe und viel Fantasie. Amelie lacht, Josi klatscht in die Hände. „Habt Ihr Spaß?“, fragen die Betreuer. Die Antwort ist ein eindeutiges „Jaaa!“

Die Ferienspiele Kriftel haben begonnen: Seit vielen Jahren schon bieten der Vereinsring und die Gemeinde Kriftel in den Sommerferien ein abwechslungsreiches Programm für Kinder zwischen sechs und 15 Jahren an. Zum ersten Mal ist auch die katholische Kirchengemeinde St. Elisabeth mit dabei.

Treffpunkt ist morgens um Neun. Im Gartenlabyrinth an der Bonifatiuskapelle werden sie bis in den späten Nachmittag dem Element Wasser widmen. Das betreuende Team um Isabelle Clessienne, unterstützt von Tochter Johanna, Sabine Wiegand, langjährige Erzieherin in der Kita St. Elisabeth, und Helen Wendel, ist vor Ort. Mit einem umfassenden Programm begeistern die Betreuerinnen den Nachwuchs.

Symbol für den Kreislauf des Lebens

„Wir wollten das Thema Wasser mit Wissen verbinden“, erzählt Isabelle Clessienne. „Deshalb bauen die Kinder heute ein eigenes Aquädukt.“ Zum Einstieg gehen sie jedoch erstmal auf eine Runde durch das Gartenlabyrinth, ein Highlight des Außengeländes. Das Labyrinth wurde Anfang 2024 angelegt, misst 20 Meter im Durchmesser und orientiert sich in seiner Form an dem berühmten Labyrinth von Chartres in Frankreich. Mit seinen elf konzentrischen Umgängen, schmalen Wegen und schmalen Beeten ist es ein begehbares Symbol für den Kreislauf des Lebens – und ein Ort zum Staunen, Lernen, Entdecken.

Manche Kinder kennen das Labyrinth von anderen Ausflügen. Alle sind schnell begeistert. Und als es ans Bauen geht? Kein Halten mehr! Holzlatten werden geschleppt, Wasserleitungen zusammengenagelt und Wasserbahnen mit bunten Farben bemalt. Es hämmert und klopft. Die Nägel verschwinden nach und nach in allen 15 Modulen, die eben noch in Einzelteilen auf der Wiese lagen. Die Wasserstraße formt sich. Zum Glück gibt es auch keine Verletzungen. „Wir passen gut auf“, betont Isabelle Clessienne. Außerdem stellten sich die Krifteler Kinder handwerklich sehr geschickt an.

Die Historie von solchen Wasserstraßen erläutern die Erwachsenen: „Die Römer nutzten Aquädukte, um Wasser über viele Kilometer in ihre Städte zu bringen. Für Brunnen, Bäder und die tägliche Versorgung. Ohne Wasser kein Leben.“ Lara Marie (8) und ihre jüngere Schwester Finja (6) sind begeistert von der Konstruktion und beobachten gebannt, wie sich das kühle Nass seinen Weg bahnt. „Das haben wir gebaut!“, rufen beide stolz.

Nach Nudeln und Soße, gekocht vom „Kirschenschmaus“-Team, wird am Nachmittag nochmal gebastelt, gemalt und gebaut. Auch eine Seifenblasenmaschine kommt zum Einsatz.