Kriftel: Asylunterkunfte ausgelastet
40 Geflüchtete müssen aus den Gemeinschaftsunterkünften ausziehen
„Die Kapazitäten des Main-Taunus-Kreises zur Unterbringung von Menschen, die uns zugewiesen werden, ist nahezu erschöpft. Nur wenn es den Städten und Gemeinden gelingt, jeden Monat etwa 300 Personen, die auszugsberechtig und auszugsverpflichtet sind, aus den Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen, kann eine weitere Aufnahme ohne die Inanspruchnahme von Hallen oder wie im Landkreis Bergstraße von großen Zelten noch gelingen. Für Kriftel sind es bis zum Ende des Jahres jeden Monat 14 Personen. Und ich möchte diese Personen menschenwürdig unterbringen und nicht in einer großen Halle oder in einem Zelt“, betont er auch in seiner Haushaltsrede.
Von den insgesamt 30 vorhandenen Mobilheimen in der Hofheimer Straße sind derzeit alle 30 bewohnbar. 22 Unterkünfte sind von Geflüchteten belegt, sieben von Obdachlosen und eines der Mobilheime wurde kürzlich komplett renoviert und kann nun neu bezogen werden. 16 geflüchtete Personen haben ein Recht auf einen Auszug und 34 befinden sich in einem Asylverfahren (Stand: 20.09.2023). Ab Januar 2024 könne es zu einer weiteren erhöhten Zuweisung von geflüchteten Menschen kommen, so Seitz, da dann die jetzt freien Unterkünfte und größeren Gebäude des Main-Taunus-Kreises wieder voll ausgelastet sind.
„Der Satz unseres ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Gauck ‚Unser Herz ist weit, aber unsere Möglichkeiten sind endlich‘ wird in diesen Tagen auch in Kriftel mehr als deutlich. Das ist eine riesige Herausforderung. Kriftel war bei der Hilfe, der Unterbringung und auch der Integration auch mit Unterstützung vieler ehrenamtlichen Kräfte - wie etwa unserem Ausländerbeirat aber auch unseren Integrationslotsen - hier immer vorbildlich und die Menschen, die nach Kriftel gekommen sind, spüren das auch und sind dankbar“, so Seitz in der Haushaltsrede. Für die 14 Personen, die die Gemeinde jeden Monat unterbringen müsse, bräuchte sie etwa 3 bis 4 Wohnungen. Seitz: „Auf das Jahr hochgerechnet kommen wir genau auf eine Anzahl von Wohnungen, die wir gerade mit der Gewobau in der Raiffeisenstraße errichtet haben. Wenn die Zahlen so weiter gehen, müssten wir jedes Jahr ein solches Wohnhaus errichten. Das werden wir schon finanziell nicht schaffen.“
Schon letztes Jahr habe der Landrat zusammen mit den Bürgermeistern des Main-Taunus-Kreises auf diese Problematik in einem Schreiben an die Bundesregierung hingewiesen. Bis heute habe man keine Antwort erhalten. „Glücklicherweise scheint es aber nun Bewegung zu geben und ich hoffe, dass Maßnahmen gefunden werden, die zu einer Verringerung der Anzahl der Menschen führt, die wir vor Ort unterbringen und integrieren müssen“, so der Bürgermeister.
Weitere Artikel aus der Kategorie: