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Letzte Aktualisierung: 12.08.2022

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Krankenversicherungsschutz für Azubis, Studis und Bufdis

Richtig krankenversichert nach der Schulzeit

von Adolf Albus

(28.07.2022) Kinder und Jugendliche müssen sich keine Gedanken darüber machen, wer ihre Arznei- und Heilmittel, Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte bezahlt. Sie sind in der Regel über ihre Eltern krankenversichert. Doch mit dem Ende der Schullaufbahn gibt es in puncto Krankenversicherung einiges zu bedenken und zu beachten.

„Schulabgänger, die eine Berufsausbildung oder ein Studium beginnen oder sich im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes engagieren, sollten sich über ihren Krankenversicherungsschutz informieren. Je nachdem, ob sie künftig als Azubi, Studi oder Bufdi beschäftigt sind, bestehen unterschiedliche Regeln und Möglichkeiten“, sagt Philipp Köster, Leiter des Vertriebszentrums der Barmenia Versicherungen Frankfurt am Main. Das Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) sieht zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlreiche Ausnahmen und Sonderfälle vor. Deshalb sollten sich Schulabgänger im Zweifelsfall beraten lassen.

Regelungen für Azubis und Studierende
Grundsätzlich gilt für Schulabgänger: Wer ein Arbeitsentgelt über der Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro im Monat erhält, ist versicherungspflichtig. Alle Azubis müssen demzufolge Mitglied einer gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung werden. Studierende können bis zum Alter von 25 Jahren weiterhin kostenlos gesetzlich über ihre Eltern krankenversichert bleiben. Sie können sich von der Pflicht, sich gesetzlich zu versichern, befreien lassen. Dazu müssen sie innerhalb von drei Monaten nach Studienbeginn einen Antrag bei der gesetzlichen Krankenversicherung stellen und können sich dann für die Dauer ihres Studiums privat krankenversichern. Ihre Versicherungspflicht endet mit dem 30. Geburtstag. Danach sind Studierende versicherungsfrei und können sich ebenfalls privat versichern. Gut zu wissen: Die Pflegeversicherung folgt der Krankenversicherung. Wer gesetzlich krankenversicherungspflichtig ist, muss auch eine gesetzliche Pflegeversicherung abschließen, Privatversicherte eine private.

Bufdis und freiwillig Wehrdienstleistende
Anders bei Teilnehmenden eines Bundesfreiwilligendienstes (Bufdis): Sie gelten laut SGB V als versicherungspflichtige Arbeitnehmende. Eine Befreiung von der Versicherungspflicht ist nicht möglich. Für freiwillig Wehrdienstleistende sieht die Gesetzgebung ebenfalls eigene Regelungen vor. Sie haben Anspruch auf eine truppenärztliche Versorgung. Ursprünglich privat versicherte Wehrdienstleistende sollten ihre Versicherung für die Dauer des Wehrdienstes ruhend stellen lassen. Die Kosten für diese sogenannte Anwartschaftsversicherung übernimmt auf Antrag die Bundeswehr. So können freiwillige Wehrdienstleistende sich die in jungen Jahren meist besonders niedrigen Beiträge einer privaten Krankenversicherung sichern und sie später wieder aufleben lassen, sofern sie nicht versicherungspflichtig werden.

Beamte und Beamtinnen können sich privat versichern
Schulabgänger, die eine Beamtenlaufbahn einschlagen, profitieren wiederum von einer anderen Regelung im Sozialgesetzbuch. Meist werden sie zu Beginn der Ausbildung zu Beamten auf Widerruf ernannt. Sie haben damit Anspruch auf Beihilfe, eine finanzielle Unterstützung ihres Arbeitgebers in Krankheits-, Geburts-, Pflege- und Todesfällen. Der Anspruch gilt auch für eigene Kinder sowie Ehepartner, soweit letztere bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Den Umfang der Unterstützung haben Bund und Länder in jeweils eigenen Beihilfeverordnungen festgelegt. Da der Beihilfeträger bei Beamten einen größeren Teil der Krankheitskosten als bei Angestellten übernimmt, müssen sie nur den verbleibenden Teil der Gesundheitskosten abdecken. Für angehende Beamte ist eine private Krankenversicherung daher fast immer die günstigste Lösung.