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Letzte Aktualisierung: 23.02.2024

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Konzert „Noël, Noël“ im Frankfurter Dom

von Ilse Romahn

(29.11.2023) Am Freitag, 1. Dezember, 20.00 Uhr, spielt Dommusikdirektor Andreas Boltz im Rahmen der Frankfurter Domkonzerte unter dem Titel „Noël, Noël“ Werke von Gigout, Ropartz, Fleury, de Maleingreau (Symphonie de Noël) und anderen. Ab 19.15 Uhr gibt es eine Konzerteinführung im Hochchor des Kaiserdomes.

Andreas Boltz
Foto: Anne Zegelman / Bistum Limburg
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In der französischen Sprache bezeichnet der Begriff „Noël“ nicht allein den Weihnachtsfeiertag selbst, sondern er steht auch für ein traditionelles Weihnachtslied. Viele Regionen Frankreichs pflegen bis heute ihre eigenen Weihnachtsliedmelodien. Etliche dieser Lieder enthalten seit einigen Jahrhunderten bereits den Ruf zur Ankündigung des Weihnachtsfestes „Noël!, Noël!“ oder „Noë! Noë!“

Andreas Boltz präsentiert im ersten Teil seiner Programmkonzeption neben anderen auch Orgelkompositionen über weihnachtliche Gesänge aus den Regionen Burgund, Elsaß und Bretagne.Im zweiten Teil des Konzertes erklingt die monumentale „Symphonie de Noël“ des belgischen Komponisten und Organisten Paul de Maleingreau.

Paul de Maleingreau wirkte nahezu sein gesamtes künstlerisches Leben in seiner Studienstadt Brüssel. In seinem Gesamtwerk finden sich fast 100 Orgelkompositionen, die sich in zwei große Kategorien einteilen lassen: Einfachere Werke für den liturgische Gebrauch sowie zyklische symphonische Werke, darunter die weihnachtliche „Symphonie de Noël“, die „Symphonie de la Passion“ oder die österliche „Symphonie pascale“. Klanglich betrachtet lassen sich Einflüsse von César Franck, Louis Vierne und Claude Debussy feststellen. Die Musik de Maleingreaus ist insgesamt mehr dem impressionistischen Klangideal verpflichtet, wiewohl sie, und hier deckt sie sich etwa mit dem Schaffen Charles Tournemires, stark vom Gregorianischen Choral beeinflusst ist. So ist in seiner „Symphonie de Noël“ folglich jedem Satz ein gregorianischer Cantus Firmus zugeordnet, darunter „Veni redemptor gentium“, „Puer natus est nobis“ oder „Angelus ad pastores ait“.

Seit Juni 2011 wirkt Andreas Boltz als Dommusikdirektor am Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus. Er ist künstlerischer Leiter der „Frankfurter Domkonzerte“ und konzertiert in dieser Reihe mehrmals jährlich als Organist mit vorwiegend thematisch orientierten Konzertprogrammen sowie als Dirigent oratorischer Aufführungen. Mit seinem großen Repertoire an Orgelmusik vieler Epochen spielt er jeden Monat auch eine Orgelmatinee im Frankfurter Dom und gastiert häufig als Organist und Chorleiter im In- und Ausland. Im Sommer 2013 erschien seine erste CD an der Frankfurter Domorgel „Mainmixtures – Komponisten in Frankfurt“, die Nachfolge-Produktion „Main-Stream“ im Herbst 2017 beim Label www.organophon.de.

Seine breit gefächerte Ausbildung erhielt er an der Musikhochschule Würzburg. Dort erwarb er die Diplom-A- Prüfung in Katholischer Kirchenmusik, die Staatliche Musiklehrerprüfung und das Meisterklassendiplom für künstlerisches Orgelspiel in der Meisterklasse von Prof. Günther Kaunzinger. Weitere Studien betrieb Andreas Boltz bei Daniel Roth, Francoise Renet, Guy Bovet und Jon Laukvik (Orgel), Eric Ericson und Fritz ter Wey (Chorleitung), Gert-Peter Münden (Kinderchorleitung), Godehard Joppich (Gregorianik), Glen Wilson (Cembalo), Kurt Suttner (Stimmphysiologie) und Zsolt Gárdonyi (Komposition). Von 1989 bis 1993 war er Assistent des Domkapellmeisters am Kiliansdom in Würzburg. Zwischen Herbst 1993 und Mai 2011 wirkte er als Regionalkantor des Bistums Mainz in Darmstadt und Dozent für Chorleitung und Orgel am Institut für Kirchenmusik in Mainz.

Seine kompositorische Tätigkeit wurde 1992 beim Internationalen Kompositionswettbewerb in Triest (Italien) mit dem „Premio Speciale” gewürdigt. Neben einer Vielzahl von Werken für die kirchenmusikalische Praxis, darunter Beiträge für die Veröffentlichungen im Umfeld des „Neuen Gotteslobs“, entstanden in den Jahren 2006 und 2010 zwei Musiktheaterproduktionen für das Kulturprogramm im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Im Dezember 2019 wurde sein Adventliches Oratorium „lukas1“ in der KunstKulturKirche Allerheiligen in Frankfurt uraufgeführt. Seine Kompositionen sind in vielen Verlagen veröffentlicht worden. 

Das Konzert „Noël, Noël“ findet am Freitag, 1. Dezember, 20.00 Uhr, im Frankfurter Kaiserdom, Domplatz 1, 60311 Frankfurt am Main, statt. Karten sind zu einem Preis von 13 Euro erhältlich an der Abendkasse, unter Telefon (069)13 40 40-0 oder unter www.frankfurtticket.de.

www.domkonzerte.de