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Letzte Aktualisierung: 18.06.2021

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Komisches Kunstwerk im GrünGürtel hockt jetzt auf einer Erle

von Ilse Romahn

(08.06.2021) Die Dicke Raupe, eines von 14 Kunstwerken der Komischen Kunst entlang des GrünGürtel-Rundwanderweges, hat endlich wieder ein neues Domizil gefunden. Am Montag, 7. Juni, haben Fachleute vom Grünflächenamt die Raupe auf ihrem neuen Baum im Riederwald platziert. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig war dabei.

Stadträtin Rosemarie Heilig und Mitarbeiter des Grünflächenamtes während der Installation der Dicken Raupe
Foto: Stadt Frankfurt / Rainer Vollweiter
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Seit sie im September 2008 ihren Standort auf einer Birke im Erlenbruch bezogen hatte, war die Dicke Raupe vom Pech verfolgt. Zweimal musste sie den Baum wechseln. Das erste Mal war es ein Birkenporling – ein gefährlicher Pilz, der sich in der Birke eingenistet hatte – der sie zum Umzug zwang. Beim zweiten Mal war es die Hitze: Anhaltende Trockenheit bedeutete vor gut einem Jahr das Aus für Birke Nummer zwei.

Und nun musste sogar die Baumart gewechselt werden. „Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und den vergangenen heißen Sommern haben es die Birken schwer und sind in diesem Teil des Stadtgebietes in keinem guten Zustand“, erklärte Stadträtin Heilig. „Damit unsere Dicke Raupe aber hoffentlich kein viertes Mal umziehen muss, hat das Grünflächenamt Bäume im Stadtteil geprüft, die nicht so hitzeanfällig sind. Das neue Heim unserer Raupe ist nun auf einer Erle im Teufelsbruch, nördlich der Lauterbacher Straße. Direkt am GrünGürtel-Rundwanderweg.”

Eine weitere Hürde, die es gab: F.K. Waechter hatte eine ganze Serie mit verschiedenen Objekten in Bäumen gezeichnet und der Stadt Frankfurt am Main geschenkt. Die Dicke Raupe hat er auf den Ast einer Birke gezeichnet, wo sie auch hervorragend hinpasste. Dem Klimawandel geschuldet, gaben die Erben von F.K. Waechter nun grünes Licht für die neue Behausung auf einer Erle.

Heilig zeigte sich erfreut, dass hier eine praktikable Lösung gefunden werden konnte: „Es wäre so schade gewesen, wenn wir keinen geeigneten Baum für unsere wunderbare Dicke Raupe gefunden hätten.” Sieben der Objekte der Komischen Kunst von F.K. Waechter sind bislang realisiert. Sie alle sind am Rundwanderweg zu finden.

Aus der Zeichnung des 2005 verstorbenen F.K. Waechter (ein Vertreter der Neuen Frankfurter Schule) hat der Künstler Andreas Rohrbach die Dicke Raupe aus Kunststoff gefertigt. Von der Regionalpark RheinMain finanziert hing die Dicke Raupe seit 2008 am alten Standort im Erlenbruch und war der Star am Rundweg in Frankfurts Osten, wie sie da in knalligstem Zartgrün überraschend überdimensioniert auf einem Ast saß.

Und auch jetzt hat der Künstler Andreas Rohrbach sich der Dicken Raupe noch einmal angenommen. Sie hat die Zeit seit Frühling 2020 gut verbracht. Sie war in Kur, wurde einmal rundumerneuert und strahlt nun wieder in herrlichstem Zartgrün, allerdings: Dünner ist sie nicht geworden.

Mehr zur Dicken Raupe und ihren Freunden gibt es unter https://frankfurt.de/themen/umwelt-und-gruen/orte/gruenguertel/ziele/komische_kunst im Internet.

30 Jahre GrünGürtel Frankfurt: 1991 – 2021
1991 beschlossen die Frankfurter Stadtverordneten einstimmig den GrünGürtel als Freiraum vor Bebauung zu schützen, zu sichern und zu entwickeln, festgehalten in der GrünGürtel-Verfassung.

Rund 80 Quadratkilometer – das ist etwa ein Drittel der Stadtfläche - sind seitdem vor Bebauung geschützt. Drei große Landschaftsräume liegen in ihm – das Niddatal, der Berger Rücken und der Stadtwald. Diese geben Raum für Arten- und Biotopschutz, für ein angenehmes Klima, für Land- und Forstwirtschaft, für Erholung, Sport und Umweltbildung.

In der Projektgruppe GrünGürtel der Stadt Frankfurt am Main arbeiten seit 1997 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltamtes, des Grünflächenamtes und des Stadtplanungsamtes gemeinsam an der Weiterentwicklung und Pflege des Frankfurter GrünGürtels. (ffm)